Elektromobilität

Elektroauto: Umweltfreundlich oder nicht? Der Check.

15 Antworten, die zeigen, wie umweltfreundlich Elektroautos wirklich sind, und ja, sie sind noch nicht perfekt.

Elektroauto Umweltfreundlich

Sind Elektroautos umweltfreundlich?

  • Schon heute sind sie in der Gesamtbilanz oft umweltfreundlicher als Verbrenner.
  • E-Autos verursachen beim Fahren keine Emissionen oder Schadstoffe.
  • Herstellung und Produktion sind noch nicht optimal, vor allem, was den Einsatz von Energie und Rohstoffen für die Akkus angeht.
  • Beim derzeitigen Strommix sind E-Autos nach 127.500 Kilometern oder 8 ½ Jahren umweltfreundlicher als ein Benziner.

Elektroauto: Gut für die Umwelt?

Sind Elektroautos umweltfreundlich? Bringt Elektromobilität Umwelt und Klima wirklich was? Verschmutzt die Herstellung der Batterie die Umwelt, wie man manchmal liest oder hört? Wir wollen uns nicht aufs Hörensagen verlassen, vergleichen E-Autos mit Verbrennern wie Diesel und Benziner und ziehen Ökobilanz. 

Dabei vertrauen wir nicht auf Herstellerangaben, sondern machen uns auf die Suche nach realistischen Verbrauchswerten. Zum einen, was die Emissionen am Auspuff betrifft, zum anderen über den gesamten Lebenszyklus eines Autos hinweg, von Herstellung bis Entsorgung. 

Ob Feinstaub, CO2-Bilanz, Schadstoffe, Batterie-Produktion oder Verbrauch von Rohstoffen – hier nehmen wir die wichtigsten Bauteile von Fahrzeugen mit E-Antrieb unter die Lupe und sagen, wie umweltfreundlich Stromer wirklich sind.

Der Auspuff: Keine Abgase, keine CO2-Emissionen.

Fangen wir mit dem einfachsten an: mit dem Auspuff. Einfach, weil daran kaum etwas zu kritteln ist: In puncto Abgase sind Elektroautos gut für die Umwelt, keine Frage. Denn beim Fahren verursacht ein Stromer kein CO2. Damit leisten E-Autos mit Strom aus alternativen Energiequellen im Vergleich zu Verbrennern einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. 

Schließlich will Deutschland bis 2020 klimaschädliche Emissionen einsparen. Gerade im Verkehr auf deutschen Straßen sieht es derzeit nicht so aus, als könnte die Bundesregierung dieses Ziel in naher Zukunft erreichen. Mit rund 159 Millionen Tonnen CO2 laut Klimaschutzbericht 2018 ist der Straßenverkehr Hauptverursacher von Kohlendioxid in Deutschland. Elektroautos fahren emissionsfrei und sind da die deutlich bessere Alternative gegenüber Verbrennern.

Die Steckdose: Eine Frage des Strommixes.

Auch bei einer E-Tankstelle haben die verwendeten Kraftstoffe einen wesentlichen Anteil an der Klimabilanz. Schauen wir in die Steckdose unseres Ladekabels, kommt da der gleiche Strommix raus wie bei unserem Nachbarn, der Diesel fährt: kein rein grüner Strom, sondern ein Mix aus Kohle, Atomkraft und erneuerbaren Energien. 

Faktisch verursacht damit ein Stromer CO2, weil er nicht 100 Prozent nachhaltigen Strom aus regenerativen Quellen, sondern einen Anteil Kohle- und Atomstrom verbraucht. Hier hilft nur groß denken: Jeder Haushalt, der zu Ökostrom wechselt, bringt die Energiewende voran und trägt dazu bei, dass der prozentuale Anteil an sauberem Strom am Markt steigt.

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CO2-Emissionen – eine Zwischenbilanz.

Selbst beim derzeitigen Strommix haben Elektroautos beim Umweltschutz gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren die Nase vorn, wie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in seiner Umweltbilanz vom Oktober 2019 festgestellt hat. Danach verursacht ein Stromer 16 Prozent weniger CO2 als ein sparsamer Diesel und sogar 27 Prozent weniger als ein Benziner. 

Was Kraftstoffe angeht, gibt es einen zweiten Grund, weshalb Elektroautos gut für die Umwelt sind: Sie bringen die Energiewende eher voran, sollte der Inhalt ihres Tanks (sprich: der Strommix) weiter nachhaltiger werden. Das BMU geht davon aus, dass E-Autos, die 2025 zugelassen werden, über ihren gesamten Lebenszyklus bereits 32 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen als ein Diesel und sogar 40 Prozent weniger als ein Benziner.

