4. August 2014
Nachhaltig leben

Sizilianische Caponata – Sommer-Soulfood aus saisonalem Gemüse.

Im Sommer gibt sich saisonales Gemüse mediterran. Foodblogger Uwe Spitzmüller war für uns auf dem Markt und hat sich zu einer sizilianischen Caponata inspirieren lassen.

Wenn im Sommer die Temperaturen an den Rekordmarken kratzen und das Leben langsamer wird, dann sehnen wir uns nach leichter Kost, die nicht schwer im Magen liegt, aber dennoch sättigt. Um sich dafür Inspiration zu holen, lohnt jedes Jahr ein Blick in die mediterrane Küche.

Wer saisonal kocht, der kann im Sommer aus dem Vollen schöpfen: Die Marktstände sind voll von vielen verschiedenen Gemüsen, die nur darauf warten, gekauft und verarbeitet zu werden. Nie ist es leichter, mit saisonalem Gemüse zu kochen, als im Sommer. Ab Juli werden Tomaten, Zucchini, Auberginen, Fenchel, diverse Blattsalate, Gurken, Paprika oder Bohnen reif – nicht zu vergessen die vielen Obstsorten wie Äpfel, Kirschen, Birnen oder Pflaumen sowie die vielen Beeren, die nacheinander feilgeboten werden. Es ist zudem auch zu keiner Jahreszeit leichter, frisches Gemüse aus der Region zu beziehen.

Im Zuge des allgemeinen Bio-Hypes sollte aber eines nicht vergessen werden: Regionalität ist in den meisten Fällen jedem Bio-Siegel vorzuziehen, denn lange Transportwege für den Bio-Apfel aus Israel oder die Bio-Paprika aus Marokko haben eine schlimme CO2-Bilanz – und können nicht mit dem Apfel der lokalen Streuobstwiesen mithalten, auch wenn dieser nicht nach Bio-Richtlinien produziert ist.
Und nicht jeder Obstbauer ohne Bio-Siegel spritzt sein Obst mit Pestiziden.

Für uns Verbraucher bedeutet dies auch ein Stück weit Verantwortung: Wir müssen unsere Versorger wieder kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Die genaue Kenntnis über die Herkunft unserer Lebensmittel ist Gold wert. Jeder sollte also ein wenig Zeit investieren, um sich selbst ein kleines Netzwerk aus Lieferanten für Lebensmittel aus der Region aufzubauen – der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe.

Das Beste aus saisonalem Gemüse im Sommer: sizilianische Caponata.

Sobald der Saisonkalender im Sommer Zucchini, Tomaten und Auberginen bereithält, sollte zugeschlagen werden. Das Gemüse eignet sich hervorragend für gesunde Mahlzeiten an warmen Tagen.

In Sizilien wird aus diesen Zutaten eine Gemüsesauce hergestellt, die Caponata. Diese wird lauwarm oder kalt – niemals heiß – zu Fisch, Fleisch, Pasta oder einfach einem Stück Focaccia gereicht. Die Zubereitung ist einfach und unkompliziert: Das Gemüse wird angebraten, mit etwas Rotweinessig abgelöscht und anschließend so lange im Ofen geschmort, bis die Tomaten aufplatzen und ihren Saft als aromatische Sauce abgeben. Einmal zubereitet hält sich die Caponata mehrere Tage im Kühlschrank oder mehrere Wochen in einem luftdicht verschlossenen und sterilisierten Einmachglas.

Wem selbst eine lauwarme Sauce mit saisonalem Gemüse zu opulent ist, der greift vielleicht eher auf eine kalte Suppe zurück. Dafür lassen sich im Sommer wunderbar Lebensmittel aus der Region benutzen: Wie wäre es also mit einer kalten Gurkensuppe, die mit Buttermilch, etwas Ingwer und frischen Gurken zubereitet wird? Oder mit einer geeisten Paprikaschaumsuppe, für die Paprika angebraten, mit Gemüsebrühe püriert, abgeschmeckt und anschließend mit etwas Crushed Ice aufgeschlagen wird? Himmlisch an heißen Tagen!

Guten Appetit!

Rezept für die Pasta mit Caponata (für 4 Personen)

Zubereitungszeit: ca. 90 Minuten

Zutaten für die Caponata (am besten aus regionalen Lebensmitteln vom Markt):

  • 500 g Pasta
  • 1 Aubergine
  • 1 Zucchino
  • 2 rote Zwiebeln
  • 1 kg reife Tomaten
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 2 EL schwarze Oliven
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 1 EL Kapern
  • 1 EL Pinienkerne
  • 50 ml Rotweinessig
  • 15 g Zucker
  • etwas Olivenöl
  • etwas Parmesan
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1
Die Aubergine in Würfel schneiden (Kantenlänge etwa 1,5 bis 2 cm), salzen und etwa 1,5 Stunden in einem Sieb abtropfen lassen und am Ende etwas ausdrücken. Inzwischen den Zucchino ebenfalls in Würfel schneiden, die rote Zwiebel und die Knoblauchzehen schälen. Die Zwiebel achteln und den Knoblauch fein hacken. Den Staudensellerie putzen und schräg in etwa 2 cm lange Stücke schneiden. Die Tomaten vierteln. Den Backofen auf 160° C vorheizen.

2
In einem großen Topf etwas Olivenöl erhitzen und portionsweise die Aubergine und den Zucchino goldbraun braten, entnehmen und beiseitestellen. Danach die Zwiebeln, den Knoblauch, den Staudensellerie, die Kapern und die Oliven anschwitzen. Auberginen, Zucchino und Tomaten zugeben, dann mit dem Zucker karamellisieren und mit dem Rotweinessig ablöschen. Alles etwa 60 Minuten im Ofen schmoren, bis die Tomaten fast zerfallen sind.

3
Währenddessen die Pinienkerne in einer Pfanne trocken goldbraun rösten. Die Caponata aus dem Ofen holen, durchrühren, mit den Pinienkernen vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Pasta al dente garen.

4
Die Caponata kalt oder lauwarm mit der heißen Pasta vermischen. Kurz vor dem Servieren Basilikum untermischen. Wer mag, reibt etwas frischen Parmesan über die Pasta.

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  1. […] Die Caponata habe ich als Gastartikel für den entega-Blog für nachhaltiges Leben gekocht – wer mag, kann hier gerne einmal vorbeisehen. Mehr zur […]

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