Elektromobilität

Elektroauto-Verbrauch im Check.

Wie sparsam sind Elektroautos im Verbrauch? Was bedeutet das für die Gesamtkosten? Wie kann ich die Reichweite steigern? Wir haben die Messlatte angelegt.

Elektroauto Verbrauch

Wie viel Strom verbraucht ein Elektroauto?

  • Der durchschnittliche Verbrauch auf 100 Kilometer liegt bei 15 bis 20 Kilowattstunden.
  • Eine Fahrt von 100 Kilometern kostet damit im Schnitt zwischen 4,65 Euro und 6,20 Euro.
  • Die Stromkosten eines Renault Zoe (41 kWh) sind nach 20.000 Kilometern mit 824 Euro günstiger als beim Diesel (1.960 Euro) und Benziner (2.240 Euro).
  • Die tatsächlichen Verbrauchskosten liegen oft zwischen 10 und 30 Prozent über den Herstellerangaben.

Elektroautos bieten Vorteile – auch beim Verbrauch.

Wer wissen will, wie hoch beim Elektroauto der Verbrauch auf 100 Kilometer ist, sollte zunächst zur Lupe greifen. Damit wird man in den Herstellerangaben fündig. Ganz so wie beim herkömmlichen Auto mit Verbrennungsmotor. Die Durchschnittswerte liegen hier laut Angaben zwischen 15 und 20 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometern. 

Legt man zum Vergleich den durchschnittlichen Preis für Haushaltsstrom von 31 Cent pro Kilowattstunde (2019) zugrunde, würden die Stromkosten für eine 100-Kilometer-Fahrt mit der Elektro-Variante zwischen 4,65 Euro und 6,20 Euro betragen. Allerdings gilt wie beim Verbrenner: Die Angaben der Hersteller sind unter Laborbedingungen entstanden und allenfalls ein grober Richtwert für den tatsächlichen Verbrauch.

Stromverbrauch selbst ermitteln.

Genaue Verbrauchsangaben erhält man, wenn man selbst Maß anlegt. Fahren Sie bereits einen Stromer, müssen Sie zum Check allenfalls eine Brille aufsetzen. Wie beim Verbrenner zeigt nämlich das Cockpit den aktuellen Verbrauch an und gibt eine Prognose bezüglich der noch vorhandenen Reichweite ab. Keine Panik, wenn letztere einmal deutlich schwankt: Der Verbrauch von Klimaanlage oder Scheibenwischer wird hierbei berücksichtigt.

Elektroauto Verbrauch Vergleich

Stromkosten auf Basis des Elektroauto-Verbrauchs.

Greifen wir zum Taschenrechner, können wir den groben Wert für die Stromkosten unseres E-Flitzers gut selbst berechnen. Ausgehend von einem Preis von rund 31 Cent pro Kilowattstunde (Durchschnittspreis in Deutschland 2019) müssen wir diesen nur mit 100 Kilometern und dem Verbrauch in Kilowattstunden multiplizieren. Bei einem e-Golf mit 12,7 Kilowattstunden wären das 0,31 x 12,7 x 100 = 393,7 Cent, also gerundet 3,94 Euro. 

Doch aufgepasst: Die tatsächlichen Stromkosten hängen von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Art der Aufladung, Ladeverlusten, der Rückgewinnung von Strom und nicht zuletzt von der eigenen Fahrweise, der Umgebungstemperatur und Witterung. Immerhin aber ist die Rechnung ein weiterer Anhaltspunkt, der sich verfestigt, wenn Sie Ihren Verbrauch nach mehreren Monaten und regelmäßigem Ladestationen-Besuch überschlagen.

Beispiel 1: Der Verbrauch beim Renault Twizy.

Stellen wir einmal bekannte Modelle auf den Prüfstand. Beim Stromverbrauch von Elektroautos gibt es einige Unterschiede. Dafür wiederum gibt es gute Gründe. Nehmen wir zum Beispiel den Renault Twizy. Der stadttaugliche Zweisitzer bringt aufgrund seines Leichtgewichts mit nur rund 6,3 Kilowattstunden auf 100 Kilometer (laut Herstellerangaben) die Elektromobilität besonders günstig voran. Dafür kommt er selbst nicht allzu weit: Legen wir das Maßband bei seiner Reichweite an, entpuppt er sich hier ebenfalls als Leichtgewicht. Er bringt es mit einer Ladung aus seinem Akku auf gerade mal 100 gefahrene Kilometer. Dann muss der Fahrer wieder aufladen.

Beispiel 2: Der BMW i3 im Test.

