Ökoenergie

Erneuerbare-Energien-Gesetz: Die Umlage verständlich erklärt.

Schlagzeilen wie „Erneuerbare-Energien-Gesetz: Umlage erhöht Strompreis“ verunsichern viele Verbraucher. Wir erläutern, was dahinter steckt.

Erneuerbare Energien Gesetz Umlage

Es könnte so einfach sein. Statt endliche Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas aufwendig abzubauen und in alle Himmelsrichtungen zu transportieren, nutzen wir die Energiequellen direkt vor unserer Haustür: Sonne, Wasser, Wind. Sie sind unerschöpflich und die Natur stellt sie uns überall zur Verfügung.

Aber warum liegt der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch bei gerade mal gut einem Drittel? Und wieso machen immer wieder Schlagzeilen wie „Energiewende wird für Verbraucher teurer“ die Runde? Kunden und interessierte Verbraucher stellen sich und uns diese Fragen hin und wieder (und insgeheim stellen wir sie uns selber manchmal).

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Dabei ist die Antwort simpel: Der deutsche Energiemarkt ist im Umbruch – das geschieht aber nicht von allein. Traditionell ist er in Deutschland hochgradig von fossilen Energieträgern und Atomenergie geprägt. Im Jahr 2000 lag der Anteil erneuerbarer Energien gerade mal bei rund 6 % – ein so schlechter Wert, dass sich die Bundesregierung gezwungen sah, einzuschreiten: Noch im selben Jahr verabschiedete sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es fördert die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Wind und Sonne, indem es den Erzeugern feste Vergütungen garantiert. Zudem gibt das Gesetz ein konkretes Ziel vor: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll bis zum Jahr 2025 bei 40 bis 45 % und 2050 bei mindestens 80 % liegen.

Jeder Stromkunde finanziert die Energiewende mit.

Die Richtung stimmt also – auch wenn die Umstellung länger dauert als manchem lieb ist. Aber warum kostet die Energiewende überhaupt Geld – und wie viel davon trägt der Verbraucher?

Bevor grüner Strom fossile Energie und Atomstrom ersetzen kann, müssen die Betreiber in neue Anlagen investieren. Sie erhalten dafür mit der Einspeisevergütung eine Förderung. Um diese zu finanzieren, sieht das Gesetz für die Verbraucher einen Aufschlag auf den Strompreis vor, die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage, kurz EEG-Umlage.

Die Höhe der Umlage ergibt sich grundsätzlich aus der Differenz zwischen dem Einkaufspreis für Strom an der Leipziger Strombörse und den Zahlungen für die Einspeisevergütung. Sie wird jährlich auf Grundlage von Prognosewerten berechnet, wobei Zahlungen des vergangenen Jahres ebenso berücksichtigt werden wie der aktuelle EEG-Kontostand und eine Liquiditätsreserve, die als Puffer für unvorhergesehene Kosten dient. Außerdem wird geschätzt, wie viele neue Anlagen im folgenden Jahr gebaut werden. Die Übertragungsnetzbetreiber, die auf Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Umlage berechnen, veröffentlichen den aktuellen Wert jeweils am 15. Oktober für das Folgejahr auf der Internetseite Netztransparenz.

EEG-Umlage 2018: Leichter Rückgang.

Die EEG-Umlage liegt 2018 bei 6,792 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie damit leicht gesunken. In der langfristigen Betrachtung ist das ungewöhnlich: Bis auf eine weitere Ausnahme wurde die Umlage seit 2010 jährlich erhöht – ein Grund für die steigenden Strompreise in den vergangenen Jahren.

Wichtig ist dabei zu wissen: Versorger wie ENTEGA behalten die Umlage nicht, sondern geben sie an den Staat weiter. Insgesamt macht der Teil des Strompreises, den der Staat bekommt, rund 55 % aus. Dazu zählen neben der Umlage auch Steuern und Gebühren. Nur 19 % des Strompreises bleiben beim Stromanbieter, wie folgende Grafik zeigt.

Erneuerbare Energien Gesetz

Die Umlage wirkt: Dass der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland seit 2000 um 30 Prozentpunkte gestiegen ist, ist auch ihr zu verdanken. Doch es gibt auch Kritik, vor allem an einer Sonderregelung. Denn grundsätzlich kommen alle Verbraucher für die Energiewende auf, also auch gewerbliche: Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge wird die Umlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2018 zu knapp zwei Dritteln von der Wirtschaft und zu gut einem Drittel von privaten Haushalten finanziert.

Anteil Stromverbrauch Erneuerbare Energien

Hier gibt es allerdings eine Ausnahme: Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, sind laut Erneuerbare-Energien-Gesetz von der Umlage praktisch befreit. Die Politik begründet die Maßnahme damit, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Firmen durch die Ausnahmen gewahrt werden soll. Klar ist aber auch: Je mehr Verbraucher die Kosten der Energiewende mittragen, desto weniger muss der Einzelne zahlen. Vor allem in den Medien wird das Thema deshalb kontrovers diskutiert.

Ökostrom – selten und teuer?

Ebenfalls des Öfteren zu lesen: Ökostrom sei noch immer ein Nischenprodukt und teurer als herkömmlicher Strom. Dagegen legen wir Widerspruch ein: Allein mit unseren regenerativen Anlagen erzeugen wir von ENTEGA genug Ökostrom für 260.000 Haushalte. Mehr als 500.000 Privat- und Geschäftskunden teilen unsere Vision von bezahlbarer Ökoenergie. Ökostrom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Quellen – nur einige der Gründe, warum wir vom TÜV Süd als „Wegbereiter der Energiewende“ ausgezeichnet wurden. In der Nische müssen sich erneuerbare Energien zum Glück schon lange nicht mehr verstecken.

Und was den Preis betrifft: Oft ist Ökostrom sogar günstiger. Durch die immer größere Erfahrung und immer effizientere Technik bei erneuerbaren Energien sinkt die Einspeisevergütung für neuere Anlagen. Und durch das steigende Angebot erneuerbarer Energien sinken die Preise. Das ist gut so, denn wir von ENTEGA glauben, dass Strom aus erneuerbaren Energien für jeden bezahlbar sein muss, damit die Energiewende gelingt.

Mit unserem Ökostrom Tarifrechner können Sie die Kosten ganz einfach vergleichen und je nach Tarif nicht nur Kosten sparen, sondern auch mithelfen, die Energiewende voranzubringen.

EEG-Umlage 2018

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