Elektromobilität

Elektroautos: Alles zur Reichweite 2017

Wie weit kommen heutige Elektroautos ohne Aufladen? Wie viel Reichweite braucht man überhaupt und was bringt die Zukunft? Hier erfahren Sie es.

Jeder zweite Deutsche kauft sich kein Elektroauto aus Sorge, irgendwann mit leerem Akku liegen zu bleiben. Doch was ist dran an der Reichweitenangst? Sind Elektroautos wirklich für unsere Mobilitätsansprüche ungeeignet? Wie viel Reichweite bieten Elektroautos 2017 überhaupt? Hier sind die wichtigsten Fakten.

Elektroauto Reichweite

Reichweite nach Herstellerangaben.

Um bei Elektroautos die Reichweite vergleichen zu können, greifen wir hier wie üblich auf die Herstellerangaben zurück. Die Akkuleistung hängt im Alltag von vielen Faktoren ab. Die Angaben unter Laborbedingungen sind darum noch am ehesten für eine faire Orientierung geeignet.

Durchschnittliche Reichweite.

Zunächst mal: Wie weit kommen Elektroautos überhaupt, ohne aufzutanken? Gehen wir von den gängigen Modellen aus, so ist die Entwicklung rasant vorangeschritten: 2011 schaffte ein durchschnittlicher Stromer noch 150 km. 2014 knackte er bereits die 200-km-Grenze. 2016 lag die durchschnittliche Reichweite schon bei 270 km – bei verkauften Modellen, keinen Testfahrzeugen.

Die nächsten Jahre.

2020 sollen Elektroautos einer Analyse der Managementberatung Horváth & Partners zufolge schon 450 km mit einer Batterieladung zurücklegen können. Und zwar nicht die Topmodelle, sondern der durchschnittliche Alltagsflitzer.

Die aktuellen Top-Modelle.

Nicht jeder fährt oder möchte ein Top-Modell. Die aktuellen Modelle mit den größten Reichweiten zeigen aber, was schon heute möglich ist.

Elektroautos und ihre Reichweite – eine Übersicht der Modelle 2017.

Elektroauto Übersicht Modelle

Elektroauto Reichweite Kia

Kia Soul EV: 250 km.

Die klimaschonende Variante des Kia Soul schafft 250 km, ohne an die Steckdose zu müssen. Damit kommt man von Berlin nach Hannover oder kann einmal die komplette Ruhr entlangfahren. Der Akku ist nach einer guten halben Stunde zu 80 % geladen. Eine ressourcensparende Wärmepumpe nutzt die Abwärme des Kühlwassers zum Heizen.

Elektroauto Eeichweite Nissan

Nissan Leaf: 250 km.

Das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Es fährt mit einer einzigen Batterieladung 250 km weit. Damit könnten Sie einmal Berlin auf der Stadtgrenze umrunden oder über Land nach Wittenberge hin- und zurückreisen. 2018 soll ein Upgrade die Reichweite gar auf 500 km erhöhen. Dazu wird der Akku mit Akku mit einer Batteriegröße von 50 kWh statt 30 kWh ausgestattet.

Elektroauto Reichweite Hyundai

Hyundai IONIQ Elektro: 280 km.

Von 0 auf 100 in 10,8 Sekunden, von Aufladen bis Leerfahren in rund 280 km. Legt man Studien zugrunde, nach denen die meistbesuchten Einkaufsmöglichkeiten bei uns zwischen 5 und 10 km entfernt sind, können Sie mit diesem Modell rund 20 Mal zum Einkaufen fahren, ohne wieder aufzuladen.

Elektroauto Reichweite VW

e-Golf: 300 km.

Den Klassiker der Generation Golf gibt es ebenso in der elektrischen Variante. Als e-Golf erreicht er bis zu 300 km mit einer Akkuladung. In puncto technischer Ausstattung wurden viele Details des Verbrenners übernommen, z. B. verschiedene Fahrassistenten.

 

Elektroauto Reichweite BMW

BMW i3: 300 km.

