4. September 2012
Familie Klimaschutz

Ökostrom dank Solartechnik

Zellen für die Zukunft: Schon heute liefern Solaranlagen – auf Scheunen, Fabriken und Wohnhäusern – an sonnigen Tagen bis zu 20 Prozent des deutschen Strombedarfs. Tendenz steigend.

Statt grünen Strom zu kaufen, ihn einfach selbst produzieren: Im Rahmen des Projekts Familie Klimaschutz montiert ENTEGA eine 16 qm große Solaranlage auf das Dach der Blöchingers. Der Clou: Damit erzeugen diese nicht nur CO2-freien Ökostrom, den sie im Haushalt selbst verbrauchen können, sondern auch jede Menge Kilowattstunden, die sie in den nächsten 20 Jahren zum vereinbarten Festpreis in das bundesweite Stromnetz einspeisen können. Klingt toll? Ist es auch. Doch bei aller Vorfreude will so eine Anlage sorgfältig geplant sein. Schließlich gilt es, zahlreiche Faktoren und Erfahrungswerte zu berücksichtigen, um die Energieausbeute am jeweiligen Standort zu optimieren. Nur so ist gewährleitet, dass sich die Investition möglichst schnell amortisiert, bzw. so früh wie möglich maximale Erträge erwirtschaftet. Die Entscheidung, welche Technologie für welches Hausdach und welches Nutzungsprofil optimal geeignet ist, können letztlich nur Experten treffen. Aber wir haben hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Was genau ist Photovoltaik und wie unterscheidet sie sich von Solarthermie?

Die Solartechnik macht sich die kostenlose, unerschöpfliche Energie der Sonne zunutze. Das Prinzip ist einfach: Das Sonnenlicht wird von großflächigen Paneelen aufgefangen und in Strom – bei der Photovoltaik – oder in Wärmeenergie – Solarthermie genannt – umgewandelt. Welche Technologie besser ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Denn viele Fragen spielen für den Energieertrag eine entscheidende Rolle: Wie steil ist das Dach? Liegt die Fläche zeitweise im Schatten? Fängt sie eher Morgensonne oder Abendsonne ein? Ein steileres Dach spricht z.B. eher für Solarthermie, denn die erzeugte Wärme wird überwiegend für die Übergangszeit in Herbst und Frühjahr benötigt, wenn die tiefstehende Sonne günstiger auf die Zellen trifft.

Ab welcher Dachfläche lohnt sich der Einsatz von Photovoltaik?

Die gute Nachricht vorweg: Die Strahlungsintensität ist überall in Deutschland ausreichend für einen ertragreichen Einsatz der Solartechnik. Prinzipiell kommt also jede Dachfläche an jedem Standort in Betracht. Die entscheidende Frage lautet also nicht ob, sondern nur noch wie schnell sich die Investition rechnet. Beim gegenwärtigen Stand der Technik können Sie allerdings für eine Planung von folgenden Idealwerten ausgehen: Die Leistungsfähigkeit einer Anlage wird in kWpeak angegeben, peak bedeutet die Spitzenleistung unter optimalen Bedingungen. Als Faustformel gilt: Für die Produktion von 1 kWpeak sind 6–9 m² Solarzellen notwendig.

Für Haushalte mit normalem Stromverbrauch werden in der Regel Anlagen mit einer Leistung zwischen 2–5 kWpeak installiert, wobei die Gesamtleistung von der nutzbaren Dachfläche abhängig ist. Als Mindestgröße für einen lohnenswerten Einsatz sollten erfahrungsgemäß 15–35 qm verschattungsfreie Fläche vorhanden sein, und das Dach eine Neigung von ca. 30° aufweisen. Den besten Wirkungsgrad erreicht man, wenn die Dachfläche zwischen Südost und Südwest ausgerichtet ist. Aber selbst wenn die Dachfläche nach Norden zeigt oder z.B. deutlich steiler steht, kann im Einzelfall dennoch ein lohnender Betrieb möglich sein. Denn auch diffuses Licht an bewölkten Tagen kann in Energie umgewandelt werden. Ist ein Standort gefunden, dann ist die Energieausbeute abhängig von den Sonnenstunden und beträgt je nach regionaler Lage und örtlichen Wetterbesonderheiten (Nebel, Wolken, etc.) jährlich 800 – 1000 kWh pro kWpeak der Anlage.

