19. November 2013
Nachhaltig leben

Carsharing-Vergleich: von Drive Now bis Flinkster.

Teilen statt kaufen: Carsharing wird immer attraktiver. Die wichtigsten Angebote im Carsharing-Vergleich der ENTEGA Redaktion.

Gut 50 Millionen Autos gibt es in Deutschland. Die meisten stehen jeden Tag viele Stunden ungenutzt herum. Ein teurer Luxus, den sich viele nicht mehr leisten wollen. Die Alternative zum eigenen Auto ist das Carsharing. Heißt: Viele Leute teilen sich ein oder mehrere Autos, statt jeweils ein eigenes zu unterhalten. Im Jahr 2012 nutzten fast 500.000 Deutsche einen Carsharing-Dienst. Und die Zahlen steigen weiter. Denn dank vieler verschiedener Anbieter gibt es mittlerweile individuelle und flexible Angebote für jeden Bedarf: Vom kleinen Flitzer für die spontane Stadtfahrt bis zum Transporter für den Möbelhausbesuch ist heute alles verfügbar.

car2go

car2go setzt ausschließlich auf Smart. Sowohl als Benziner als auch als umweltfreundliches Elektromobil „car2go electric drive“. Der Verleih bei car2go funktioniert nach dem Konzept des Free-Floatings. Das bedeutet, dass sich die Fahrzeuge über das gesamte Stadtgebiet verteilen. Der Nutzer muss das Auto also nicht an einem festgelegten Ort beim Vermieter abholen, sondern informiert sich online, wo im Stadtgebiet das nächste freie Fahrzeug verfügbar ist. Nach der Nutzung wird das Auto einfach wieder irgendwo abgestellt und wartet dort auf seinen nächsten Fahrer. Abgerechnet wird zeitbasiert, eine Anmeldegebühr ist üblich. Besonders für kurze Fahrten in der Stadt sind diese Angebote sehr attraktiv, da man zwar eine relativ hohe Gebühr pro Minute zahlt, dafür aber keine Grundgebühr. Das Carsharing-Angebot von car2go findet man in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, München und Ulm. Pro gefahrene Minute fallen derzeit 29 Cent an. Stellt man das Auto zwischendrin ab, sprich: wenn man parkt, kostet das 19 Cent pro Minute. Außer der einmaligen Anmeldegebühr von 19 Euro entstehen keine weiteren Kosten. Fazit: car2go ist eine attraktive Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxi. Außerdem machen die wendigen Smarts gerade im Stadtgebiet Spaß. Auch längere Ausflüge sind möglich, aufgrund der minutenbasierten Abrechnung aber nicht ganz günstig.

DriveNow

DriveNow bietet seinen Kunden kompakte Wagen von BMW und Mini. Die sind zwar geräumiger als die Smarts vom Konkurrenten car2go, für einen Besuch bei IKEA wird es aber natürlich trotzdem eng. DriveNow ist ebenfalls ein Free-Floating-Angebot und auch preislich unterscheiden sich die beiden Carsharing-Anbieter nur geringfügig: Die Anmeldung kostet 29 Euro, die Minute wie bei der Konkurrenz 29 Cent, Parken ist mit 15 Cent ein bisschen günstiger. Wobei man von 0.00 bis 06:00 Uhr kostenlos parkt. Verfügbar ist DriveNow derzeit in Berlin, München, Düsseldorf und Köln. Fazit: DriveNow eignet sich wie car2go gut für die kurze Stadtfahrt. Der Unterschied zu car2go besteht vor allem in den Fahrzeugtypen. Wer es komfortabler mag, ist bei DriveNow besser aufgehoben.