Mit seinem futuristisch anmutenden Design ist der BMW i3 wie gemacht für eine Ausfahrt auf einem Boulevard wie den Champs Élysées. Bei ca. 2 km Länge könnten Sie die ohne Ladestopp rund 150 Mal rauf und runterfahren.

 

Elektroauto Reichweite Tesla

Tesla Model 3: 345 km.

Die Tesla-Variante ist für die breite Masse gebaut. Entsprechend wartet mit rund einer halben Mio. Vorbestellungen fast schon die ganze Autowelt auf die Auslieferung. Die ist für das Frühjahr 2018 angekündigt. Dann wird es eine Sport-Version mit leistungsfähigeren Batterien geben, neue Features lassen sich nachträglich über ein Update installieren.

Elektroauto Reichweite Renault

Renault Zoe: 400 km.

Bis zu 400 km erreicht der Zoe laut Herstellerangaben. Das integrierte Ladegerät lädt Akkus zwischen 3,7 und 43 kW AC, das serienmäßige „Elektro-Navi“ zeigt die nächsten Ladestationen an und sagt Ihnen, wie weit Sie auf der gewünschten Route mit der aktuellen Akkukapazität kommen.

Elektroauto Reichweite Opel

Opel Ampera-e: 520 km.

Mit 520 km Reichweite gehört der Ampera-e zu den Top drei unter den reichweitenstarken Elektroautos. Zwei Tester von Vox Auto Mobil schafften es mit einer Akkuladung sogar fast von Görlitz nach Aachen: Bei 40 bis 50 km/h hielt der Akku bis Kilometer 745,9 durch. Dies zeigt einmal mehr: Vor allem eine sparsame Fahrweise steigert die Reichweite enorm.

Elektroauto Reichweite Tesla

Tesla Model X: 542 km.

Der erste SUV von Tesla bringt bis zu sieben Personen bis zu 542 km weit, ohne dass einer zum Aufladen aussteigen muss. Mit seinen Flügeltüren und der schnellen Beschleunigung auf bis zu 250 km/h steht er manchem Sportwagen mit Verbrennungsmotor in nichts nach.

 

Elektroauto Reichweite Tesla

Tesla Model S: 600 km.

Platz 1 für das Elektroauto mit der größten Reichweite 2017 geht an die Tesla-Modelle der Serie S. Mit ihnen kommt man bereits entspannt von Berlin nach München. Wenn es unterwegs bergab geht, können sie sich durch Bremsenergierückgewinnung mit bis zu 60 kW selbst aufladen.

Was leisten kleine Flitzer?

Selbst das derzeit kleinste Elektroauto, der Renault Twizy, schafft mit einer Akkuladung über 100 km. Das reicht locker für sechs, sieben Mal einkaufen. Oder dafür, eine Fünftagewoche lang zur Arbeit zu fahren, wenn man davon ausgeht, dass jeder zweite Pendler weniger als 10 km dabei zurücklegen muss.

Wie viel Reichweite braucht man?

Top-Modelle fahren bis zu 600 km, das meistverkaufte Elektroauto der Welt 250 km, der kleinste Flitzer 100 km. Die Frage ist also: Wie viel Reichweite braucht man überhaupt? Die Antwort: Durchschnittlich 16 bis 40 km. So weit fahren wir durchschnittlich pro Tag mit dem Pkw. Selbst Pendler kommen in der Regel mit 100 km Reichweite aus. Damit erfüllen selbst die kleinsten Flitzer heute schon die alltäglichen Anforderungen.

Tägliche Fahrstrecke in Deutschland.

Das Statistische Bundesamt hat 2010 die Strecke vermessen, die ein Pkw bei einer Fahrt in Deutschland im Schnitt zurücklegt. Die Studie finden Sie hier. Es sind ziemlich genau 16 km. Damit sind mehrere Einkäufe, Shoppingtouren und Kindertransporte möglich, ohne dass Sie an die Steckdose müssen, selbst wenn man davon ausgeht, dass sich dieser Wert inzwischen erhöht hat.

