23. Juni 2014
ENTEGA Aktuell

Upcycling: Aus alt wird anders.

Ob ausrangierte Palette oder alter Hut: Gebrauchtes ist noch lange kein Schrott. Mit etwas Kreativität und Geschick lässt sich selbst Plunder aufmöbeln. Upcycling heißt der Trend dazu und jeder kann mitmachen. Auch Sie. Sehen (und machen) Sie selbst!

Upcycling: Aus Skateboards wird Schmuck
Quellenverweis: www.zweihundertsieben.de

Re- oder Upcycling?
Diese beiden Begriffe sorgen regelmäßig für Verwirrung. Recycling ist das Wiederverwerten von Rohstoffen. Meistens werden Produkte in ihre Ausgangsstoffe zerlegt und deren Rohstoffe werden erneut verarbeitet. Man denke nur an PET-Flaschen, die zu Granulat geschreddert und anschließend zu Fleece-Pullis verarbeitet werden. Oft ist bei diesen Prozessen von Downcycling die Rede – weil die Materialien an Wert verlieren. Upcycling steht im krassen Gegensatz dazu: Upgecycelte Produkte gewinnen an Wert.

Grenzenlos: Upcycling-Ideen
Man denke nur an das alte, zerfetzte T-Shirt, das neu gestylt und umgenäht und so zum Hingucker wird. An schmucke Halsketten aus alten Widerständen. An schicke Kommoden aus ausrangierten Paletten. An schöne Lampenschirme aus verknitterten Hüten. Beim Upcycling sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Die Kreativen hauchen Altem neues Leben ein, verwandeln vermeintlichen Schrott in Kunstobjekte, funktionieren, bauen oder nutzen Dinge um. Das ist hip, nachhaltig und macht Spaß. Und deshalb ist Upcycling derzeit ganz groß angesagt.

Upcycling boomt
Die Google-Suche nach Upcycling liefert fast fünf Millionen Treffer. Kein Wunder: Das World Wide Web bringt die Ideen, die in Hinterhöfen, Garagen oder an Küchentischen entstehen, auf die große Bühne – ganz gleich ob Upcycling für Mode, Möbel oder Kleidung. Im Netz präsentieren die Schöpfer ihre Kreationen. Sie zu übernehmen und mit der wachsenden Community zu teilen, ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

Nur noch erst die Welt retten
So ein virtueller Raum einer besseren Welt ist der Blog weupcycle.com . Erschaffen haben ihn seinerzeit Lisa Schultz und Magdalena Akantisz. Das ursprüngliche Konzept dahinter lautete „30 Tage, 30 Dinge“. Heißt: 30 Tage lang wollten die beiden Studentinnen jeden Tag eine ihrer Upcycling-Ideen vorstellen. Das Projekt wurde ein krachender Erfolg und die beiden öffneten die Seite für alle, die ihre upgecycelten Sachen der Welt präsentieren wollen. Inzwischen sind daraus drei ganze Jahre (!) geworden und über 1.000 Ideen stehen online. Vom geflochtenen Korb aus alten Fahrradschläuchen über aus Ästen gebastelte Türgriffe bis zum alten Kinderbuch, das zum Fotoalbum umgebaut wird.
Neue Vorschläge sind jederzeit willkommen, denn Lisas und Magdalenas Ziel ist kein geringeres, als „eine endlose Ideenkette entstehen zu lassen“. Wer also ein tolles Projekt hat, sollte es unbedingt bei weupcycle.com einreichen und so einen weiteren Tag des Blogs sichern.

Quellenverweis: MaiSol, Chiara Bonetti

Upcycling als Geschäftsmodell
Upcycling wird jedoch nicht mehr nur ehrenamtlich betrieben, sondern entwickelt sich mehr und mehr auch zum Geschäftsmodell. Upcycling-Mode ist inzwischen selbst auf den Laufstegen zu sehen. Auf der letzten Fashion Week in Berlin war Upcycling DAS Thema. In zahlreichen Städten sprießen Boutiquen aus dem Boden, die sich auf Upcycling-Mode spezialisiert haben. Beispielsweise „The Upcycling Fashion Store“, der in Berlin und unter upcycling-fashion.com im Netz zu finden ist.

Hier geht’s um Kleidung und um schöne Accessoires aus Grundmaterialien, denen Designer und Kreative ein neues Leben geschenkt haben. Da werden zum Beispiel aus alten Krawatten Damenhüte, die an die mondäne Eleganz der 20er Jahre erinnern, aber nicht an die Altkleidersammlung, aus der sie kommen.

Trashcycling
Die Grenzen zum Trashcycling sind fließend. Unter Trashcycling versteht man kreative Produkte, die wirklich aus Schrott entstehen und am Ende ihrer Verwandlung überhaupt nichts mehr mit ihrem Ursprung zu tun haben. Wer würde schon denken, dass alte und kaputte Skateboards, die zeitlebens über den Dreck der Straßen gerollert sind, irgendwann als schicker Schmuck und stylische Wohnaccessoires wieder auftauchen?

Damit ist das Trashcycling eine radikalere Form des Upcyclings. Schließlich verarbeiten die Macher das, was andere achtlos auf den Müll schmeißen. Trashcycling ist also nicht nur ein modischer Trend, sondern immer auch ein Statement gegen die Wegwerfgesellschaft.

Sie sind dran
Die Vielfalt der Möglichkeiten beim Upcycling zeigt vor allem eins: Es gibt für (fast) jedes Ding eine bessere Zukunft, als auf dem Müll zu landen.
Vielleicht denken Sie schon die ganze Zeit darüber nach, was man wohl aus dem ollen Blümchengeschirr oder der abgelebten IKEA-Kommode, die im Keller ein trauriges Dasein fristen, noch alles machen könnte? Surfen Sie los! Im Netz warten jede Menge Upcycling-Ideen und -Tipps. Zum Beispiel hier: http://eastcoastcreativeblog.com/2013/. Oder hier: http://somethingtoupcycle.blogspot.de/ .

Außerdem können Sie sich mit Gleichgesinnten austauschen und Ihre Werke präsentieren.

Was ist Ihr nächstes Projekt? Teilen Sie es mit uns.

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  1. Lore.Leih am 2. Juli 2014 um 00:53

    Coole Upcycling Produkte auf http://www.upcycling-markt.de entdeckt, tolle Taschen und Möbel. Auch andere nachhaltige geile Sachen dabei.

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