CiteeCar

CiteeCar setzt im Gegensatz zu car2go und DriveNow nicht auf Free-Floating, sondern auf sogenannte Hosts (zu Deutsch Gastgeber). Das sind Privatleute, die sich jeweils um ein oder mehrere Fahrzeuge aus der Flotte von CiteeCar kümmern. Abgeholt und auch wieder abgestellt werden die Autos vor der Tür des zuständigen Hosts. Im Grunde kann jeder, der über Führerschein und Stellplatz verfügt, CiteeCar-Host werden. Als solcher hat man natürlich ein paar Pflichten, aber sozusagen auch ein eigenes Auto ohne die entsprechenden Kosten. Und auch die Mitgliedschaft ist für die Hosts kostenlos. Gefahren wird bei CiteeCar mit dem Kleinwagen Kia Rio in Hamburg, München, Berlin und Potsdam. Das Tarifmodell ist anders als bei den anderen Carsharing-Anbietern. Neben einer Monatsgebühr von 5 Euro fallen 1 Euro pro Stunde und 20 Cent pro Kilometer an. Fazit: Mit dem Host-Prinzip ist CiteeCar weniger flexibel als das Free-Floating. Das Tarifmodell, mit Abrechnungsschwerpunkt auf den gefahrenen Kilometern, eignet sich besonders für Gelegenheiten, bei denen das Auto über einen längeren Zeitraum gebraucht, aber nur wenig gefahren wird. Zum Beispiel zum gemütlichen Einkaufen innerhalb der Stadt.

Flinkster, Cambio & Co.

Neben car2go, DriveNow und CiteeCar gibt es noch die sogenannten stationsbasierten Carsharing-Anbieter, bei denen die Fahrzeuge an festgelegten Standorten beheimatet sind. Hier entfällt die Parkplatzsuche, dafür ist man weniger flexibel. Die drei wichtigsten Anbieter im ENTEGA Carsharing-Vergleich:

Flinkster

Flinkster ist mit 2.800 Fahrzeugen einer der größten deutschen Carsharing-Anbieter. Die Tochter der Bahn ist in fast allen deutschen Städten verfügbar und bietet vom Smart bis zum Sprinter Fahrzeuge in allen Größen. Die Preise variieren dementsprechend stark, abgerechnet wird nach Nutzungsdauer, die Anmeldung kostet 50 Euro. BahnCard-Nutzer erhalten einen Sonderrabatt. Flinkster ist vor allem wegen seines flächendeckenden Angebots attraktiv. An über 800 Stationen in Deutschland können Fahrzeuge angemietet werden, die aber auch zur selben Station zurückgebracht werden müssen. Fazit: Flinkster punktet mit großem Fuhrpark und ist besonders günstig bei längeren Mietzeiten. Braucht man einen Transporter für den Umzug, ist man mit Flinkster gut beraten. Für einen kurzen Trip durch die Stadt sind andere Anbieter besser geeignet.

Cambio

Bei Cambio können Autos in vielen deutschen Städten – z. B. in Berlin, Hamburg, Bremen, Aachen, Köln und Bonn – angemietet und genutzt werden, auch in Belgien ist die Gruppe präsent. Vom smart über den Ford-Transporter bis hin zur Volvo-Limousine gibt es zahlreiche Fahrzeugmodelle zur Auswahl. Allerdings variiert das Angebot je nach Standort. Das Auto muss stets zur Anmiet-Station zurückgebracht werden. Neben einer Anmeldegebühr berechnet Cambio je nach Fahrzeugtyp unterschiedliche Preise für die Dauer der Fahrt und die zurückgelegte Strecke. Fazit: Wer sich in der etwas unübersichtlichen Tarifstruktur zurechtfindet, kann mit Cambio in vielen Städten günstig und gut die Vorteile des Carsharings nutzen. Vor der Anmeldung lohnt aber ein genauer Blick: Wo ist die nächste Station, welche Autos gibt es vor Ort und was kosten sie?

