Ökoenergie

Strompreis-Zusammensetzung: Ein Kuchen für die Energiewende!

Wer kriegt was vom Strompreis-Kuchen? Wofür wird das Geld verwendet? Sie werden sehen: Vieles von dem, was Sie mit dem Strompreis bezahlen, bringt die Energiewende voran.

Strompreis

Strompreis-Zusammensetzung in Deutschland:

  • Genau aufgeschlüsselt von EEG-Umlage bis Mehrwertsteuer.
  • So viel bekommen der Staat, der Energieversorger und der Netzbetreiber wirklich.
  • Wissenswert: So bringt der Strompreis die Energiewende voran.
  • Plus: Arbeits- und Grundpreis richtig verstehen.

Strompreis-Zusammensetzung: Die Basics.

Spätestens bei der nächsten Stromrechnung fragt sich der eine oder andere wieder: Was bezahle ich alles mit dem Strompreis? Wer bekommt welches Stück vom großen Strompreis-Kuchen ab? Was bedeuten Arbeits- und Grundpreis? Wo fließt mein Geld Kilowattstunde für Kilowattstunde eigentlich hin? Hier bekommen Sie die Antworten: wer welchen Anteil vom Strompreis erhält, was wer mit dem Geld macht und wie Stromkunden gemeinsam mit dem Begleichen der Rechnung die Energiewende voranbringen.

 
Wie berechne ich meinen Strompreis?

Wie hoch Ihr Strompreis ist, hängt von zwei Dingen ab. Erstens von Ihrem Tarif. Stromtarife sind von Wohnort zu Wohnort und von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Wie günstig zum Beispiel unser Ökostrom an Ihrem Wohnort ist, finden Sie mit einem Stromvergleich heraus. Zweitens hängt der Strompreis von Ihrem Stromverbrauch ab. Je mehr Sie verbrauchen, desto mehr Stromkosten fallen an – der Strompreis-Kuchen wächst quasi mit jeder Kilowattstunde (kWh).

 

Arbeitspreis und Grundpreis – was versteht man darunter?

Bei der Strompreis-Zusammensetzung kommt es zunächst auf zwei Bestandteile an, auf Arbeitspreis und Grundpreis. Das ist vergleichbar mit Ihrem Handytarif. Der Grundpreis entspricht der Grundgebühr, er ist jeden Monat gleich. Der Arbeitspreis hingegen ist der Preis, den Sie für Ihren Verbrauch bezahlen. Was die Cent pro Minute beim Handy sind, sind hier die Cent pro Kilowattstunde (kWh).

 

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Mit dem Grundpreis bezahlen Sie die Aufwendungen Ihres Stromversorgers. Dazu gehören die Kosten für die Abrechnung und den Stromzähler sowie Vertriebskosten und Messkosten. Für den Strompreis ist neben dem Grundpreis auch der Arbeitspreis relevant. Von ihm werden viele satt: Staat, Stromanbieter und Netzbetreiber erhalten verschieden große Stücke in Form von prozentualen Anteilen, Abgaben, Steuern oder Umlagen.

 

Mit Ökostrom die Energiewende voranbringen.

Tarif berechnen

Strompreis-Zusammensetzung: Gutes für die Energiewende.

Über ein Drittel unseres Stroms stammt bereits aus erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft oder Biomasse. Daran hat die Strompreiszusammensetzung in Deutschland ihren Anteil, denn viele Stücke vom Kuchen kommen der Energiewende zugute. Etwa durch Förderungen, Investitionen oder den Ausbau erneuerbarer Energiequellen.

Besonders klimafreundlich ist ein Stromkuchen, wenn er ein Ökostromkuchen ist. Ok-power-zertifizierter Ökostrom zum Beispiel verdrängt Atom- und Kohlestrom, fördert den Ausbau erneuerbarer Energien und stammt ausschließlich aus regenerativen Anlagen, die zudem umweltfreundlich sind. Hier beantworten wir die Frage „Was ist Ökostrom?“.

Strompreis Zusammensetzung

Die Strompreis-Zusammensetzung in Deutschland zeigt: Der Großteil geht an den Staat als Abgaben, Umlagen und Steuern. Darauf folgt die Netznutzung: Transport und Messung des Stroms sowie Kosten für die Netzinfrastruktur rechnet zwar der Stromanbieter ab. Das Geld fließt anschließend aber komplett an Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und die Staatskasse. Rund 19 % des Strompreises gehen an den Stromversorger selbst, zum Beispiel für Beschaffung und Versorgung.

