29. August 2014
Nachhaltig leben

Fashionblogger meets Nachhaltigkeit. Teil 2: Projekt „Müllvermeidung“.

Für Fashionblogger Lena war der Wechsel zu Ökostrom der Impuls, nachhaltiger zu leben. Für die kommenden Monate hat sie sich fünf Nachhaltigkeitsprojekte vorgenommen. Ihr Thema im letzten Monat: Müll. Ein persönlicher Bericht über Müllvermeidung und wie sie sich anfühlt.

Wisst ihr, was mich in den letzten Monaten insbesondere an Autobahnabfahrten immer wieder geärgert hat? Der rumfliegende Müll von Fast-Food-Ketten. Einige Leute scheinen ihren Müll lieber in die Gegend zu schmeißen als in den Mülleimer – und das stört mich immens.

Warum ich euch das erzähle? Weil es indirekt ein Auslöser für mein erstes Projekt für ENTEGA ist: konsequent Müll vermeiden. Müll unachtsam herumzustreuen und zu vermeiden, mögen zwei verschiedene Paar Schuhe sein. Aber für mich steht der gleiche Grundgedanke dahinter: Ich kann Müll nicht leiden. Nicht das geringste bisschen.

Das Projekt startet!

Zu Beginn meines Projekts informierte ich mich erstmal und staunte nicht schlecht: Mehr als eine halbe Tonne Müll pro Kopf werfen wir Deutschen jedes Jahr weg und sind damit eines der müllreichsten Länder der EU. Eine halbe Tonne! Als ich das gelesen habe, musste ich erstmal richtig schwer schlucken. Bin ich auch so ein starker Müllproduzent? Ich hatte bisher gedacht, dass ich eigentlich recht vorbildlich mit Müll umgehen würde – aber die Zahlen sagen etwas anderes. Und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde das sehr beunruhigend und möchte alles daransetzen, meinen Anteil an der Masse so gering wie möglich zu halten. Und damit habe ich in den letzten vier Wochen begonnen.

Schritt 1: Mülltrennung und Recycling

Meine Eltern haben mir das mit der Mülltrennung und dem Recycling ziemlich gut beigebracht und ich trenne konsequent zwischen Restmüll, Wertstoffmüll (Plastik und allem, was den Grünen Punkt hat), Altglas und Altpapier.
Also hatte ich schnell einen Überblick, aus was mein Müll eigentlich so besteht und woran ich sparen kann: Altglas musste ich in den letzten sechs Monaten erst einmal wegbringen. Als Single-Haushalt habe ich nicht viel Restmüll, denn ich kaufe sehr sparsam ein und esse mittags in der Kantine. Der größte Teil meines Mülls besteht aus Papier und vor allem Plastik.

Meine Schwachstelle: Plastikmüll

Plastikmüll, das sind in meinem Haushalt Plastikverpackungen von Essen – insbesondere von Obst – und Umkartons von Online-Bestellungen sowie Einkaufstüten und ganz besonders oft kamen an heißen Tagen Plastikgetränkebecher dazu. Je mehr ich darüber nachdachte, desto bewusster wurde mir, dass ich wohl tatsächlich nicht so vorbildlich mit Müll umgehe, wie ich angenommen hatte. Das waren also meine Hauptlaster, für die ich schnellstmöglich Lösungen finden wollte.

Schritt 2: Müllvermeidung

Das Ziel lautete also: Plastikmüll minimieren. Mit kleinen Schritten und Methoden habe ich versucht, insbesondere am Wertstoffmüll zu sparen.

Papier statt Plastik

Ich bin ein Beeren-Fan. Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und Brombeeren: Je heißer es draußen ist, desto größer wird mein Beerenkonsum. Das Schlimme dabei ist: Alles kommt in harten Plastikschalen daher. Zumindest, wenn man sie im Supermarkt kauft, so wie ich das bisher getan habe. Das ist zwar bequem, aber so sammelt sich unglaublich schnell ein großes Volumen an Plastikmüll an. Die Lösung ist so einfach: Allein in meinem kleinen Wohnort gibt es zwei Obst- und Gemüseläden, in denen es nicht nur frischeres Obst und Gemüse gibt, sondern wo auf Plastikmüll verzichtet wird und meine geliebten Beeren in Pappschalen verkauft werden – die können bestenfalls sogar kompostiert werden. Der Müll löst sich sozusagen auf! Besser geht’s kaum. Zugegeben, das Obst dort ist sicherlich ein bisschen teurer – dafür weiß ich aber auch, wo es herkommt, und ich spare mir den Müll.