Elektroauto gut für die Umwelt

Von Herstellung bis Entsorgung, von Kraftstoffproduktion bis Stromgewinnung: Betrachtet man den gesamten Lebenszyklus eines aktuellen Kompaktwagens (Studie des BMU, Oktober 2019), so sind Elektroautos schon heute umweltfreundlicher unterwegs als Verbrenner. Der Vorteil wird bis 2025 voraussichtlich noch größer, weil die Energiewende vorankommt, sich die Technik bei E-Autos weiter verbessert und die Bilanz fossiler Kraftstoffe eher schlechter wird, zum Beispiel wegen Frackings.

Der Auspuff, Teil 2: Stickoxide.

Treibhausgase, Schadstoffe und Feinstaub belasten die Bewohner kleiner wie großer Städte. Damit stellt sich die Frage, ob Elektroautos umweltfreundlich sind, wenn es um Schadstoffe wie Stickoxide geht. Hier zeigt der Blick in den Auspuff, dass sie in Sachen Umweltbelastung gegenüber Verbrennern die bessere Wahl sind. 

Im Laufe seines Lebens verursacht ein Elektroauto rund 200 Milligramm Stickoxid pro Kilometer. Ein Diesel, der die schlechtesten Stickoxid-Werte (NOx) von allen Pkw-Varianten hat, bringt es auf über 300 Milligramm pro Kilometer. Dabei werden die schädlichen Emissionen bei Stromern nicht während der Fahrt freigesetzt, sondern sie entstehen vor allem bei der Produktion des Stroms, den sie verbrauchen. 

Was die tägliche Autofahrt angeht, können Stromer die Schadstoffbelastung in der Luft also erheblich senken. Das wirkt sich unmittelbar auf Anwohner, Fußgänger, Radfahrer und andere Autofahrer aus, die durch Diesel und Benziner einer erhöhten Schadstoff- und Gesundheitsbelastung ausgesetzt sind.


Der Auspuff, Teil 3: Feinstaub.

Elektroauto und Umweltschutz, das ist vor allem eine Frage der Fahrzeugherstellung. Besonders deutlich wird das bei der Frage nach der Umweltbelastung durch Feinstäube. Schließlich verursacht vor allem die Stahlherstellung Feinstaub. Das gilt freilich für alle Fahrzeuge, Verbrenner wie E-Autos. 

Hier kommen zum ersten Mal die Akkus des Stromers ins Spiel. Sie verlangen einen höheren Stahlanteil im Auto. Damit könnten die Feinstaubwerte während der Produktion eines Elektroautos höher liegen als bei vergleichbaren Verbrennern. Laut BMU erreichen Stromer hier mit 80 Milligramm pro Kilometer den höchsten Wert, bezogen auf ihre Lebenszeit von der Herstellung bis zur Entsorgung. 

Immerhin: Die Produktion findet meist außerhalb bewohnter Gebiete statt, sodass die Feinstaubwerte zwar die Umwelt, nicht aber die Gesundheit der Bewohner in den Städten belasten.

Motor und Reifen: Die Lautstärke.

Verkehrslärm kann eine ziemliche Belastung sein, wie Anwohner viel befahrener Straßen wissen. Aber sind Elektroautos umweltfreundlicher, weil sie leiser sind? Das hängt davon ab, wo sie fahren. Elektroautos sind wegen ihres elektrischen Antriebs leiser, was Motorengeräusche angeht. Das macht sich in verkehrsberuhigten Zonen durchaus bemerkbar. 

Ab rund 25 Kilometer pro Stunde kommen jedoch die Geräusche der rollenden Reifen ins Spiel. Auch aerodynamische Einflüsse verursachen bei höheren Geschwindigkeiten Lärm. Damit ist der Vorteil des technischen „Leisetreters“ ab 25 Kilometer pro Stunde dahin. Allerdings: Was Busse, Müllwagen, Mopeds und Motorräder angeht, bleiben Stromer im Vorteil. Die nämlich sind mit Verbrennungsmotor so laut, dass die Lärmbelastung durch Stromer selbst bei höheren Geschwindigkeiten weniger ins Gewicht fällt.

Elektroauto Klima

Elektroautos und Umweltschutz: Laut ist Pflicht.

Insbesondere, was das Anfahren, Beschleunigen und Fahren mit verminderter Geschwindigkeit angeht, könnten Stromer nahezu lautlos sein. Weil das aber eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer sein kann, müssen Elektroautos seit 2019 Töne von sich geben, die das Verhalten eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor imitieren (sog. AVAS-Pflicht, Acoustic-Vehicle-Alerting-System). Einen Bonus gibt es: Fahrzeughersteller können diese Töne immerhin angenehmer darstellen als echte Motorengeräusche.

Die Batterie: Emissionen bei Herstellung.

