6. Mai 2012
Familie Klimaschutz

Sag mal, Sophie…

Blöchingers in der Nahaufnahme - Familie Klimaschutz steht in Einzelinterviews Rede und Antwort.

Freust Du Dich, ein Mitglied der Familie Klimaschutz zu sein?

Natürlich freue ich mich, denn dieses Jahr 2012 wird für uns alle Vier ein ganz spannendes Jahr.

Wann bist Du zum ersten Mal auf das Thema Umweltschutz aufmerksam geworden?

Das war bereits in der Grundschule, wo wir im Sachkundeunterricht darüber gesprochen haben, wie jeder einzelne von uns das Klima schützen kann: beim Zähneputzen das Wasser nicht ständig laufen lassen, überflüssig angeknipste Lichter ausmachen, den Kühlschrank nicht unnötig lange öffnen, Haus- und Kellertüren schließen.

Gibt es für Dich Vorbilder in Sachen Umweltschutz?

Da fallen mir vor allem Ute und Heinz aus dem Freundeskreis meiner Eltern ein. Die beiden sind nicht nur Gründer und Vorstandsmitglieder des Kreta-Umweltforums, sondern engagieren sich auch in ihrer direkten Umgebung. Sie organisieren Dreck-Weg-Tage, kümmern sich um Kröten und helfen bei verschiedenen Umweltaktionen mit. Die Freude, die sie daran haben, zeigt mir: Es macht Spaß, sich für eine bessere Umwelt einzusetzen.

Engagierst Du Dich auch für eine lebenswerte Umwelt?

Ich versuche es mit kleinen Schritten: Wasser sparen beim Händewaschen und Duschen, Stromverbrauch senken durch Abschalten von Elektrogeräten, Wärme konservieren mit Stoßlüften im Winter. Auch in der Schule und in meiner Freizeit versuche ich, Energie nicht unnötig zu vergeuden.

Was sind Deine persönlichen Gründe, Dich für Klimaschutz zu engagieren?

Innerhalb unserer Familie sind es zunächst einmal die Kosten, die wir einsparen können, wenn wir uns daheim ein bisschen energiebewusster verhalten. Darüber hinaus betrachtet bin ich generell davon überzeugt, dass wir in Sachen Klimaschutz stärker zusammenhalten müssen, da wir ja auch alle in, von und mit dem Klima leben. Da hat jeder von uns Verantwortung anderen Menschen und künftigen Generationen gegenüber.

Wer von Euch hatte die Idee, sich als Familie Klimaschutz zu bewerben?

Ein Freund von Papa hat ihn auf die Aktion aufmerksam gemacht, und der hat uns dafür begeistert.

Wie haben die übrigen Familienmitglieder darauf reagiert?

Wir haben uns im Familienrat zusammengesetzt und gemeinsam darüber gesprochen, ob wir uns an der Ausschreibung beteiligen sollen. Dabei sind wir ganz schnell zu der Übereinstimmung gekommen: Das ist eine gute Sache – und noch toller wäre, wenn wir ausgesucht würden. Dass wir dann Familie Klimaschutz geworden sind, war ein echter Glücksfall für uns.

Was erwartest Du von dem Projekt?

In unserem Haus wird es konkrete Verbesserungen geben: Eine neue Heizung, neue Fenster, ein neues Dach, Dämmung an der Außenwand und anderes. Darüber hinaus merke ich schon, dass sich unser Bewusstsein ein bisschen verändert hat, nachdem wir Familie Klimaschutz geworden sind: Wir achten noch mehr als bisher darauf, Energie und Wasser zu sparen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ganz besonders spannend finde ich das Vorhaben, nach einem Jahr klimaneutral zu leben.

Was denkst Du, ist in einem Jahr anders?

Wenn all die Baumaßnahmen am Haus beendet sind, wird es sicherlich innendrin noch gemütlicher bei uns daheim als jetzt. Auch von außen sieht es dann besser aus als jetzt – mit der Dämmung, den neuen Fenstern, und der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Schön ist auch, dass wir einen Raum gewinnen, weil wir den Öltank entsorgen können. Da gibt es dann endlich Platz für ein Gästezimmer, auf das wir uns sehr freuen. Außerdem glaube ich, dass meine Eltern, mein Bruder und ich nach diesem Jahr als Familie Klimaschutz noch mehr über die Zusammenhänge zwischen Natur- und Umwelt- sowie Klimaschutz wissen.

Wurdest Du schon einmal darauf angesprochen, dass Du jetzt zur Familie Klimaschutz gehörst?

Schon gleich nach der ersten Veröffentlichung in der Zeitung kam meine Lehrerin am Montagmorgen auf mich zu und sagte: „Sophie, das finde ich toll, was Ihr da mit macht – da musst Du uns am besten gleich mal berichten, was jetzt so alles anders wird bei Euch daheim.“ Und auch auf der Straße oder im Verein werde ich immer öfter gefragt: „Du bist doch die von der Familie Klimaschutz, oder?“ Die meisten, die mich ansprechen, finden die Aktion ganz toll und gönnen uns, dass wir die Auserwählten sind.

Hast Du konkrete Reaktionen von Deinen Freunden dazu verspürt?

Das kam sofort, nachdem wir zum ersten Mal mit großem Foto in der Zeitung abgebildet waren. Einige nannten mich spontan „Klimaschutzkind“, andere baten darum, ihnen ein bisschen was zu erzählen. In der Schule durfte ich wenig später ein kurzes Referat über das Projekt halten.

Nervt Dich die Aufmerksamkeit um eure Familie manchmal ein bisschen?

