28. Juli 2016
Energie sparen

25 Tipps, wie Sie Ihre Verbrauchsabrechnung prüfen und Geld sparen

Kommt die Verbrauchs- oder Heizkostenabrechnung ins Haus, stellen sich viele Fragen: Stimmt der Verbrauch? Zahle ich zu viel? Wo kann ich sparen? Wir haben ein paar Antworten für Sie.

Heizkostenabrechnung

Heizkostenabrechnung prüfen

 
1. Die Basics prüfen
Die Grundlagen Ihrer Heizkostenabrechnung lassen sich recht einfach überprüfen. Die Kundennummer finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen, die Zählernummer auf dem Zähler. Haben Sie den Zählerstand selbst abgelesen und notiert, können Sie ihn einfach kontrollieren. Schätzt Ihr Gasanbieter den Zählerstand oder wird dieser durch einen „intelligenten Zähler“ übertragen, sollten Sie ihn spätestens jetzt durch Ablesen vergleichen und gegebenenfalls telefonisch bei Ihrem Anbieter korrigieren.

2. Abrechnungszeitraum verstehen
In der Regel entspricht der Abrechnungszeitraum nicht dem Kalenderjahr. Das liegt daran, dass Ihr Stromanbieter den Gasverbrauch für das letzte Jahr ab Lieferungsbeginn in Rechnung stellt. Mehrere Zeiträume können sich daraus ergeben, dass sich Ihr Gas-Tarif, der Gaspreis oder Ihr Stromzähler zwischenzeitlich geändert haben. Denn am Ende sollen Sie tagesaktuell nur das zahlen, was vereinbart war.

3. Rechnungsbetrag checken
Der Rechnungsbetrag ergibt sich aus einer einfachen Rechnung: Von dem, was Sie tatsächlich an Gas verbraucht haben, wird das, was Sie bereits bezahlt haben (Ihre monatlichen Abschlagszahlungen) abgezogen.
Am Ende kommt eine Nachzahlung heraus (wenn Sie mehr verbraucht haben als Sie bereits gezahlt haben) oder eine Rückerstattung (wenn Ihr Verbrauch niedriger war als Ihre monatlichen Zahlungen).
Wenn Sie Ihre Heizkostenabrechnung prüfen und es kommt eine Nachzahlung dabei heraus, dann liegt das nicht daran, dass Ihr Gasanbieter den Preis erhöht hat – denn dann werden Sie umgehend schriftlich informiert und der Abschlag wird angepasst. Sondern der Grund ist, dass das, was Sie monatlich gezahlt haben (Abschlag), weniger war, als Sie tatsächlich verbraucht haben (tatsächliche Kosten).
Übrigens können Sie bequem per Lastschrift zahlen. Oder Sie richten einen Dauerauftrag ein, um die monatlichen Abschläge pünktlich zu überweisen.

4. Nachzahlungen vermeiden
Um Nachzahlungen zu vermeiden, sollten Sie Ihren Abschlag selbst anpassen, sobald sich Ihr Verbrauch grundlegend ändert – zum Beispiel, weil mehr Personen im Haushalt wohnen als bisher. Ihren Abschlag können Sie einfach online selbst anpassen: in MeineENTEGA.de.

Wie werden Heizkosten berechnet?

 
5. Ihr neuer Abschlag
Aufgrund des Rechnungsbetrages passt Ihr Gasanbieter die Abschlagszahlungen an. Ihm ist es nämlich am liebsten, wenn am Ende der Abrechnung eine Null steht, denn er stellt nur in Rechnung, was tatsächlich verbraucht wurde. Also geht er beim zukünftigen Abschlag davon aus, dass Sie weiterhin Gas verbrauchen wie bisher: Der Rechnungsbetrag durch elf geteilt ergibt den neuen Abschlag. Sollte sich also Ihr Verbrauch deutlich ändern, sollten Sie Ihren Abschlag wie unter Punkt 4 beschrieben selbst anpassen, um Nachzahlungen zu vermeiden.

6. Grund- und Arbeitspreis
Wenn Sie sich fragen, was es mit dem Grund- und Arbeitspreis auf sich hat, vergleichen Sie es mit einer Handyrechnung. Der Arbeitspreis entspricht dem, was Sie beim Telefonieren mit dem Handy zahlen. Dort sind es Cent für jede vertelefonierte Minute Gespräch, hier Cent für jede verbrauchte kWh Gas. Der Grundpreis entspricht dem Grundpreis beim Handy: Diesen zahlen Sie unabhängig vom Verbrauch, ähnlich einer Jahresgebühr. Er wird verwendet für Dinge wie die Pflege des Leitungsnetzes, die Ablesung der Zähler und die Verwaltung Ihrer Gasversorgung.