Höchstens 40 km täglich.

An vier von fünf Tagen legen wir mit unserem Auto laut einer Studie des Wuppertal Instituts von 2007 höchstens 40 km zurück. Das können Sie hier nachlesen. Langstrecken sind für die meisten von uns also eher die Ausnahme, sodass Sie vermutlich zu denjenigen gehören, die mit einem Stromer die allermeisten ihrer Fahrten entspannt bewältigen können.

Pendler meist unter 100 km.

Mit 18,4 Mio. Pendlern hat Deutschland 2016 einen neuen Rekord aufgestellt. Auch die durchschnittliche Fahrentfernung stieg auf 16,91 km. Doch die Zahlen zeigen auch: Mit den gängigen Modellen könnten Sie sogar sieben Tage durcharbeiten, ohne neue Energie zu tanken (für Ihren Stromer). Die meisten Pendler pendeln höchstens 100 km täglich.

Die nächste Steckdose.

„Ich fahr mal eben tanken“ ist eine alte Gewohnheit, die uns beim Umstieg auf zukunftsweisende Elektromobilität im Weg steht. Die Sorge, dass man mit dem Elektroauto liegen bleibt, weil man es nicht rechtzeitig zur Tankstelle schafft, ist grundsätzlich unbegründet: Wir laden unser Elektroauto nämlich immer wieder auf, zu Hause oder am Zielort wie der Arbeitsstelle. Entsprechend ist die Reichweite gängiger Modelle im Alltag völlig ausreichend.

Für zu Hause: Die Wandladestation.

Mit einer Wandladestation für zu Hause laden Sie Ihr Elektroauto im Grunde wie Ihr Smartphone auf. Ein weiterer Vorteil: Sie verkürzen die Aufladezeit gegenüber der Zeit an einer herkömmlichen Steckdose um rund 10 Stunden. Während sich bei normalen Steckdosen das Aufladen über Nacht empfiehlt, können Autos über die Ladestation (oder Wallbox) in etwa zwei Stunden geladen werden, die entsprechende Elektrik vorausgesetzt. Bei ENTEGA gibt es eine solche Station sogar mit 200 € Förderung. Hier erfahren Sie mehr.

Für unterwegs: Das Ladenetz.

Eine Akkuladung der derzeit gängigen Modellen reicht für viele Langstrecken noch nicht aus. Wer mit dem Elektroauto von der Nordsee in die Alpen möchte, kann sich aber auf das deutschlandweite Ladenetz verlassen. Über 8.000 Stationen mit rund 25.000 Ladepunkten gibt es bereits. Communities wie Chargemap helfen, die nächste Ladestation zu finden oder Langstrecken zu planen. Manche Navis wie das des Renault Zoe haben bereits serienmäßig Ladestationen-Finder integriert.

Öffentlich aufladen: Unkompliziert.

Zumindest in den Städten ist das Aufladen an den öffentlichen Ladesäulen einfach und schnell. In der Regel findet sich eine freie Säule in der Nähe. Falschparker mit Verbrennungsmotor werden an E-Säulen zügig abgeschleppt. Voll aufgeladen ist das Auto während zwei Stunden Shopping. Und eine Vollladung braucht man meistens nicht, um das nächste Ziel zu erreichen. Die rund 5 €, die das Aufladen für 100 km kostet, können einfach per Handy bezahlt werden.

Günstig Flatrate tanken.

Wer sein Elektroauto oft unterwegs auflädt, fährt mit einer Flatrate-Ladekarte günstiger. Bei ENTEGA zum Beispiel kostet sie 45 €, für ENTEGA-Kunden sogar nur 40 €. Das Aufladen an 7.500 Ladepunkten in ganz Europa ist damit kostenlos. Die Ladekarte gibt es hier.

Kann man die Reichweite verlängern?

Verlängern lässt sich die Reichweite auf verschiedene Weise. Die einfachste: sparsam fahren. So lässt sich die maximale Reichweite bei konsequenten 40 bis 50 km/h durchaus um 40 % ausbauen.