Der BMW i3 zählt vermutlich zu den beliebtesten E-Fahrzeugen in Deutschland. Doch wie sparsam und effizient kommt man mit ihm ans Ziel? Im Langzeittest der Fachzeitschrift AUTO BILD überzeugte er die Tester über ganze fünf Jahre und 101.000 Kilometern Fahrleistung. Der Verbrauch stieg im Test von anfänglich 16,5 Kilowattstunden in 2014 auf minimal 17,3 Kilowattstunden in 2019 an. Holte er anfänglich noch 167 Kilometer aus der Batterie, waren es nach 100.000 Kilometern immer noch 107 Kilometer.

Beispiel 3: Was verbraucht ein Tesla Model S?

In Sachen Reichweite macht einem Tesla Model S so schnell kein anderes der E-Fahrzeuge etwas vor. Erst nach bis zu 600 Kilometern müssen Fahrer den Akku ihres Stromers wieder laden. Umso erstaunlicher, bedenkt man, dass der Tesla gut und gerne über 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer benötigt. Damit bewegt er sich in Sachen Stromverbrauch am oberen Ende der meisten Testfelder.

Elektroauto Verbrauch Kosten

Verbrauch auf 100 Kilometer: 8 Elektroautos im Vergleich.

Elektroauto Verbrauch günstig

Elektroautos im ADAC Ecotest 2019.

Je kleiner, desto sparsamer im Verbrauch. Diese grundsätzliche Erkenntnis überrascht nicht wirklich. Erstaunt hat die Tester des Automobilclubs eher, wie deutlich die Unterschiede entsprechend der Größe der Fahrzeuge ausfallen. Doch bevor Sie jetzt beim E-Autokauf den Zollstock an die Karosserie anlegen: Es kommt wie so oft auf die inneren Werte an. Ladeverluste, Antrieb, Beladung und einiges mehr beeinflussen beim Elektroauto den Verbrauch ganz wesentlich.

Elektroauto-Verbrauch im Vergleich mit Verbrennern.

Spannend ist natürlich die Frage, ob es heutige Stromer in Sachen Kraftstoffverbrauch bereits mit Verbrennern aufnehmen können. Die Antwort: können sie durchaus. Lassen wir einmal einen Renault Zoe, einen Diesel und einen Benziner 20.000 Kilometer auf dem Nürburgring drehen. 

Heraus kommt: Der Benziner verbraucht rund 8 Liter auf 100 Kilometer, was bei ca. 142,6 Cent pro Liter Superbenzin (Stand: September 2019) ca. 2.240 Euro kostet. Beim Diesel schlagen ca. 7 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer und 126,4 Cent pro Liter (Stand: Oktober 2019) mit immer noch 1.960 Euro zu Buche.

Der Renault Zoe (41kWh), der seinen Tankstopp jeweils an der Wandladebox macht (0,29 Cent pro Kilowattstunde), kommt laut auto motor sport auf nur noch 824 Euro für die Strecke. Je nach Lademöglichkeiten und Modell sind Elektroautos beim Verbrauch damit konkurrenzfähig, oft sogar günstiger.

Was beeinflusst den Verbrauch?

Mit Herstellerangaben und Tests lassen sich Verbrauch und Kosten von Elektroautos nur grob einschätzen. Auf der Straße kommt es auf viele weitere Dinge an: Welche Energie braucht der Antrieb für den Motor? Wie hoch sind Gewicht von Fahrzeug, Personen und Ladung? Wie sieht es mit der gefahrenen Geschwindigkeit aus? 

Und: Läuft die Heizung höher, weil es kalt ist? Gerade Sitzheizung, Klimaanlage und Radio sorgen für erhöhten Stromverbrauch. Würde man mit Waage und Thermometer nachmessen, so käme man wohl zu dem gleichen Ergebnis wie einige Experten. Sie gehen davon aus, dass die Stromkosten gegenüber den Herstellerangaben um 10 bis 30 Cent höher ausfallen können.

Wie kann ich meinen Verbrauch senken?

Weil beim Elektroauto der Verbrauch auf 100 Kilometer von Faktoren abhängt, die Sie unmittelbar beeinflussen können, lassen sich die Betriebskosten oft mit wenigen Handgriffen senken:

  • mit mäßigem Tempo über die Autobahn
  • keine Wettrennen mit Verbrennern
  • nicht heizen, bis man den Pulli ausziehen muss
  • im Winter in der Garage parken
  • den Ball flach halten und Steigungen meiden

Was bedeuten Ladeverluste für den Verbrauch?

Beim Tanken landen die letzten Tropfen statt im Tank meist auf den Boden. Ähnlich sieht es beim Laden von Elektroautos aus, wie die Tester im ADAC Ecotest herausgefunden haben. Sie haben auf den digitalen Messbecher geschaut und festgestellt: Lädt man zum Beispiel die 100-Kilowattstunden-Batterie eines Tesla Model X100 D auf, braucht man für eine Vollladung rund 108,3 Kilowattstunden. Ähnlich beim 60-Kilowattstunden-Akku eines Opel Ampera-e, bei dem die Ladeverluste 7,4 Kilowattstunden ausmachten. Bis zu 20 Prozent Ladeverluste sind demnach keine Seltenheit, besonders im Winter.

