27. Oktober 2011
Familie Klimaschutz

Das Wetter und der Weltfrieden

Treibhauseffekt, Klimawandel, globale Erwärmung – unterschiedliche Namen für ein und dieselbe weltweite Beobachtung: Es wird ordentlich warm auf unserem Planeten. Die Folgen sind gravierend.

Eigentlich ist der Treibhauseffekt keine schlechte Sache. Im Gegenteil: Er sorgt erst dafür, dass die Erde für uns bewohnbar wird. Denn die Treibhausgase in der Atmosphäre, allen voran Kohlenstoffdioxid, kurz CO2, sorgen dafür, dass ein Teil der Sonnenstrahlen, die auf die Erde treffen, nicht wieder zurück ins All verschwindet.

Ohne dieses Phänomen wäre es auf unserem Planeten viel zu kalt. Aber die Kehrseite der Medaille: Befindet sich zu viel CO2 in der Atmosphäre, werden zu viele Sonnenstrahlen auf die Erde zurückgeworfen. Und das Quecksilber steigt. Die Experten beim Kopenhagener Klimagipfel der Vereinten Nationen waren sich einig: Bis 2050 darf die Erderwärmung 2° Celsius nicht überschreiten. Andernfalls sind die Folgen des Klimawandels nicht mehr in den Griff zu kriegen.

„Her mit dem schönen Wetter!“ mögen Zyniker sagen – doch die höheren Temperaturen greifen massiv in die sensiblen Ökosysteme ein: Vegetationszonen verschieben sich, Gletscher und Eisberge schmelzen und lassen den Meeresspiegel steigen, Landstriche veröden und extreme Wetterphänomene und Naturkatastrophen nehmen zu. Kommt uns das nur so vor, weil wir jeden australischen Buschbrand oder karibischen Wirbelsturm durch die Medien in Echtzeit miterleben? Nein, die internationale Wetterbeobachtung spricht da eine andere, deutliche Sprache.

Und aus all diesen Veränderungen erwachsen existenzielle Probleme für die Menschheit: Krankheiten breiten sich aus, Verteilungskämpfe um fruchtbare Landstriche oder Fischereizonen werden wahrscheinlicher, der steigende Meeresspiegel bedroht tiefliegende Küstenzonen, Urlaubsparadiese und Hafenstädte gleichermaßen. Die Lage ist ernst – das hat auch die Politik erkannt: Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen hat sich im Juli 2011 zu einer gemeinsamen Erklärung durchgerungen und den Klimawandel als „reale Bedrohung für den Weltfrieden“ eingestuft.

Während über die Folgen des Klimawandels weitgehend Einigkeit herrscht, gehen die Meinungen zu den Ursachen auseinander. „Vielleicht scheint ja auch einfach die Sonne etwas stärker als früher“, wird beispielsweise von einigen Klimawandel-Skeptikern ernsthaft gemutmaßt. Allein die Tatsache, dass der erdgeschichtlich höchste CO2-Gehalt in der Atmosphäre zeitlich exakt mit dem Industriezeitalter zusammenfällt, scheint dann doch ein recht bemerkenswerter „Zufall“ zu sein.

Doch bleiben wir bei den Fakten: Der Anteil von Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre hat sich in den vergangenen 150 Jahren um mehr als ein Drittel erhöht. Und dadurch den natürlichen Treibhauseffekt unnatürlich verstärkt. Das Problem: Für Heizung, Verkehr, Konsum, Elektrizität, Industrie und vieles mehr erzeugt jeder Mensch permanent – direkt oder indirekt – Kohlendioxid. Doch es ist ein erheblicher Unterschied, ob pro Kopf und Jahr elf Tonnen CO2 ausgestoßen werden – wie bei uns in Deutschland – oder nur 100 Kilogramm, wie beispielsweise im Kongo.

Es sind wir, die Industrienationen, die den größten Teil zum globalen CO2-Problem beitragen – und deshalb sind es auch wir, die die größte Verantwortung tragen. Um das erwähnte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müsste jeder Deutsche seinen Jahresdurchschnitts-Ausstoß, den CO2-Fußabdruck, auf circa zwei Tonnen senken. Drei Viertel weniger CO2: Das klingt nach Verzicht. Müssen wir unseren gewohnten Lebensstandard aufgeben? Nein, viele Sparmaßnahmen beeinträchtigen uns nicht einmal in unserem Alltag. Ökostrom macht das gleiche Licht wie Kohlestrom, verursacht aber kein CO2. Durch Zugfahren zum Beispiel entsteht im Vergleich zu einem Inlands-Flug nur ein Siebtel an Kohlendioxid. Und ein gut gedämmtes Haus kann sogar bis zu 70 Prozent an Heizenergie sparen.

Die Zeit drängt. CO2 sparen muss endlich zu einer gesellschaftlich hoch geachteten Leistung werden. Jeder einzelne ist dabei gefragt, jeder Haushalt, jedes Unternehmen. Schließlich sitzen wir alle in einem Boot. Beziehungsweise auf einem Planeten. Und den sollten wir nicht noch mehr ins Schwitzen bringen.

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