Was die Nachhaltigkeit von Elektroautos angeht, ist die Herstellung der Batterie noch ausbaufähig. Zum einen verursacht die notwendige Stahlproduktion Feinstäube. Zum anderen schlägt die Akku-Produktion auf die CO2-Bilanz der Stromer durch. Oft nämlich wird die Energie, die zur Produktion gebraucht wird, in den Herstellungsländern zu einem großen Teil aus Kohle oder Erdöl erzeugt, was Emissionen verursacht. Hier gibt es zweifellos Optimierungsbedarf, was die Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen betrifft.

Die Batterie, Teil 2: Ressourcen.

Nicht nur hinsichtlich der Emissionen bei der Produktion von Batterien, auch bei der Nutzung von weiteren Ressourcen muss etwas passieren, wollen Elektroautos umweltfreundlicher sein. Noch benötigen die Akkus der Stromer knappe Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt und Graphit. Allein die Gewinnung von Lithium verbraucht große Mengen Wasser, was den Rohstoffeinsatz verschärft. 

Wissenschaftler arbeiten bereits an neuen Lösungen für die Akkus von Elektroautos. Gut für die Ökobilanz: Akkus sollen kleiner und leistungsstärker gebaut werden. Auch das Recycling von Rohstoffen steht im Fokus, genauso die Entwicklung von Alternativen zur Lithium-Ionen-Technik sowie der reduzierte Einsatz von Kobalt. Schon heute werden ausgemusterte Batterien von Elektroautos als Stromspeicher für Solarenergie genutzt, was ihren Lebenszyklus um über 20 Jahre verlängert.

Elektroauto Reichweite

Der Gesamteinsatz von Energie und Rohstoffen.

In seiner Studie zur Umweltfreundlichkeit von E-Autos hat das Bundesumweltamt eine Gesamtbilanz zum Einsatz von Ressourcen bei Herstellung und Nutzung von Elektroautos gezogen. Die Ergebnisse: In Sachen Energieverbrauch fahren Stromer besser als Verbrenner. Wegen des höchst effizienten Elektromotors setzen sie die Energie viel sparsamer ein, was den höheren Energieeinsatz der Produktion mehr als wettmacht. Ein Vorteil, der mit dem Ausbau erneuerbarer Energiequellen weiter wachsen wird. 

Anders beim Rohstoffeinsatz. Hier sind Verbrenner im Plus, weil beim Bau von Stromern derzeit einfach noch zu viele Rohstoffe eingesetzt werden müssen. Besonders im Bereich von Speicherlösungen ist noch einiges an Optimierungspotenzial vorhanden, was Technologie, Materialeinsatz und Herstellungsprozess angeht.

Die Reichweite und Leistung.

400 oder 600 Kilometer Reichweite sind für einen Tesla kein Problem. Schneller und weiter, dieser Ansatz macht Elektroautos bisher aber nicht unbedingt umweltfreundlicher. Eher im Gegenteil. Eine mögliche Lösung in Sachen Umweltschutz: Die Reichweite des Elektroautos lässt sich ebenso durch Reduzierung des Fahrzeuggewichts steigern. 

Das hätte zwei weitere Vorteile: Elektroautos würden noch mehr beim Umweltschutz punkten. Und sie würden wahrscheinlich noch günstiger werden. Was die Reichweite längerer Strecken angeht, wäre dann an einen weiteren Ausbau der Ladestationen für Elektroautos, insbesondere der Ladestationen für Unternehmen zu denken. Was die Reichweite längerer Strecken angeht, wäre dann an einen weiteren Ausbau der Ladestationen für Elektroautos und der  Stromtankstellen für Unternehmen zu denken.

Der Fahrer: In der Regel ausbaufähig.

Sich nicht ständig auf der Autobahn Wettrennen mit Verbrennern liefern, kurze Wege mit dem Rad oder zu Fuß erledigen, gemeinsam statt einsam fahren – es gibt viele Möglichkeiten, ein kleines bisschen klima- und umweltfreundlicher unterwegs zu sein. Hier helfen weder Studien noch Experten, jeder Einzelne zählt.

Sind Elektroautos umweltfreundlich? Ein Fazit.

Elektroauto Umweltschutz

Sind Elektroautos gut für die Umwelt? Jein, mit einer klaren Tendenz zu einem deutlichen Ja! Emissionsfrei und schadstofffrei auf der Straße, mit Optimierungspotenzial bei Herstellung und Produktion, sind E-Autos schon heute leicht im Vorteil gegenüber Verbrennern, wenn es um die Ökobilanz geht. 

Experten des ADAC sahen in einer Analyse von Oktober 2019 Stromer nach rund 127.500 Kilometern oder 8,5 Betriebsjahren (Benzin) bzw. ca. 219.000 Kilometernkm oder 14,6 Betriebsjahren (Diesel) in der Umweltbilanz klar vor Verbrennern. Mit besten Zukunftsperspektiven: Mit immer besseren Akkus und Produktionsprozessen und nicht zuletzt mit mehr Ökostrom im Tank können Elektroautos der Schlüssel zu einer nachhaltigeren Zukunft sein.

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