Elektroauto Verbrauch Reichweite

Laden und sparen.

Früher oder später muss jeder sein Elektroauto laden. Wo Sie das tun, hat zwar keine Auswirkungen auf den Energieverbrauch, doch maßgeblich auf die Kosten. Vier Beispiele:

Beispiel 1: Steckdose.

An der eigenen Steckdose zu Hause gibt es den Strom zu Ihrem Stromtarif. In Deutschland sind das Ende 2019 im Schnitt 30 Cent pro Kilowattstunde. Angenommen, Sie fahren ein Elektroauto mit einer Batteriekapazität von 30 Kilowattstunden, kostet Sie eine Vollladung rund neun Euro. Mit einem Nissan Leaf schaffen Sie damit 250 Kilometer, sodass jeder gefahrene Kilometer ungefähr 3,6 Cent kostet.

Eigene Stromtankstelle.

Eine eigene Stromtankstelle ist die komfortable Lösung für zu Hause. Bei ENTEGA gibt es vielfältige Ladestationen für Elektrofahrzeuge, für draußen wie drinnen mit bis zu 22 Kilowatt Leistung, ferner Ladestationen für Unternehmen. Mit einer Wandladestation (Wallbox) sind Sie beim Aufladen äußerst flexibel, laden schneller als an der Steckdose und können mit einem günstigen Ökostromtarif vielleicht sogar noch mehr sparen und etwas für den Klimaschutz tun.

Mit Ökostrom 2,3 Tonnen CO2 im Jahr sparen.

Tarif berechnen

Kosten mit PV-Anlage.

Mit einer eigenen Solaranlage lassen sich die Verbrauchskosten noch einmal deutlich senken. Kostet Sie der Strom dann insgesamt zum Beispiel rund 11 Cent pro Kilowattstunde, müssen Sie bei einer Fahrleistung von 20.000 Kilometern mit nur noch ca. 450 Euro Betriebskosten rechnen.

Kosten an der öffentlichen Ladesäule.

Der Ladesäulencheck von Lichtblick und statista 2019 hat gezeigt, dass der Strompreis an öffentlichen Ladesäulen stark schwanken und bis zu 53 Cent pro Kilowattstunde betragen kann. Die Preise für eine Strecke von 100 Kilometern liegen teils zwischen 3,54 Euro und 16,36 Euro. Auch wird oft unterschiedlich abgerechnet: nach Kilowattstunden, pauschal oder nach Ladezeit. Positiv formuliert: Hier liegt einiges Sparpotenzial, wenn man sich schlau macht, mit welchen Ladesäulen man auf seinen Strecken am günstigsten fährt.

Elektroauto Verbrauch auf 100 km

Verbrauch und Gesamtkosten eines E-Autos.

In einem weiteren Blogartikel haben wir die Gesamtkosten von E-Flitzern unter die Lupe genommen. Der Stromverbrauch spielt auch hier eine wesentliche Rolle. Die Gesamtschau von Wertverlust, Wartung, Reparaturen, Verbrauch, Versicherungen, Prämien oder Steuern zeigt: Schon heute können es Stromer mit Verbrennern aufnehmen, wenn es um die Kosten über einen Zeitraum von einigen Jahren geht. 

Wenn Sie also vor der Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto stehen: In unserem Blog finden Sie alles Wichtige zu den Betriebskosten von Elektroautos. Wie weit manche Stromer mit einer Akkuladung kommen, sagen wir Ihnen auch, nämlich im Beitrag Elektroautos Reichweite 2017.

Ausblick in die Zukunft.

Nicht nur der teils günstige Verbrauch, auch insgesamt sieht die Zukunft für Elektroautos gut aus. Schauen wir statt aufs Maßband in die Kristallkugel, dann sehen wir, dass die Umweltprämie von bis zu 4.000 Euro bis Ende 2020 verlängert wurde, Elektro- sowie Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge zahlreicher sowie günstiger werden und die Technologien, besonders bei Akkus (Stichwort: Reichweite), immer besser werden. Die E-Mobilität der Zukunft, sie kommt also – nachhaltig und voraussichtlich zunehmend günstiger.

Bei ENTEGA gibt es vielfältige Ladestationen für Elektroautos, für draußen wie drinnen mit bis zu 22 Kilowatt Leistung, ferner Stromtankstellen für Unternehmen.

 

Ladestation einfach mieten

Mehr erfahren

100 % Ökostrom mit attraktiver Prämie.

Wie viel Strom verbrauche ich?

Stromverbrauch nach Personen im Haushalt schätzen:

Schließen
RSS
Artikelempfehlung