In der Stadt einkaufen statt online bestellen

Für Blogger ist es inzwischen fast zur täglichen Normalität geworden: Wir bekommen Pakete en masse. Dazu muss ich gestehen: Ich kaufe unglaublich gerne (und viel) online ein – das ist für mich inzwischen so normal wie der Gang zum Kühlschrank. Das Ganze ist eine ziemlich krasse Verschwendung, denn nicht nur werden in den meisten Fällen viel zu große Pakete in Relation zum Inhalt verwendet, sondern es entsteht neben dem Papiermüll (den Kartons) auch meistens jede Menge zusätzlicher Plastikmüll, bestehend aus den Einzelverpackungen des Inhalts. Dazu kommt das CO2, das der Paketbote ausstößt, um mir meine Bestellung zuzustellen – von der ich im schlimmsten Fall die Hälfte wieder retourniere. Das muss ja eigentlich nicht sein!
Also habe ich in den letzten vier Wochen lieber wieder öfter in der Stadt eingekauft, wenn ich sowieso in der Nähe war. Dabei habe ich mich nicht nur ein bisschen mehr bewegt als bei meiner virtuellen Shoppingtour vor dem Laptop, sondern es schonte auch die Umwelt und ganz nebenbei auch meinen Geldbeutel. Denn wenn man die Sachen tatsächlich vor sich hat, legt man so manches Teil doch wieder weg.

Fürs Shoppen gerüstet sein spart Müll!

In der Zeit meines Müllspar-Projekts war ich richtig stolz, wann immer ich Müll vermeiden konnte – dazu erzähle ich euch gerne eine kleine Anekdote. In der ersten Woche meines Projekts war ich mit einer sehr großen und geräumigen Handtasche einkaufen. Als mir die Verkäuferin das erste Teil in eine Plastiktüte stecken wollte, wie das so üblich ist, haderte ich ein bisschen mit mir selbst. Denn mal ehrlich: die meisten Tüten brauchen wir gar nicht. Für die meisten Einkäufe fände sich auch in unserer Handtasche Platz. Aber eine Tüte zu bekommen, das sind wir eben gewohnt und das erwarten wir auch. Eher schüchtern sagte ich dann schnell: „Ich brauche keine Tüte, das geht so!“ Die bis dahin eher miesgelaunte Verkäuferin schaute freudig auf und sagte: „Das finde ich gut, der Plastikmüll ist echt nervig!“ Die Wirkung auf mein Gewissen war der Wahnsinn. Ich fühlte mich richtig gut und anstatt es nur schnell einzuwerfen, sagte ich mein Sätzchen, dass ich keine Tüte bräuchte, bei meinen nächsten Einkäufen schon fast mit Stolz und die Reaktion war überall positiv. Keiner schaute mich schief an.
Von nun an hatte ich – wenn ich mal keine größere Tasche dabeihatte – zumindest immer eine Tüte dabei, die man ganz klein zusammengefaltet überall mit hinnehmen kann. Ob beim Kleidershoppen oder beim Wocheneinkauf sparte ich mir also konsequent die Plastiktüten.

Vielleicht habt auch ihr Anfang des Jahres die Diskussion zum Thema Plastiktüten und deren Auswirkung auf die Umwelt mitbekommen. In diesem Zusammenhang forderte man, dass Plastiktüten in allen Läden einer Bezahlpflicht unterliegen sollten. Das finde ich richtig gut – denn selbst wenn man die Tüten nach dem Kauf mehrfach verwendet, so werden sie doch irgendwann achtlos weggeworfen. Und das Geld für die Tüten an der Supermarktkasse kann man sich auch sparen, indem man sich richtig feste Taschen zulegt, die man jahrelang verwenden kann.

Müll sparen an allen Ecken und Enden

Die oben genannten Beispiele sind nur ein Teil dessen, was ich in den letzten vier Wochen so getrieben habe. Kaum war das Projekt Müllvermeidung mal in Gange, entdeckte ich überall kleine Wege, Müll zu sparen: Einwegrasierer austauschen und nur noch Klingen nachkaufen, immer die Nachfüllpacks wählen, statt die harten Neuverpackungen zu nehmen, und Lebensmittel lieber frisch vom Markt oder im darauf spezialisierten Einzelhandel kaufen. Das hat nicht nur den Effekt, dass man Müll spart, sondern auch, dass das Essen meistens auch aus dem näheren Umkreis kommt und nicht so belastet ist.