Strompreis-Zusammensetzung: 55 % für den Staat.

Mehr als die Hälfte des Kuchens geht an den Staat. Damit fördert er zum Beispiel den Ausbau von Anlagen zur Gewinnung nachhaltiger Energie, u. a. durch die Förderung der Betreiber von Solar-, Wasserkraft-, Windkraft-, Geothermie- oder Biogasanlagen.

 

Auch der Kohleausstieg muss finanziert werden. Er soll bis 2038 gelingen, mit staatlicher Unterstützung des Strukturwandels durch Ansiedlung neuer Unternehmen sowie den Ausbau der nötigen Infrastruktur. Schließlich kann sich jeder selbst ein Stück vom Kuchen zurückholen: Weil 35 % der Energie im Privathaushalt verbraucht werden, vor allem durch Heizung und Warmwasser, fördert der Staat die Energiewende mit Beratungen sowie attraktiven Förderprogrammen für energieeffizientere Gebäude.

Strompreis Zusammensetzung

Wie setzt sich der Strompreis zusammen? Abgaben, Steuern, Umlagen:

Rund 55 % des Strompreises gehen an den Staat. Aber in welcher Form und wofür im einzelnen? Hier der Anteil des Bundes an der Strompreis-Zusammensetzung in Deutschland im Überblick.

Strompreis-Zusammensetzung: 6,405 Cent/kWh EEG-Umlage.

Die EEG-Umlage ist unter den Staatseinnahmen beim Strompreis das größte Kuchenstück. Für die Energiewende ist das ganz gut so, denn von der Umlage werden die Betreiber von Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Biogas- und Geothermie-Anlagen gefördert. Das macht sie zum wichtigen Beitrag für die Energiewende. Die Umlage wurde im Jahr 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ins Leben gerufen – auch weil der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Strommix damals bei nur 6 % lag.

Die EEG-Umlage garantiert allen, die saubere Energie erzeugen, feste Vergütungen. Sie soll dazu beitragen, Kohle- und Atomstrom zu ersetzen, indem Energieerzeuger in neue, klimafreundliche Anlagen investieren. Dafür gibt es sogar ein konkretes Ziel, was den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix betrifft: 40 % bis 2025, 80 % bis 2050. Die Größe des Strompreis-Kuchenstücks im Jahr 2019: 6,405 Cent/kWh.

Strompreis eeg

Strompreis-Zusammensetzung: 0,280 Cent/kWh KWK-Umlage.

Die KWK-Umlage ist sozusagen das Kuchenstück gleich neben der EEG-Umlage. Sie ist zwar deutlich kleiner, aber nicht weniger wichtig. Mit ihr unterstützen Sie nämlich die Gewinnung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, zum Beispiel aus Blockheizkraftwerken. Hier wird die bei der Stromproduktion entstehende Wärme zur Wärmeerzeugung genutzt. Das spart bis zu 40 % Primärenergie und senkt die CO2-Emissionen um bis zu 60 % im Vergleich zur Stromproduktion im herkömmlichen Kraftwerk. Alles für nur 0,280 Cent/kWh.

Strompreis kwk Umlage

Strompreis-Zusammensetzung: 0,416 Cent/kWh Offshore-Netzumlage.

Noch bis Ende 2018 bekannt als „Offshore-Haftungsumlage“, leistet die Offshore-Netzumlage mit ihren 0,416 Cent pro Kilowattstunde einen weiteren wichtigen Beitrag dafür, dass aus einer steifen Nordseebrise irgendwann einmal warme Luft aus einem Föhn in Bayern werden kann. Sie soll nämlich die kompletten Kosten für den Anschluss von Offshore-Windparks an das deutschlandweite Stromnetz decken.

Dazu zählen die Kosten des Netzanschlusses ebenso wie die der Entschädigung der Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen, sollte sich der Anschluss verzögern. Wie wichtig die Stromerzeugung auf hoher See für eine saubere Energie der Zukunft ist, zeigen Pläne der Bundesregierung. Danach sollen bis ins Jahr 2039 Offshore-Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 25.000 MW installiert sein.

Strompreis offshore Netzumlage

Strompreis-Zusammensetzung: 0,005 Cent/kWh Abschalt-Umlage.

Das Kuchenstück zur Abschalt-Umlage ist winzig klein. Im Gegensatz zu ihrem geringen Anteil an der Strompreis-Zusammensetzung ist ihr korrekter Name beeindruckend lang: „Umlage für abschaltbare Lasten nach & 18 AbLaV“.  