Nein, ganz im Gegenteil. Als Mitglied der Showtanzgruppe „Fit for Dance“ bin ich es gewohnt, dass Menschen mich beobachten. Solange sie mir freundlich gegenübertreten und mich neugierig fragen, finde ich das Interesse der anderen an der Aktion ganz okay.

Gibt es neben der Anerkennung und Bewunderung mitunter auch Zurückhaltung oder gar Neid?

Nur ganz wenig – und zwar von solchen Menschen, die schon vorher nichts mit uns zu tun haben wollten. Da kommen dann schon mal blöde Bemerkungen wie „Welche Beziehungen habt Ihr denn da ausgespielt?“. Denen antworten wir dann: „Ihr hättet Euch ja auch bewerben können.“ Im Freundes- und Bekanntenkreis frotzeln einige zwar scherzhaft „Da könnte man ja richtig neidisch werden“, aber das meinen sie nicht boshaft, sondern freundschaftlich.

Wie haben Deine Klassenkameraden auf Familie Klimaschutz reagiert?

Die sind alle ganz interessiert an dem Projekt und fragen mich nach jedem Wochenende, wie es denn bei uns zu Hause weitergeht. Von denen ist keiner neidisch oder gar negativ eingestellt.

Wurde das Thema Klimaschutz in Eurer Klasse schon mal besprochen?

Energie und Klima fließen immer mal wieder in den Unterricht ein. In der fünften und sechsten Klasse war dies vor allem im Fach Gesellschaftlehre der Fall, jetzt immer öfter in Biologie und Chemie. Auch im Deutschunterricht rückt das Thema mitunter in den Mittelpunkt, wenn es um aktuelle Ereignisse geht.

Was tut Ihr in der Schule konkret für den Klimaschutz?

Wir haben bei uns an der IGS Bretzenheim eine Klimaschutz-AG. Die achtet zum Beispiel im Winter darauf, dass die Fenster in den Klassenräumen während der Pausen geschlossen bleiben und das Licht nicht unnötig lange brennt. Außerdem gibt es einen Hofdienst, der sich darum kümmert, dass Abfall aufgehoben und getrennt entsorgt wird. Eine weitere AG hat einen kleinen Garten angelegt, eine andere einen Teich. Für all das haben wir sogar einen Slogan an der Schule: „Das Klima sich wandelt – die IGS handelt“.

Hast Du das Gefühl, dass Du in der Schule etwas zum Thema Klimaschutz lernst?

Auf jeden Fall. Bereits in der Grundschule haben wir darüber geredet, was jeder Einzelne von uns tun kann, das Klima zu schützen. In der IGS suchen wir häufig nach konkreten Antworten auf die Frage „Was tut der Umwelt gut?“. So haben wir zum Beispiel eine Kläranlage besucht, um uns über den Kreislauf des Wassers zu informieren.

Hast du selbst schon etwas beobachtet, was eine Auswirkung des Klimawandels sein könnte?

Da fallen mir in erster Linie die Nachrichten ein. Da sehen und lesen wir von Erderwärmung, vom Abschmelzen des Eises an den Polen und im Gebirge, Starkregenfällen und Überschwemmungen auf dem gesamten Globus sowie Dürrekatastrophen in den Wüsten der Welt. Wir unterhalten uns nicht nur in der Schule häufig darüber, sondern auch zu Hause beim Essen oder beim Fernsehgucken.

Machst Du Dir wegen des Klimawandels Sorgen?

Ja, manchmal schon. Weil ich Tiere sehr mag, bin ich traurig darüber, dass sie immer stärker bedroht sind. Wenn Menschen weltweit immer mehr Wälder abholzen, werden nicht nur Lebensräume von Tieren und Pflanzen verdrängt, sondern auch das Klima beeinträchtigt. Die vielen sogenannten Naturkatastrophen, von denen wir immer öfter hören und sehen, sind meiner Meinung nach oftmals von Menschen gemacht oder zumindest stark beeinflusst.

Glaubst Du, dass die Menschheit es ernst meint mit der Absicht, das Klima zu schützen?

Da bin ich mir nicht ganz sicher. Ich kenne viele, die sagen: „Das geht mich doch nichts an“. Ich kenne aber glücklicherweise auch viele, die sich fragen: „Was können wir zum Schutz des Klimas beitragen?“ Ob es allerdings genügend sind, um das Klima weltweit zu retten, kann ich nicht beurteilen. Aber ich hoffe es ganz stark, weil wir ja alle irgendwie direkt davon abhängen. Denn wenn wir das Klima gegen die Wand fahren, wird es uns einen gewaltigen Strich durch die Zukunft machen.

Wenn Du mal an das Jahr 2050 denkst: Glaubst Du, dass es da besser oder schlechter ist als 2012?

Eine ganz schwierige Frage: Wenn wir alle so weitermachen wie bisher und unser Verhalten nicht ändern, wird es bestimmt schlimmer. Als junger Mensch hoffe ich aber natürlich, dass alle den Ernst der Lage erkennen und auch entsprechend handeln. Das kleine Quäntchen, das ich zur Rettung des Klimas beitragen kann, will ich gerne leisten – auch wenn es mit ein wenig Nachdenken und Mühe verbunden ist.

Weiterempfehlen:
RSS
    Bisher kein Kommentar vorhanden.
Hinterlassen Sie einen Kommentar
Auf einen Kommentar antworten
    • Bitte geben Sie einen Kommentar ein. Er muss aus mindestens 2 Zeichen bestehen.

    • Bitte geben Sie Ihren Namen ein.

    • Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an.

* Pflichtfelder

Abschicken