Energiemarkt aktuell

Informationen zur aktuellen Energiemarktsituation.

Wir haben Ihnen auf dieser Seite die Fragen zusammengestellt, die unsere Kundinnen und Kunden im Kontext der aktuellen Energiemarktentwicklungen am häufigsten an uns richten.

Fragen zur Versorgungssicherheit

Ist die Energieversorgung in Deutschland gefährdet?

Derzeit ist die Versorgung weiterhin gewährleistet. Im Falle eines Engpasses genießen etwa Privathaushalte und soziale Dienste wie Krankenhäuer einen besonderen gesetzlichen Schutz. Zurückstehen müssten dann jedoch gasintensive Unternehmen, die abgeschaltet werden können. Durch den verantwortungsvollen Umgang mit Energie und das Einsparen von Gas, kann jeder zur Versorgungssicherheit beitragen.

Was bedeutet die Ausrufung der Alarmstufe?

Die Alarmstufe ist die zweite Stufe im Notfallplan Gas. Die Versorgungssicherheit ist weiter gewährleistet. Für die Kundinnen und Kunden ändert sich nichts. Es ist jedoch wichtig, dass Energie eingespart wird. In jedem Fall zählen Privathaushalte und soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser zu den gesetzlich besonders geschützten Kunden.

In dieser Stufe kümmern sich die Marktakteure wie Gasversorger eigenverantwortlich um die Aufrechterhaltung der Gasversorgung. Sie können hierzu marktliche Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite oder der Rückgriff auf Gasspeicher. Der Staat greift in dieser Stufe nicht ein.

Tipps zum Energie- und Heizkosten sparen haben wir hier zusammengestellt.

Was ist der Notfallplan Gas?

Der Notfallplan Gas gilt für Deutschland insgesamt und ist mit der Europäischen Union koordiniert. Er regelt das Vorgehen in Deutschland, wenn sich die Versorgungslage massiv zu verschlechtern droht. Ab einer bestimmten Situation greift der Staat in das Marktgeschehen ein, um die Gasversorgung so lange wie möglich zu sichern und bestimmte Verbrauchergruppen besonders zu schützen.

Welche weiteren Maßnahmen sieht der Notfallplan vor?

Nach der Alarmstufe kann die Notfallstufe ausgerufen werden. In der Notfallstufe gibt es eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas, eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine andere erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage. Der Staat greift in den Markt ein. Dann wird die Gasversorgung durch die Bundesnetzagentur (Bundeslastverteiler) oder die Bundesländer (Lastverteiler) mit staatlichen Maßnahmen sichergestellt. Ziel ist es, den lebenswichtigen Bedarf an Gas unter besonderer Berücksichtigung der geschützten Kunden zu sichern. Zu den geschützten Kunden zählen beispielsweise Privathaushalte oder soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser. Demgegenüber können gasintensive Unternehmen abgeschaltet werden.

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher im Moment tun?

Gehen Sie bitte verantwortungsvoll mit Ihrem Gas um und reduzieren Sie Ihren Verbrauch dort, wo eben möglich. Insbesondere Heizenergie bietet Sparpotential.

Ein solidarisches Miteinander ist ebenfalls ein wichtiger Baustein zur Vermeidung einer weiteren Eskalation.

Hier haben wir einige Energiespartipps für Sie zusammengestellt.

Wie sehen Alternativen aus, um Deutschland sicher mit Erdgas zu versorgen?

Derzeit wird verstärkt Flüssigerdgas (LNG) mit Großtankern aus den USA nach Europa geliefert. Die USA haben eine Erhöhung der langfristigen Lieferungen zugesagt. Die derzeit größten LNG-Anbieter sind Katar, Australien und auch die USA. Insbesondere dort sind viele Produzenten in der Lage, ihre Angebotsmenge kurzfristig auszuweiten, um auf eine erhöhte Nachfrage zu reagieren. Hinzu kommt die sehr gute Gasspeicher-Infrastruktur insbesondere in Deutschland sowie das europäische Gas-Verbundnetz, dass den innereuropäischen Gas-Austausch ermöglicht und das in den vergangenen Jahren immer stärker ausgebaut worden ist.

Mittelfristig werden der massive Ausbau Erneuerbarer Energien, eine diversere Lieferstruktur für alle Energieimporte und der Hochlauf von Wasserstoff entscheidend für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Deutschland sein.