Fazit meines Müllprojekts

Ob ich am Gesamtgewicht meines Jahrespensums an Müll wirklich viel ändern kann, weiß ich noch nicht – aber am Volumen habe ich in den letzten Wochen ganz sicher so einiges gespart. Und auch so viel kann ich sagen: Müll sparen wirkt sich positiv auf die Einstellung zum Thema Umwelt aus und macht auch ziemlich stolz bei wenig Aufwand.

Und bitte denkt auch daran, Müll nicht zu vermischen, vor allem Plastik und Papier getrennt zu halten und richtig zu entsorgen. Denn auch Mülltrennung und Recycling sind schon mal ein wichtiger Schritt, um die Müllberge zu verkleinern.

Wie ist es bei euch? Achtet ihr darauf, Müll zu sparen, und habt ihr vielleicht noch ein paar hilfreiche Tipps für mich?

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  1. Super Aktion. Das wäre auch noch mal eine gute Gelegenheit für mich als Mutter und Mama-Bloggerin. Ich befürchte, da gibt es noch so einige Stellschrauben, an denen ich drehen könnte und müßte-

  2. Gernot und Manuela am 9. Oktober 2014 um 18:43

    Mein Freund und ich schwören auf Stoffbeutel, die muss man nur einmal kaufen und sind gerade bei Lebensmitteleinkäufen sehr viel reißfester als Plastiktüten.
    Ausserdem bin ich der Meinung, dass der Preis der Plastiktüten ruhig noch mehr gesteigert werden könnte, von mir aus teurer als die Stoffbeutel. Dann würden die Leute vielleicht mal etwas mehr nachdenken und nicht immer einen Plastikbeutel nehmen.
    …Als hätten wir noch einen zweiten Planeten Erde im Keller liegen!

    • ENTEGA-Team am 22. Oktober 2014 um 14:53

      Eine gute Einstellung, wie wir finden. Das Nutzen von Stoffbeuteln schont zum einen den Geldbeutel und vor allem aber auch die Umwelt, da sie nicht so oft bzw. gar nicht weggeschmissen werden. Es sind die Kleinigkeiten, die am Ende den Unterschied machen. Also: weiter so!
      Ihr ENTEGA Team

  3. Dieser Artikel kommt genau zur rechten Zeit, für ein Uniprojekt werde ich nämlich auch nächsten Monat versuchen, meinen Müll zu verringern um das Klima zu schonen, hängt ja alles irgendwie zusammen. Und das mit keine Platiktüte geben lassen mach ich schon lange und es klappt ausgezeichnet.

    • ENTEGA-Team am 22. Oktober 2014 um 14:52

      Es freut uns, dass Sie bereits mit kleinen Handlungen, wie das Nicht-Nutzen von Plastiktüten, der Umwelt etwas Gutes tun. Weiterhin viel Erfolg mit ihrem Uni-Projekt und dem Klimaschutz.
      Ihr ENTEGA Team.

  4. Ich bin so der Nazi unter den Mülltrennern :D Ich liiiebe es, Müll zu trennen und finde es auch ganz ganz ganz wichtig! Bis vor 3 Jahren, als ich noch zu Hause gewohnt habe, habe ich nie was davon mitbekommen und habe es erst als radikale Gegenmaßnahme entwickelt seitdem ich alleine wohne. Ich bin da auch richtig kleinlich. Ich freue mich immer, wenn Joghurtverpackungen die aus Plastik und Papier bestehen, extra so Perforierungen haben, damit man das auch akkurat trennen kann :D Wenn z.B. eine Tafel Schokolade abläuft oder schon zu alt ist, um sie noch zu essen, kommt die nicht einfach so in den Restmüll, sondern wird ausgepackt und die Schokolade kommt in die Biotonne und das Plastik in den gelben Sack :D Bin gespannt, was du noch so machst! Das mit den Einkaufstüten sollte ich mir übrigens auch mal angewöhnen… Jedenfalls beim Shoppen, beim Einkauf habe ich natürlich längst eine feste große Plastiktüte, die immer dabei ist und, wenn ich sie mal vergessen habe, kommt eine aus Papier mit, die ja mittlerweile ja auch nur aus recyceltem Material hergestellt werden :D

    • Hallo Lydia, schön zu lesen, dass Sie für sich die Mülltrennung entschieden haben. Viele vergessen oft, wie wichtig das ist und welche Auswirkung es hat wenn der Müll nicht getrennt wird.
      Weiterhin viel Spaß beim Mülltrennen!
      Viele Grüße, Ihr ENTEGA Team

  5. Ich finde das richtig gut! Auch ich selbst habe in letzter Zeit immer mehr darauf geachtet und ich bin mir sicher, dass schon der kleine Effekt des Plastiktüten-Weglassens große Auswirkungen haben kann. Weiter so!

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