7. Was wird in m³ gemessen?
Ihr tatsächlicher Gasverbrauch wird in Kubikmetern (m³) gemessen. Das ist die Menge Gas, die durch Ihren Zähler fließt, während Sie es verbrauchen.

8. Wozu der Umrechnungsfaktor?
Der Umrechnungsfaktor wird von jedem Gasanbieter genutzt, um Kubikmeter in kWh umrechnen zu können. Hintergrund ist, dass Gas, je nachdem, wo Sie es verbrauchen, einen anderen Brennwert hat. Dieser ist nämlich abhängig von äußeren Einflüssen wie Luftdruck, Temperatur und Höhenlage. Durch die Zustandszahl wird dieser von äußeren Umständen beeinflusste Verbrauch auf einen Normzustand gebracht. Entsprechend gibt es verschiedene Umrechnungsfaktoren, je nachdem, wo Sie wohnen. Meist liegen diese zwischen 10 und 12.

9. Was bedeuten die kWh?
Ihr Verbrauch wird in kWh ausgewiesen, weil das die gängige Maßeinheit für Energie ist. Was eine kWh ist, kann man ganz gut verstehen, wenn man sich einmal einen Heizkörper anschaut. Nehmen wir mal theoretisch an, dieser Heizkörper würde mit Strom betrieben und mit einer Leistung von 1.000 Watt laufen, das sind genau ein Kilowatt (kW). Wenn der Heizkörper dann eine Stunde (h) lang bei voller Leistung heizt, verbraucht er eine kWh.

Was bedeuten die Abgaben?

 
10. Wofür sind die Abgaben?
Wer seine Heizkostenabrechnung prüfen will, sollte die Bedeutung der aufgeführten Abgaben kennen. Im Arbeitspreis enthalten sind Erdgassteuer und Konzessionsabgabe. Die Umsatz- oder auch Mehrwertsteuer kommt schließlich auf den Rechnungsbetrag am Ende obendrauf. Alle drei sind nicht für den Gasanbieter gedacht, sondern gehen (teils über Umwege) an den Staat, der die Höhe der Abgaben festlegt. Die Abgaben sind also für alle Gasanbieter gleich.

11. Die Erdgassteuer
Wenn Sie Erdgas verbrauchen, wird (wie bei Strom und Mineralöl auch), darauf eine Steuer erhoben. Für Ihr Gas, das Sie zum Heizen benutzen, sind das derzeit 0,55 Cent für jede verbrauchte kWh. Sie ist, wie gesagt, bereits im Arbeitspreis enthalten.

12. Die Konzessionsabgabe
Ebenfalls mit dem Arbeitspreis zahlen Sie eine Konzessionsabgabe. Diese zahlt eigentlich der Betreiber des Gasnetzes, und zwar an die Stadt oder Gemeinde dafür, dass er öffentliche Wege für die Gasleitung nutzen darf. Man könnte von einer Art „Wegezoll“ sprechen. Über Ihren Gaslieferanten reicht er diese an Sie weiter. Je nach Stadt oder Gemeinde ist sie unterschiedlich hoch. Sie reicht für Gas zum Heizen von 0,22 Cent/kWh bei Gemeinden unter 25.000 Einwohner bis zu 0,40 Cent/kWh bei Gemeinden über 500.000 Einwohner.

13. Die Netzentgelte
Das Netz(nutzungs)entgelt zahlen Sie dafür, dass Sie das Gasnetz in Anspruch nehmen. Dieses wird schließlich von einem Unternehmen für diesen Zweck betrieben und unterhalten. Kosten für Erneuerung, Wartung und Instandhaltung werden durch das Netzentgelt beglichen. Außerdem wird damit der Netzausbau finanziert.

Mit Ökogas heizen

 
14. CO2 wird kompensiert
Was ist der Unterschied zwischen Erdgas und Ökogas? Beim Heizen gibt es erst einmal keinen. Denn dabei entsteht immer CO2. Freigesetzt wird es, wenn das Gas gefördert wird, wenn es transportiert wird und wenn es im Heizkessel verbrannt wird. Vermeiden kann man diesen CO2-Ausstoß nicht.
Der Unterschied besteht darin, dass bei einem Tarif wie ENTEGA Ökogas diese Emissionen kompensiert werden. Bei ENTEGA berechnen wir dazu die jährliche Gesamtmenge an CO2, die von unseren Kunden freigesetzt wird – einschließlich Förderung, Transport und Verbrennung. Mindestens diese Menge gleichen wir durch Aufforstungs- und Waldschutzprojekte wieder aus, ohne dass unsere Ökogas-Kunden etwas dafür tun müssen. Damit ist ENTEGA Ökogas klimaneutral.