Kann die Versorgung mit Erdgas ohne Lieferungen aus Russland im nächsten Winter gesichert werden?

Die Energiewirtschaft beobachtet die Situation sehr genau und ist in ständigem Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Für die kommende Heizperiode im Winter 2022/2023 werden verschiedene Maßnahmen die Versorgungssicherheit stützen: die über den Sommer gefüllten Gasspeicher, steigende Importe aus westlichen und nördlichen Nachbarländern, ein erstes verfügbares Terminal zur Anlandung von Flüssiggastankern und Energieeinsparungen. Dabei sind insbesondere Energieeinsparungen in den privaten Haushalten von besonderer Wichtigkeit. Jede Kilowattstunde Gas, die einspart wird, hilft.

Tipps zum Energie- und Heizkosten sparen haben wir hier zusammengestellt.

Im Winter sollen Verbraucherinnen und Verbraucher Gas sparen. Ist es sinnvoll, elektrische Heizlüfter zu kaufen?

Elektrische Heizgeräte wie beispielsweise Heizlüfter sind nicht geeignet, eine Heizung zu ersetzen. Sie sollten daher nur mit Bedacht genutzt werden. Da diese Geräte einen sehr hohen Strombedarf haben, können sie den Stromverbrauch deutlich erhöhen. Das führt zu zusätzlichen Kosten und gegebenenfalls Nachzahlungen. Gleichzeitig stellt diese Art von elektronischen Heizgeräten eine zusätzliche Belastung für das Stromnetz dar. Sie können das Stromnetz überlasten, da es für die massenhafte Nutzung solcher Geräte nicht ausgelegt ist.

Um gut durch den Winter kommen, ist Energiesparen von entscheidender Bedeutung. Wer die Temperatur in allen Räumen nur um ein Grad senkt, kann rund 6 % Gas sparen. Tipps zum Energie- und Heizkosten sparen haben wir hier zusammengestellt.

Fragen zur Entwicklung der Energiepreise

Warum erhöht sich der Strompreis?

Zurzeit zwingen uns die sehr hohen Börsenpreise für die Energiebeschaffung zur Anpassung der Strompreise. Der Aufwärtstrend bei den Strompreisen setzt sich auch im Jahr 2022 fort. Die EEG-Entlastung zum 1. Juli 2022 kann die Bezugskostensteigerungen nicht vollständig ausgleichen.

Weshalb wird auch Erdgas künftig teurer?

Aktuell sehen wir uns insbesondere aufgrund der sehr hohen Börsenpreise für die Energiebeschaffung veranlasst, die Gaspreise zu erhöhen. Infolge des Ukraine-Krieges sind die Gaspreise an den Handelsmärkten nochmal deutlich angestiegen. Auch die im Vergleich zu den Vorjahren niedrigen Füllstände der Gasspeicher aufgrund des langen und kalten Winters begründen den Preisanstieg.

Neben den Großhandelspreisen wirkt der staatliche festgelegte CO2-Preis preissteigernd. Mit dem CO2-Preis verpflichtet der Gesetzgeber ENTEGA, für ihr verkauftes Erdgas CO2-Zertifikate zu erwerben. Die Preise für die CO2-Zertifikate sind gesetzlich festgelegt und erhöhen sich jährlich.

Ab dem 1. Oktober 2022 verteuern zwei neue staatliche Umlagen die Gaspreise zusätzlich. Mit einer Umlage werden die Kosten der Gasimporteure für Ersatzbeschaffungen aufgrund der verminderten Gaslieferungen Russlands finanziert. Mit der anderen Umlage, der sogenannten Gasspeicherumlage, werden die mit der Befüllung der Gasspeicher verbundenen Kosten finanziert. Die neuen Umlagen gelten für alle Gaskundinnen und Gaskunden in Deutschland. Die genaue Höhe der Umlagen steht derzeit noch nicht fest. ENTEGA hat auf die Höhe der neuen Umlagen keinen Einfluss.

Es werden neue Gasumlagen eingeführt. Was bedeutet das?

Russland liefert seit einigen Wochen deutlich weniger Gas nach Deutschland. Die fehlenden Gasmengen müssen durch Ersatzbeschaffungen von den Gasimporteuren ausgeglichen werden. Die damit verbundenen Kosten sollen im Rahmen einer neuen Umlage bundesweit auf alle Gaskundinnen und Gaskunden umgelegt werden. Die Umlage soll voraussichtlich ab dem 1. Oktober 2022 erhoben werden. Hierfür hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz einen Verordnungsentwurf vorgelegt. Der Entwurf ist noch nicht in Kraft getreten. Die genaue Höhe der neuen Umlage ist noch nicht bekannt.

