20. Februar 2014
Klimaneutral wirtschaften

Beleuchtung am Arbeitsplatz: Stromsparen auf Knopfdruck

Energieeffiziente Lampen, eine intelligente Steuerung und möglichst viel Tageslicht – mit einem durchdachten Beleuchtungskonzept lässt sich gerade in Büros sehr viel Strom sparen. Die Investition in mehr Effizienz rechnet sich oft schon nach wenigen Monaten – außerdem kann ein verbessertes Beleuchtungskonzept die Produktivität steigern und den Krankenstand reduzieren.

Licht ins Dunkel bringen: die Analyse des Ist-Zustands

Kostenbewusste Unternehmer wissen längst, dass die Beleuchtung am Arbeitsplatz ein großes Potenzial für Einsparungen birgt. Dass dies nicht nur auf Fabrikhallen oder hell erleuchtete Verkaufsräume beschränkt ist, sondern auch auf normale Büros zutrifft, ist jedoch für viele immer noch Neuland. Das Problem: Gerade in Büros wird eine hohe Stromrechnung oft allein den übrigen Stromverbrauchern – Computern, Kopierern, Druckern, Kaffeeautomaten – zugeschrieben. Fakt ist aber: In den meisten Betrieben nimmt die Beleuchtung die Pole-Position unter den Stromverbrauchern ein – ca. 40 % der Energiekosten gehen auf ihr Konto.

Um den Handlungsbedarf realistisch einzuschätzen, ist es notwendig, sich einen Überblick über den gegenwärtigen Verbrauch zu verschaffen: Wann und wie lange brennen die Lampen? Und wie viel Energie wird nur dafür verbraucht? Einen guten Richtwert für den Stromverbrauch liefert eine Effizienzverordnung aus der Schweiz: Erstrebenswert sind in Einzel- und Gruppenbüros 11,5 Watt pro Quadratmeter Raumfläche (W/m2), im Großraumbüro 9 W/m2, im Empfangsbereich 5,5 W/m2, im Sitzungszimmer 11,5 W/m2.

Lichtstark: die Wahl der richtigen Leuchtmittel

Im nächsten Schritt der Analyse gilt der prüfende Blick den eigentlichen Lichtquellen: Welche Art von Lampen und Leuchtmitteln ist installiert? Wie alt – und somit ineffizient – ist die vorhandene Ausstattung?

Beleuchtung am Arbeitsplatz: Kleine Lampenkunde

Abschalten: Beleuchtung bei Bedarf

Ein reduzierter Stromverbrauch im Betriebszustand ist das eine, aber die Lampen sollten auch nur dann eingeschaltet sein, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Ist das Großraumbüro hell erleuchtet, nur weil ein Mitarbeiter Licht am Arbeitsplatz braucht? Brennt das Licht in Flur, Tiefgarage und Toilette ununterbrochen, obwohl es jeweils nur kurz benötigt wird? Schaltet sich das Licht im Aufzug aus, wenn keiner fährt, oder brennt es 24 Stunden am Tag? Es gibt viele technische Hilfsmittel zur Lösung dieser Probleme: Zeitschaltuhren, Abschaltautomatiken, Präsenzmelder und sensorgesteuerte Dimmer bei ausreichendem Tageslicht. Hinzu kommen intelligente Lichtsysteme und neuartige Technologien, die beispielsweise den Stromfluss des Leuchtmittels für Nanosekunden unterbrechen und so den Stromverbrauch um bis zu 40 % reduzieren.

Hellsichtig: passende Beleuchtungsstärke ermitteln

Auch ein durchdachtes Beleuchtungskonzept kann Kosten einsparen helfen: Muss ein Raum großflächig erleuchtet sein? Oder reicht eine punktuelle Beleuchtung am Arbeitsplatz aus? Wo wird eine variable Zusatzbeleuchtung benötigt?

Neben der direkten Ersparnis durch einen verringerten Stromverbrauch hat ein geplantes Lichtsystem aber vor allem auch direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Bezüglich der Mindesthelligkeit, also wie viel Licht am Arbeitsplatz benötigt wird, macht der Gesetzgeber je nach Branche eindeutige Vorgaben – geregelt u. a. durch das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Denn: Ist der Arbeitsplatz nicht gut beleuchtet, steigt das Risiko von Unfällen, die Augen ermüden schneller, die Qualität der Arbeit nimmt ab, Fehler häufen sich.