Alternativen für mehr Reichweite.

Wer dauerhaft Reichweiten braucht, die Elektroautos derzeit noch nicht leisten können, sollte über eine Zwischenlösung nachdenken. Dazu gehören sogenannte Range Extender, also Reichweitenverlängerer, zum Beispiel in Form benzinbetriebener Stromgeneratoren. Eine weitere Alternative sind Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, die sowohl einen Verbrennungsmotor wie auch einen Akku für das Stromnetz haben.

Elektroautos: Die Reichweite in Zukunft.

Mit Blick auf die rasante Reichweitensteigerung der letzten Jahre bleibt die spannende Frage, wann der erste Durchschnittsstromer bei normaler Fahrweise mit einer Ladung einmal durch die Republik fahren kann. Vielversprechende Ansätze für mehr Reichweite sind vorhanden, von neuen Akkus über induktives Laden bis zum besseren Ladenetz.

Schneller laden, weiter fahren.

Ein naheliegender Weg für mehr Reichweite: die Akkus besser machen. So hat Samsung bereits einen Akku angekündigt, der nicht nur für mehr Reichweite sorgen soll, sondern auch schneller lädt: Mit ihm sollen Elektroautos standardmäßig nach nur 20 Minuten zu 80 % aufgeladen sein. Mit einer Akkuladung würden sie bis zu 600 km erreichen. 2021 soll der Akku in die Serienproduktion gehen.

Neues Akku-Konzept.

Ein Grund, warum Elektroautos heute noch nicht weiter fahren können: die Akkus brauchen viel Platz. Hier setzen Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft an. Beim Packaging-Konzept namens EMBATT werden die Batteriezellen nicht wie bisher nebeneinander, sondern platzsparend großflächig übereinander gestapelt. Mittelfristig versprechen sich die Forscher davon Reichweiten-Leistungen bis 1.000 km.

Laden während der Fahrt.

Warum immer an die Steckdose müssen? Bereits getestet wird das kabellose Laden auf sogenannten Induktionsstraßen. Dabei wird das Elektroauto während der Fahrt bei bis zu 100 km/h über Stichleitungen aufgeladen, die in die Straße eingelassen sind. Oder immer dann, wenn es an einer Ampel oder Bahnschranke warten muss, auf dem Supermarktparkplatz oder am Taxistand steht. Experten gehen davon aus, dass diese Technologie frühestens 2020 Standard sein könnte. Das israelische Start-up ElectRoad testet derzeit eine Strecke für den Bau eines 18 km langen E-Ways zwischen der Stadt Eilat und dem 2018 eröffnenden Ramon International Airport, siehe hier.

Mehr Ladestationen.

Schon jetzt ist die nächste Schnellladestation deutschlandweit nur rund 50 km entfernt. Damit längere Fahrten mit dem Elektroauto weniger geplant oder an der nächsten Ladestation ausgerichtet werden müssen, soll das Netz zügig weiter ausgebaut werden. So hat die Bundesregierung 2016 bereits 300 Mio. € Fördermittel für 15.000 neue Ladesäulen freigegeben. Hersteller Tesla konnte sein eigenes Netz an Schnellladestationen weltweit noch im letzten Quartal 2017 von über 5.000 auf 7.500 erhöhen.

Schnellere Ladestationen.

Als Nadelöhr insbesondere auf Langstreckenfahrten gilt die Ladedauer. Mindestens 43 kW Ladeleistung sollten es sein, damit die Reise nicht durch Ladevorgänge verzögert wird. Schnellladestationen können Elektroautos schon heute in 20 Minuten zu 80 % wiederaufladen, soweit es der Akku zulässt. Doppelt so lange dauert es jedoch, sobald zwei Autos an der Säule laden. Hier könnten künftig mehr Kombi-Charge-Ladesäulen helfen, an denen zwei Autos mit derselben Leistung aufladen können. Einige davon gibt es bereits.

Erfahren Sie mehr zu unseren Ladekarten, Wandladestationen und deren Förderungen.

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