29. Juni 2012
Familie Klimaschutz

Wo lauern die Stromfresser?

Die unzureichend gedämmte Bausubstanz und den stromhungrigen Durchlauferhitzer hat die ENTEGA Energieeffizienz bereits im Visier. Doch die Experten haben nach weiteren Einsparmöglichkeiten gesucht – und wurden in Küche, Bad und den Wohnräumen von Familie Klimaschutz fündig.

Barbara Blöchinger weiß: Je länger ein Kühlschrank offensteht, desto mehr Strom braucht er. – Schnell wieder zumachen!

Die Vorbereitungen für die energetische Modernisierung des Reihenhauses in Mainz-Finthen laufen auf Hochtouren, im Juli geht es endlich los. Die ENTEGA Effizienzexperten haben die Zeit bis dahin genutzt und Familie Klimaschutz einen weiteren ausgedehnten Hausbesuch abgestattet. Das Vorhaben: Die größten unnötigen Stromverbraucher im Haushalt zu identifizieren und durch technische Helferlein oder praktische Tipps dazu beizutragen, den Verbrauch deutlich zu senken. Und der Handlungsbedarf ist groß: Bei der Ermittlung des CO2-Fußabdrucks der Blöchingers wurden 9.773 kWh im Jahr 2011 erfasst. Der deutsche Schnitt beträgt für 4 Personen nur 4.940 kWh. Schuld ist hier u.a. die Warmwassererzeugung per Durchlauferhitzer, dessen Stromverbrauch künftig durch mehrere intelligente Maßnahmen reduziert wird. Doch wo noch lässt sich der Verbrauch senken, ohne die Lebensqualität im Alltag einzuschränken?

Die Beleuchtung

Erste Sparquelle in jedem Haushalt sind die Glühlampen. Wir haben genau hingeschaut: Blöchingers kommen auf 7 Energiesparlampen, dazu noch 4 Leuchtstoffröhren, 15 herkömmliche Glühlampen sowie 35 Halogenlämpchen mit 20 – 50 Watt. Gerade diese kleineren Lämpchen sind tückisch, da oft mehrere Leuchtmittel für einen Beleuchtungszweck (z.B. mehrarmige Leuchten) eingesetzt werden und sich so zu 100 – 320 Watt starken Stromfressern aufsummieren. Unter Berücksichtigung der Einsatzdauer kommt insgesamt ein Jahresstromverbrauch von ca. 900 kWh zustande, also knapp 10 % der Stromrechnung. Kostenpunkt: ca. 225 Euro pro Jahr. Die Maßnahme: ENTEGA tauscht die Lampen mit dem größten Einsparpotenzial aus, gegen 15 große und kleinere LED-Lampen, sowie 11 Energiesparlampen. Diese – zugegeben – teure Investition von 390  Euro kann aber die jährlichen Kosten auf 135  Euro senken und hätte sich somit in 4 Jahren amortisiert.

Die erstaunlichste Entdeckung war eine mehrarmige Deckenleuchte im Kinderzimmer von Sophie, die mit 8 x 40 Watt-Glühlampen ausgestattet ist und somit auf stolze 320 Watt kommt: Ein Drittel der Beleuchtungskosten, 73   Euro pro Jahr, wird von diesem energiehungrigen „Monster“ verursacht. Das Fatale: Es gibt keine stromsparenden Alternativen, sodass Blöchingers nun den Kauf einer neuen Lampe planen. Wäre auch der Wegfall dieses Stromfressers berücksichtigt, würde der Verbrauch durch neue Lampen auf jährlich 62 Euro (statt zuvor 225 Euro) sinken: Die Investition hätte sich in ca. 2,5 Jahren rentiert.

In der Küche

Vom Duft frischgebrühten Kaffees geweckt: so starten die Blöchingers in den Tag. Da sie wissen, dass die integrierte Startautomatik der Maschine den Stand-by-Betrieb über Nacht erforderlich macht, setzen sie lieber auf eine separate Zeitschaltuhr, die das Gerät komplett vom Netz trennt. Gut gemacht. Und der Kaffee wird nicht über Stunden mit der Warmhalteplatte auf Temperatur gehalten, sondern Vater Michael füllt ihn gleich nach dem Aufstehen in eine Thermoskanne.