stadtmobil

Mit 1.800 Fahrzeugen vor allem in Südwestdeutschland, Berlin und Hannover ist auch stadtmobil einer der großen Anbieter in Deutschland. Meist stationsgebunden, regional aber auch mit Free-Floating-System, kann bei stadtmobil aus einem breit aufgestellten Fuhrpark gewählt werden, der vom Kleinwagen bis zum Transporter reicht. Auch für längere Fahrten ist das Angebot komfortabel nutzbar. Bezahlt wird auch hier für die Dauer der Fahrt und die zurückgelegte Strecke. Fazit: stadtmobil ist oft das beste Angebot vor Ort. Allerdings sollte man sich auch bei diesem Angebot vorab genau über die Lage der nächsten Station informieren. Dank der breiten Palette an Fahrzeugen und Tarifen kann man bei stadtmobil aber im Grunde für alle Gelegenheiten und Anlässe das passende Angebot finden.

Fazit

Die Carsharing-Anbieter eignen sich für ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Wer ab und zu durch die Stadt zu Freunden oder zum schnellen Einkauf flitzen will, fährt mit den Free-Floating-Angeboten am besten. Insbesondere DriveNow und car2go lohnen sich auch bei seltener Nutzung, weil keine monatliche Grundgebühr erhoben wird. Wer hingegen regelmäßig länger unterwegs sein will, ist in der Regel bei stationsbasierten Anbietern günstiger unterwegs und besser aufgehoben. Das gilt auch für alle, die etwas mehr zu transportieren haben.
In jedem Fall aber gilt: Da der Markt regional sehr verschieden ist, lohnt sich immer der genaue Blick auf das Angebot vor Ort.

Und noch ein Fazit

Wer nachhaltig leben möchte, muss nicht automatisch auf alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens verzichten. Im Gegenteil: Nachhaltigkeit kann auch ganz unmittelbaren Gewinn bedeuten. Denn schließlich wird meist nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel geschont. Und: Carsharing ist nur eine von vielen Möglichkeiten, mit denen sich das Leben nachhaltiger gestalten lässt. Eine besonders günstige Möglichkeit des Umweltschutzes ist beispielsweise auch ENTEGA Ökostrom online.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Carsharing gemacht? Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in Ihrem Leben? Die ENTEGA Redaktion freut sich auf Ihre Kommentare!

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  1. Wie bewertet die Entega-Redaktion den Anbieter Book-n-Drive, der in der Region Rhein-Main verfügbar ist?

    • wissen Sie wie Das Unfallmanagement bei den einzelnen Carsharing Anbietern abläuft? Bei Car toGo wars einmal irre kompliziert. Mich würd interessieren ob das überall gleich ist.

      • ENTEGA-Team am 9. Januar 2014 um 11:32

        Lieber Peter, das ist natürlich nicht so schön. Wir hoffen, dass für Sie alles gut geendet ist. Mit dem Unfallmanagement haben wir uns nicht beschäftigt. Ein Unfall bildet einen Ausnahmefall ab, wobei wir uns nur auf einem ersten Vergleich von Carsharing-Anbietern fokussiert haben.

      • Peter funk am 10. Januar 2014 um 00:26

        ok danke

    • ENTEGA-Team am 6. Januar 2014 um 16:12

      Wir haben uns in unserer Analyse lediglich auf die sechs abgebildeten Carsharing-Anbieter konzentriert. Dadurch haben Sie aber eine Art Checkliste, die es Ihnen erleichtert Book-n-Drive selbst zu bewerten oder auch aktiv auszuprobieren. Gerne können Sie uns danach im Blog von ihren Erfahrungen berichten.

      • Otmar Kraft am 23. August 2016 um 14:57

        Book-n-Drive hat im Rhein_Main-Gebiet 640 Fahrzeuge anzubieten, davon etwa 400 stationsgebunden in allen Fahrzeug-Größen und 240 freefloating-Kleinzahrzeuge.

        Quelle: https://www.book-n-drive.de/presse

        Ich bin seit fast acht Jahren Mitglied und bin sehr zufrieden.

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