Nur 0,005 Cent pro Kilowattstunde werden hier von allen Stromkunden erhoben. Mit der Umlage wird die sogenannte Abschaltprämie finanziert: Stromintensive Unternehmen werden dafür belohnt, dass sie ihren Stromverbrauch binnen kürzester Zeit herunterfahren, wenn die Strommenge im Netz zeitweise nicht ausreicht. Das soll der Versorgungssicherheit dienen.

Strompreis abschalt Umlage

Strompreis-Zusammensetzung: 0,305 Cent/kWh Umlage nach § 19 StromNEV.

Unternehmen, die besonders viel Strom verbrauchen, können sich nach § 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) von Netznutzungsentgelten befreien lassen. Die fehlenden Netzentgelte werden auf alle Verbraucher umgelegt, derzeit mit 0,305 Cent/kWh. Dieses Kuchenstück soll also vor allem die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen sicherstellen.

Strompreis Stromnev

Strompreis-Zusammensetzung: 2,05 Cent/kWh Stromsteuer.

Die 2,05 Cent pro Kilowattstunde Stromsteuer fließen als echte Bundessteuer zwar zum großen Teil geradewegs in die Rentenkasse. Die Steuer wurde jedoch ins Leben gerufen, um Klima und Umwelt zu schonen – darum auch im Volksmund „Ökosteuer“ genannt. Der Gedanke des Gesetzgebers: Wenn Energie teurer wird, führt das zu einem bewussteren Umgang mit Energie. Sie soll uns also zum Energiesparen anhalten – was absolut vernünftig ist, darum finden Sie in unserem Blog viele Artikel, mit denen Sie selbst Energiekosten sparen können.

Strompreis Stromsteuer

Strompreis-Zusammensetzung: 19 % Umsatzsteuer.

Rund 90 % seiner Einnahmen nimmt der Bund mit Steuern ein. Die Mehrwertsteuer zählt zu seinen wichtigsten Einnahmequellen. Bildung, Sozialleistungen, innere Sicherheit und Infrastruktur werden damit finanziert. Die Mehrwertsteuer bringt also nicht die Energiewende voran, macht aber viele andere wichtige Staatsleistungen möglich. Die 19 % werden auf den Rechnungsbetrag insgesamt angerechnet.

 

Strompreis-Zusammensetzung: 26 % für Netznutzung.

Gut ein Viertel des Strompreis-Kuchens bekommen die Netzbetreiber für die Bereitstellung des Stromnetzes. Schließlich sorgen Netzbetreiber dafür, dass der ganze Strom in Deutschland durch ihre Netze transportiert wird – von der Erzeugung bis zur Steckdose. Darin enthalten ist die Konzessionsabgabe an die Kommunen. Das Gelingen der Energiewende hängt auch von den Netzbetreibern ab, genauer: vom Netzausbau.

Viele neue Stromleitungen sind nötig, damit saubere Energie ins Stromnetz eingespeist und dahin transportiert werden kann, wo sie gebraucht wird. Mit dem Strompreis finanzieren Sie diesen Ausbau mit. Damit der Ausbau nicht nur die Klimaziele des Pariser Abkommens erfüllt, sondern zudem möglichst umweltfreundlich ist, haben sich einige Netzbetreiber mit Umweltverbänden und Bürgern zur Renewables Grid Initiative zusammengeschlossen.

 

Strompreis-Zusammensetzung: 19 % für den Stromanbieter.

Stromversorger bekommen vom großen Kuchen weniger als ein Fünftel ab: 19 %. Damit finanzieren sie die Stromerzeugung und Strombeschaffung sowie die nötige Verwaltung. Insbesondere mit einem Ökostromtarif bringen Sie als Stromkunde mit jedem Cent pro kWh auch die Energiewende voran. Echte Ökostromanbieter wie ENTEGA investieren nämlich in eigene Anlagen zur sauberen Energieerzeugung. Auch das ist ein Grund, weshalb der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Strommix 2019 bei 40,4 % liegt – 1991 waren es noch gut 3 %.

Seit 2008 haben wir rund 850 Mio. Euro in erneuerbare Energien investiert. Unsere eigenen modernen Anlagen erzeugen bereits jährlich 780.000 Megawattstunden Ökostrom – genug für 260.000 Haushalte – und sparen dem Klima 590.000 Tonnen CO2. Als einer der ersten Energieversorger, der sich für die Energiewende engagiert, wurden wir vom TÜV Süd als „Wegbereiter der Energiewende“ zertifiziert.

 

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