Ihren Gasverbrauch berechnen

 
15. Erste Schätzung
Ob Ihr Gasverbrauch „normal“ ist, lässt sich anhand von Durchschnittswerten nur mutmaßen. Dazu ist er von zu vielen Faktoren abhängig, zum Beispiel: Wie viele Personen leben im Haushalt? Wie energetisch ist das Haus, zum Beispiel durch Wärmedämmung? Wird Gas auch noch für andere Dinge als Heizen genutzt? Es gibt Durchschnittswerte, die allenfalls einen ersten Anhaltspunkt liefern. Den „Heizkosten-Verbrauch“ berechnen kann man damit nicht, aber immerhin vergleichen.

Wohnung mit rund 50 m2: 7.000 kWh
Wohnung mit rund 100 m2: 14.000 kWh
Reihenhaus: 18.500 kWh
Einfamilienhaus: 23.000 kWh

16. Besser: Der Heizspiegel
Statt bei Automodell und Gartenpflege auf den Nachbarn zu schielen, sollte man beim Heizen durchaus den Vergleich mit anderen Haushalten suchen. Einige Städte und Gemeinden halten einen „Heizspiegel“ bereit, bei dem man den typischen Energieverbrauch am Wohnort in Erfahrung bringen kann. Sauber aufgeschlüsselt erfahren Sie so, welcher Gasverbrauch in Ihrer Gemeinde niedrig, durchschnittlich oder doch eher hoch ist. Fragen Sie einmal bei Ihrem Umweltamt nach. Alternativ können Sie sich den bundesweiten Heizspiegel hier ansehen.

17. Erdgasverbrauch messen
Wie werden Heizkosten am besten berechnet? Halten Sie Ihren Verbrauch unter Kontrolle! Notieren Sie einmal im Monat den Zählerstand und überschlagen Sie das Ergebnis. Weicht es spürbar vom Jahresmittel ab, können Sie Ihren Abschlag wie unter Punkt 3 beschrieben online anpassen.
Bedenken Sie, dass der Gasverbrauch im Jahreslauf natürlicherweise schwankt, allein schon durch das Heizverhalten im Winter und Sommer. Schwankungen können also am veränderten Heiz- oder Lüftungsverhalten liegen – oder einfach am Wetter. Beim Deutschen Wetterdienst gibt es den Klimafaktor für die Verbrauchsperiode für Ihren Wohnort. Liegt der Wert für Ihren Wohnort über 1, war es überdurchschnittlich warm.
Idealerweise haben Sie aber Vergleichswerte aus dem Vorjahr, die Sie als Grundlage hernehmen können. Dann können Sie Ihren Verbrauch und Ihre Heizkosten ziemlich genau berechnen und vergleichen.

Bei der Heizkostenrechnung sparen

 
Zum Klimahelden reicht es bei den meisten von uns nicht. Oder haben Sie schon einmal gehört, dass Helden durchschnittlich sind? Rund 30 % Energie lässt sich beim Gasverbrauch in einem durchschnittlichen Haushalt nämlich noch einsparen. Das ist ziemlich viel, auch was die Gasrechnung angeht. Verlassen Sie sich also nicht auf das Wetter oder sinkende Energiepreise, sondern nehmen Sie Ihre Heizkosten nachhaltig selbst in die Hand.

18. Ein Grad runter
Welches Energiesparpotenzial man im Handumdrehen nutzen kann, wird am Thermostat deutlich: Dreht man die Heizung nur um ein Grad herunter, spart man bereits 6 % Energie. Die Wohlfühltemperatur liegt dabei in jedem Raum anders: in Wohnräumen bei rund 20 Grad (in der Regel Thermostatstufe 3), im Bad bei 23 Grad (Stufe 3,5), in Küche und Schlafzimmer genügen 16 Grad (Stufe 2). Natürlich empfindet jeder Mensch anders. Darum finden Sie am besten selbst heraus, was für Sie noch angenehm ist. 15 Grad sollten es mindestens sein, sonst kostet das Aufheizen wieder zu viel Energie und es besteht Schimmelgefahr. Andersherum sollten Sie die Heizung schon deswegen nicht zu hoch einstellen, weil es für die Atemwege nicht gut ist, wenn durch die Wärme die Luftfeuchtigkeit zu stark sinkt.