Vorbildliches auch im Rest der Küche: Beim Ceranfeld lässt sich der Durchmesser des Heizfeldes so regulieren, dass jeder Topfboden optimal erwärmt wird und keine Energie durch zu große oder zu kleine Herdplatten verlorengeht. Der energieeffiziente Kühlschrank aus dem Jahr 2004 verfügt über eine separate Getränkeklappe: so entweicht keine Kälte aus dem Hauptfach, wenn nur eine Flasche entnommen wird. Und bei der Spülmaschine hat Michael Blöchinger mithilfe des ENTEGA Strommessgerätes die unterschiedlichen Programme nachgemessen: Blitzprogramm (30 min bei 60°C): 0,806 kWh; Bioprogr. (163 min bei 50°C): 1,121 kWh; Intensivprogr. (126 min bei 70°C): 1,890 kWh. Barbara Blöchinger bestätigt: Bei einem üblichen Abwasch gibt es bei den Ergebnissen keine Unterschiede. Was das Nachmessen noch ergab: Obwohl die Maschine scheinbar ausgeschaltet ist, verbraucht sie dennoch unbemerkt Strom – 24 Stunden am Tag.

Was kann man noch verbessern:

Der Kühlschrank ist mit 5°C etwas zu kalt eingestellt, 7°C sind völlig ausreichend und die Differenz von 2°C schlägt beim Verbrauch merklich zu Buche. Diese Innentemperatur überwacht fortan ein Kühlschrankthermometer, außerdem wurde ein Kühlschrankalarm installiert, der piept, sobald die Tür länger als notwendig offensteht.

In Wohn- und Schlafzimmer

Kommen wir zu den Fernsehern mit dazugehörigen Sat-Receivern, DSL-Equipment, HiFi-Geräte, Spielkonsolen, DVD-Recorder, usw… Ihr Verbrauch hängt natürlich stark von den Nutzungsgewohnheiten ab. Hier werden Blöchingers mit den Strommessgeräten ein besonderes Auge auf ihr Verbrauchsprofil haben. Was man allerdings heute schon sagen kann: Gerade bei älteren Geräten vor 2010 wird der Stand-by-Betrieb gerne unterschätzt. Wo nach neuen Richtlinien nur 0,5 Watt erlaubt sind, verbrauchen manche älteren Geräte bis zu 18 Watt. Der einfachste Test: Anfassen – je höher der Verbrauch, desto wärmer fühlen sich die Geräte und Netzteile auch im Stand-by-Betrieb an. Und desto eher lohnt sich das Abschalten.

Eine Besonderheit erwartete die Experten unter dem Dach, im Schlafzimmer der Eltern: ein Wasserbett. Ungeheuer bequem, leider auch ungeheuer energieintensiv – das Wasser muss permanent auf angenehme 28°C beheizt werden.

Was kann man noch verbessern:

Gegen den hohen Stand-by-Verbrauch der Unterhaltungselektronik hilft nur: Abschalten. Mehrere abschaltbare Steckerleisten wurden zusätzlich installiert, außerdem ein Ecobutton, der den Verbrauch in Computer-Arbeitspausen reduziert. Und beim Wasserbett wollen Barbara und Michael testen, wieviel Strom sich durch eine geringere Wassertemperatur (1°C oder 2°C) einsparen lässt.

Im Keller

So lobenswert der Kauf des neuen energieeffizienten Kühlschranks war, Strom gespart werden kann nur dann, wenn das Vorgängermodell nicht wie in Finthen im Keller zur Kühlung der Getränkevorräte bereitsteht. Der Einsatz dieses „Rentners“ sollte auf das Notwendigste (z.B. heiße Sommermonate oder Partys) reduziert werden.

Im Bad

Wenn – wie bei Blöchingers – das warme Wasser nur über den elektrisch betriebenen Durchlauferhitzer erzeugt wird, dann lohnt sich das Wassersparen auch für die CO2-Bilanz. Künftig hilft hier ein wassersparender LED-Duschkopf: Er reduziert nicht nur den Wasserverbrauch auf 10 Liter pro Minute, sondern zeigt in Ampelmanier mit wasserstrahlbetriebenen LED-Lampen an, wann es Zeit wird, aus der Dusche zu steigen.

Familie Klimaschutz hat viele der Tipps, die Sie auf der rechten Seite als Liste finden, bereits wie selbstverständlich berücksichtigt. An anderer Stelle könnte hingegen mit kleinem Aufwand noch ein Vielfaches eingespart werden. Die Maßnahmen, die von den Gewohnheiten der Benutzer abhängen, werden derzeit von den Blöchingers ausprobiert, dokumentiert und mit Messgeräten erfasst. Wir werden Sie in den kommenden Ausgaben über die tatsächlich erzielten Einsparungen auf dem Laufenden halten.

Alle besprochenen Produkte finden Sie im ENTEGA Energiespar-Shop. Betreiber des ENTEGA Energiespar-Shops, Verkäufer und Vertragspartner der angebotenen Ware ist die Grünspar GmbH.

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