4. Februar 2016
Energie sparen

Nachhaltige Stadtentwicklung: Deutschland, deine Ökostrom-Oasen

Eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach? Ein klimafreundlicher Bahnhof? Diese Gemeinden zeigen, wie eine ökologische Stadtentwicklung aussehen kann.

Weniger reden, mehr tun – dieses Motto haben sich einige Gemeinden in Deutschland zu Herzen genommen. Denn Ökostrom lässt sich auf kommunaler Ebene durchaus sinnvoll nutzen. Unsere Infografik zeigt, wie es geht.

Nachhaltigkeit in der Stadt: Entwicklung in Deutschland

 

Breklum (Schleswig-Holstein):
Deutschland: Nachhaltige Stadt Entwicklung

„Erneuerbares Kraftwerk“

Ein großes Gebäude mit rauchenden Schornsteinen – so stellen sich viele ein Kraftwerk vor. Das „Erneuerbare Kraftwerk“ im nordfriesischen Breklum sieht völlig anders aus: Es besteht im Wesentlichen aus Servern und Computern. Denn in Breklum wird kein Strom hergestellt. Vielmehr dient das „Kraftwerk“ als virtuelle Leitstelle, in der die Erzeugung erneuerbarer Energien in der Region gemessen, verbunden und gesteuert wird. So können die 250 mittelständischen Betreiber, die im „Erneuerbaren Kraftwerk“ zusammengeschlossen sind, trotz der wetterabhängigen Erzeugung von Solar- und Windstrom bedarfsgerecht Elektrizität liefern.

Gailingen (Baden-Württemberg):
Deutschland Ökostrom

Biogas aus Wildpflanzen

Ein Landwirt in Südbaden zeigt, wie man mit Biogasanlagen eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern kann: indem man sie nicht mit Mais betreibt, sondern Wildblumen dafür nutzt. Die baut er auf neun Hektar Ackerfläche an. Da die bunten Pflanzen kein Dünge- oder Schutzmittel brauchen und nach der Aussaat über mehrere Jahre geerntet werden können, lohnt sich das für den Bauern auch wirtschaftlich. Der Großteil des Biogases wird in einem Blockheizkraftwerk verbrannt, um ein Krankenhaus in der Region mit Wärme und Strom zu versorgen.

Regen (Bayern):
Nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland

Strom aus dem Garten

Wenn es um nachhaltige Städte in Deutschland geht, darf das bayrische Regen nicht fehlen. Die dortige Grüngutvergärungsanlage ist weniger kompliziert als sie klingt: In der Anlage werden Gartenabfälle wie Rasenschnitt zur Energieerzeugung genutzt. Das Biogas, das bei der Vergärung des Grases entsteht, wird in einem Blockheizkraftwerk verbrannt und zur Stromerzeugung genutzt. Mit der anfallenden Abwärme wiederum werden Wohnhäuser beheizt. Die Gärreste dienen als hochwertiger Kompost und das Presswasser als Flüssigdünger – so bleibt keine Grünfaser ungenutzt.

Kerpen-Horrem (Nordrhein-Westfalen):
Ökostrom in Deutschland

„Grüner Bahnhof“

Dass die Bahn ein vergleichsweise klimafreundliches Verkehrsmittel ist, steht außer Frage. Dass sie auch die nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland fördert, zeigt der erste klimaneutrale Bahnhof Europas im nordrhein-westfälischen Kerpen: Das Gebäude wird mithilfe einer Geothermieanlage geheizt, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt jährlich 31.000 Kilowattstunden Strom. Solarthermie-Module sorgen für warmes Wasser, zudem wird das Regenwasser der begrünten Dachflächen für die Toilettenspülung genutzt. Im Bahnhof gibt es außerdem USB-Ladeanschlüsse und eine WLAN-Verbindung – so gelangt die nachhaltig erzeugte Energie bis zu den Endgeräten der Bahnkunden.

Dresden (Sachsen):
Deutschland Nachhaltigkeit

Abwasserkanal heizt Kirche

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Gotteshauses? Auch das ist moderne ökologische Stadtentwicklung, wie die Weinbergskirche in Dresden zeigt. Die Anlage liefert den Strom für eine Wärmepumpe, die einem nahe gelegenen Abwasserkanal Wärme entzieht und damit das Gebäude beheizt. Auf diese Weise wird ein Großteil des Wärmebedarfs der Kirche gedeckt. Für den restlichen Bedarf wird eine Gasbrennwerttherme genutzt.

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