Klingt alles komplizierter als es tatsächlich ist. Im Internet bieten wir Ihnen einen kostenlosen Solardach-Check. Dort können Sie die in Frage kommende Dachfläche auf Google Maps markieren, und mithilfe weiterer Angaben errechnet das Programm mögliche Erträge und ermittelt passende Förderprogramme.

Welche Elemente gehören zu einer Photovoltaik-Anlage dazu?

Der sichtbare Teil jeder Anlage sind die Paneele auf dem Dach. Hinzu kommt der Wechselrichter (er wandelt den Gleich- in netzkompatiblen Wechselstrom um), dieser wird gut zugänglich an einer ca. 1 qm großen Wandfläche befestigt. Und schließlich der Einspeisezähler, der genau erfasst, wie viel Kilowattstunden Überschuss eingespeist – und vergütet – werden.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Auch die Kosten sind natürlich von Fall zu Fall verschieden. Doch als Faustformel haben sich 2.800 – 3.600 Euro pro kWpeak eingependelt. Je kleiner die Anlage, umso höher ist der Preis pro kWpeak, da sich die Grundkosten, für z.B. das Ziehen der Leitungen, die Anmeldung, das Setzen des Zählers oder das Gerüst, kaum verändern. Zinsgünstige Kredite, die die staatliche KfW vergibt („Stromerzeugung aus der Sonne“ – Programm 270), können bei der Hausbank beantragt werden. Getreu dem Motto „Alles aus einer Hand“ können Sie aber auch hier auf die Unterstützung und Erfahrung der ENTEGA Effizienzexperten bauen, die Ihnen diese Arbeit gerne abnehmen, bzw. mit ihrer Erfahrung die für Sie beste Lösung erarbeiten.

Und mit welchen Erträgen kann ich rechnen?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG hat die Einspeisevergütung einheitlich geregelt:

Abhängig von der Größe der Anlage und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme können die Betreiber mit einem garantierten Abnahmepreis kalkulieren – und zwar für die Dauer von 20 Kalenderjahren zuzüglich des Inbetriebnahmejahres ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Sie bekommen in der Regel einen monatlichen
Abschlag, , der am Ende des Jahres mit der tatsächlichen Stromeinspeisung in der Jahresendabrechnung verrechnet wird. Für unsere Beispielanlage bei Familie Blöchinger gilt: Betreiber einer dachmontierten Anlage bis 10 kWpeak erhalten im Jahr 2012 bei Netzanschluss im Juli 18,92 Cent/kWh. Bei Inbetriebnahme im August beträgt dieser Wert 18,73 Cent/kWh, im September 18,54 Cent/kWh, im Oktober 18,36 Cent/kWh.
Diese Zahlen zeigen: Die Politik sieht vor, die Vergütungszusagen schrittweise abzusenken, bis die angepeilte Ausbaukapazität der Solarenergie in Deutschland 52 Gigawatt erreicht hat – dies entspricht der stolzen Leistung von 40 herkömmlichen Großkraftwerken. Im August 2012 hatte dieser Ausbau bereits die 30 GW-Marke geknackt. Daher ist Eile geboten, für alle, die sich noch möglichst hohe Erträge sichern wollen.
Mit dieser schrittweisen Preissenkung muss sich zumindest Familie Klimaschutz nicht mehr beschäftigen. Die Anlage auf dem Finthener Reihenhaus ist längst montiert, und ging am 31.07.2012 ans Netz – überschüssiger Strom kann also für 18,92 Cent/kWh eingespeist werden. So sieht sie also aus, die Energiewende, die direkt vor der Haustür, pardon: auf dem Dach stattfindet.

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