Aber auch das Gegenteil kann negative Folgen haben: Zu viele und falsch gesetzte Lichtquellen spiegeln sich in den Monitoren, erschweren so die Arbeit am Computer und führen zu einer verkrampften Sitzhaltung – hier greifen die Richtlinien der „Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten (BildscharbV)“.

Mehr Licht: Vorhang auf für die Sonne

Stärkster Verbündeter im Bemühen um sinkende Stromkosten ist die Sonne. Man muss sie nur hereinlassen. Wie viel Tageslicht am Arbeitsplatz ankommt, ist weitgehend abhängig von unveränderlichen Gegebenheiten wie den Raumgrößen und -höhen, den Fensterflächen und der Lage des Büros. Bei Neubau oder Umzug sollte deshalb so früh wie möglich ein Lichtplaner mit ins Boot geholt werden. Doch auch bei Bestandsgebäuden lassen sich noch viele Faktoren optimieren:

+ Arbeitsplätze möglichst in Fensternähe platzieren.
+ auf „Lichtschlucker“ wie Trennwände oder dunkle Möbel, Teppiche und Tapeten verzichten.
+ Wände in hellen, lichtreflektierenden Farben streichen.
+ Fensterbänke freihalten von Gegenständen, die den Arbeitsplatz verschatten.
+ auf regelmäßige Reinigung der Fenster achten.

Außer durch die messbare Lichtstärke zeichnet sich Sonnenlicht durch viele weitere Eigenschaften aus – beispielsweise die Lichtrichtung, die Farbtemperatur, den Wechsel von kurz- zu langwelligem Licht im Tagesverlauf –, auf die der menschliche Organismus besonders sensibel reagiert: Je nach Tageszeit werden diverse Hormone freigesetzt, die unseren Biorhythmus positiv beeinflussen.
Kurzum: Je höher der Tageslichtanteil und die Farbtemperatur sind, desto aktiver und produktiver ist der Mensch. Darüber hinaus ist ein Zusammenhang zwischen mangelndem Tageslicht und erhöhtem Krankenstand nachgewiesen.

Einleuchtend: die Lichtsituation aktiv verbessern

Das Thema Beleuchtung am Arbeitsplatz ist denkbar komplex. Die Gesetzeslage ist kompliziert, die technischen und raumplanerischen Möglichkeiten sind vielfältig. Eine Beleuchtungsoptimierung im Alleingang ist somit ein zeitraubendes Unterfangen, das jeden Unternehmer von seiner eigentlichen Arbeit fernhält. Auf effizientere Leuchtmittel umzusteigen ist ein guter Anfang, aber damit sind die möglichen Einsparungen längst nicht ausgeschöpft. Um das gesamte Potenzial eines professionellen Beleuchtungsmanagements zu entfalten, empfiehlt es sich, Experten hinzuzuziehen. ENTEGA Energieeffizienz beispielsweise bietet Geschäftskunden umfangreiche Unterstützung auf dem Weg zur optimalen Beleuchtung – nicht nur zum Wohle Ihres Betriebskontos, sondern auch für eine angenehmere Arbeitsatmosphäre, motiviertere Mitarbeiter und eine gesteigerte Produktivität am Arbeitsplatz.

Weiterführende Informationen

*„Energiespartipps für die Beleuchtung“: Broschüre der Deutschen Energie-Agentur dena.

*„Effiziente Lichtsysteme: Energie sparen – Klima schützen – Kosten senken“ herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz.

*„Europäische Energieeffizienz-Anforderungen an Beleuchtung“: Factsheet der Deutschen Energie-Agentur dena.

*„Beleuchtung im Büro: Hilfen für die Planung von Beleuchtungsanlagen von Räumen mit Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen“ (BGI 856): erstellt von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Büro“ des Fachausschusses „Innenbeleuchtung“ der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e. V. (LiTG).

*„Tageslicht am Arbeitsplatz – leistungsfördernd und gesund“ (BGI/GUV-I 7007): herausgegeben von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

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