19. Nichts verstecken
Heizkörper und Thermostat können optimal arbeiten, wenn Sie beides nicht verdecken. Ihr breiter Loveseat für zwei und die schweren Vorhänge Ihrer Großmutter haben vor dem Heizkörper nichts zu suchen. Dadurch verschwenden Sie rund 15 % der Wärme. Lassen Sie Ihren Heizkörper seine Wärme ungebremst abgeben.

20. Richtig schließen
Dass man Türen grundsätzlich schließt, damit warme Luft nicht in weniger beheizte, kühlere Räume entweicht, leuchtet ein.

21. Flexible Wärmedämmung

Das Haus richtig dämmen bringt enorm viel Energieersparnis. Doch schon Kleinigkeiten erzielen einen ähnlichen Effekt und tragen im Kleinen zur Energieersparnis bei: Verschließen Sie Ihre Fenster nachts mit Vorhängen oder Rollläden und dichten Sie poröse Fensterdichtungen mit Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen ab, entweicht hier deutlich weniger Wärme ungenutzt nach draußen.

22. Richtig lüften
Kippen kostet. Wer seine Fenster andauernd in Kippstellung hat, lässt unbemerkt die meiste Wärme entweichen. Experten schätzen, dass allein durch richtiges Lüften bis zu 200 Euro pro Heizsaison eingespart werden können. Drei bis vier Mal täglich sollte man richtig stoßlüften, dabei alle Fenster und Türen weit aufreißen. Wichtig: Vorher den Thermostat auf Null drehen und hinterher wieder hochstellen. Im Winter genügen fünf, im Sommer sollten es gerne 25 Minuten sein, die gelüftet werden. Richtiges Lüften sorgt für frische Luft und beugt Schimmel vor. Es gibt günstige Thermohygrometer, die neben der Temperatur die Luftfeuchtigkeit zuverlässig anzeigen. Diese liefern einen guten Orientierungswert, wann es wieder Zeit ist, die Fenster aufzureißen und durchzuschnaufen.

23. Richtig entlüften
Die Heizung zu entlüften, ist nicht schwer. Alles, was man braucht, ist ein Vierkantschlüssel oder eine Zange und eine Schale zum Auffangen des Wassers. Das Entlüftungsventil steckt an dem Ende, das dem Thermostat gegenüberliegt. Drehen Sie das Ventil vorsichtig auf und lassen Sie die Luft zischend entweichen. Sobald Heizwasser in die Schale nachfließt, schließen Sie es wieder. Wenn Sie das regelmäßig zu Beginn der Heizsaison machen, sparen Sie noch einmal rund 15 % Energie.

24. Thermostat programmieren
Ihrem leeren Haus genügen 15 Grad, Sie haben es gern mit 20 Grad muckelig warm. Mit einem programmierbaren Thermostat können Sie heizen, wie es Ihren Gewohnheiten entspricht. Und so Heizenergie verbrauchen, nur wenn Sie sie brauchen – auf die Minute genau.
Für Wochentage und Wochenende lassen sich Heizperioden festlegen, zu denen die Heizung automatisch hoch- und runterfährt. Je nachdem, wann Sie zu Hause (oder bei der Arbeit oder im Wochenende) sind. Nachts fährt die Heizung automatisch herunter, ohne dass Sie vergessen, sie herunterzudrehen.

25. Warten und modernisieren
Einmal jährlich sollte man die Heizungsanlage von einem Fachmann warten lassen. Die Wartung spart rund 5 % Energie, weil die Anlage dabei kontrolliert, gesäubert und neu eingestellt wird. Sie erhöht außerdem die Lebenszeit der Anlage. Gehört die Anlage bereits zum alten Eisen, sollte man eher heute als morgen an eine Modernisierung denken. Eine neue Heizanlage muss man nicht einmal kaufen, man kann sie pachten, zum Beispiel mit ENTEGA Wärme komplett.

Die Heizkostenabrechnung prüfen und Energie sparen ist also gar nicht schwierig. Fangen Sie einfach mit einem Punkt an, freuen Sie sich über den ersten Erfolg und machen Sie weiter. Wenn Sie dann bei Punkt 25 angekommen sind, haben wir vielleicht schon die nächsten 25 Tipps für Sie, wie Sie Ihren Heizkostenverbrauch berechnen und sparen können.

Wie werden Heizkosten berechnet

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