Darüber hinaus wird ab dem 1. Oktober 2022 eine weitere Gasumlage, die sogenannte Gasspeicherumlage erhoben. Sie finanziert die Befüllung der Gasspeicher, um die gesetzlich vorgeschriebenen Gasspeicherfüllstände zu erreichen. Ausreichend gefüllte Gasspeicher sind sehr wichtig, um Versorgungsengpässe im Winter zu vermeiden. Die damit verbundenen Kosten zur Befüllung der Gasspeicher werden ebenfalls auf alle Gaskundinnen und Gaskunden in Deutschland umgelegt. Die genaue Höhe der Gasspeicherumlage steht noch nicht fest.

Die neuen Umlagen verteuern die Gaspreise zusätzlich. ENTEGA hat auf die Höhe der staatlichen Umlagen keinen Einfluss.

Fragen zur EEG-Entlastung

Was ist das EEG-Entlastungsgesetz?

Die Bundesregierung hat als Reaktion auf die stark gestiegenen Preise an den Strombörsen und das damit verbundene erhöhte Preisniveau bei Stromkunden beschlossen, die EEG-Umlage im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2022 auf 0 Cent/kWh zu senken.

Gibt ENTEGA die Senkung der EEG-Umlage und die damit verbundene Preissenkung an die Kundinnen und Kunden weiter? Wenn ja, wie?

ENTEGA gibt die Senkung der EEG-Umlage zum 1. Juli vollumfänglich und im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben an die Kundinnen und Kunden weiter.

Sofern die Preise bis einschließlich 30. Juni vereinbart wurden, reduzieren wir Ihren am 1. Juli gültigen Arbeitspreis um die EEG-Umlage in Höhe von 3,72 Cent/kWh (netto). Ihr Grundpreis bleibt davon unberührt. Der gesenkte Arbeitspreis wird in Ihrer Jahresverbrauchsabrechnung berücksichtigt.

In den Preisen, die ab dem 1. Juli vereinbart wurden, ist die EEG-Umlage nicht mehr enthalten. Eine weitere Senkung Ihrer Preise aufgrund der EEG-Entlastung erfolgt daher nicht.

Was müssen ENTEGA Kunden jetzt tun?

ENTEGA kümmert sich um alles. Die Preissenkung zum 1. Juli 2022 nimmt ENTEGA automatisch vor. Gerne können Sie uns Ihre Zählerstände zum 30. Juni 2022 online im Kundenportal „MeineENTEGA“ oder über entega.de/kontakt-service/zaehlerstand-erfassen/ mitteilen. Sie erreichen uns zur Zählerstandseingabe auch telefonisch unter 06151 4938 688. Bitte halten Sie dazu Ihre Vertragskontonummer bereit.

Kommt die EEG-Umlage zum 1. Januar 2023 wieder?

Nein, die EEG-Umlage wird nach heutigem Gesetzgebungsstand ab dem 1. Januar 2023 nicht mehr erhoben. Die EEG-Umlage und damit der Ausbau der erneuerbaren Energien wird künftig vollständig über den Bundeshaushalt finanziert.

Werden durch die EEG-Entlastung unsere Erneuerbare Energien-Ziele erreicht?

Auch wenn die öffentliche Berichterstattung den Eindruck erweckt, fällt die EEG-Umlage nicht endgültig weg. Künftig soll nach dem Willen der Bundesregierung die EEG-Umlage über den Bundeshaushalt finanziert werden. In Bezug auf die finanzielle Förderung sollten die Ausbauziele der Energiewende aber nicht gefährdet sein. Das EEG-Fördersystem mit Zahlung der EEG-Vergütung für geförderte Erzeugungsanlagen bleibt erhalten. Alle Bestandsanlagen, die Anspruch auf die Förderung haben, und Neuanlagen, die in die EEG-Förderung genommen werden, erhalten auch weiterhin eine Vergütung.

Unabhängig davon investiert ENTEGA weiterhin in den Ausbau Erneuerbarer Energien und trägt so aktiv zur Energiewende bei. Dies bestätigt beispielsweise unsere Zertifizierung „Wegbereiter der Energiewende“ vom TÜV SÜD.