25. August 2016
Energie sparen

18 Fakten, um Ihre Verbrauchsabrechnung zu verstehen. Und 9 Tipps, eine Ökostrom-Rechnung kleinzukriegen.

Die jährliche Verbrauchsabrechnung oder Ökostrom-Rechnung sieht komplizierter aus als sie ist. Mit unseren Fakten verstehen Sie die Details. Und mit unseren Tipps sparen Sie bares Geld.

Stromrechnung senken
Im Kern ist die Stromrechnung für alle gleich. Ob ENTEGA-Kunde oder nicht, ob Ökostrom-Rechnung oder anderer Strommix: Hier erfahren Sie, was die Angaben auf Ihrer Verbrauchsabrechnung bedeuten, wie Sie Ihren Stromverbrauch richtig einschätzen und wie Sie Ihre Stromrechnung senken können.

Wie setzt sich die Stromrechnung zusammen?

1. Die Basics
Wie eine beispielhafte Verbrauchsabrechnung aussieht und was man dazu wissen muss, erfahren Sie auch in unseren FAQs. Auf der ersten Seite finden Sie das Wichtigste: den Rechnungsbetrag. Dieser berechnet sich aus Ihrem tatsächlichen Verbrauch minus die bereits von Ihnen gezahlten monatlichen Abschläge. Im besten Fall steht dort eine Null. In der Regel aber nicht. Denn wenn die monatlichen Abschläge niedriger waren als Ihr tatsächlicher Verbrauch, steht dort eine Summe – die Nachzahlung. Im umgekehrten Fall bekommen Sie eine Gutschrift. Wie Sie eine Nachzahlung möglichst vermeiden können, erfahren Sie unter Punkt 15.

2. Die Energiekosten
Hier sehen Sie, welche Stromkosten Sie tatsächlich für den Abrechnungszeitraum zahlen müssen. Und welche Zahlungen Sie bereits geleistet haben, also die Summe Ihrer monatlichen Abschlagszahlungen. Die Differenz ergibt die Nachzahlung oder eine Gutschrift.
Wenn Sie also nachzahlen müssen, heißt das nicht, dass sich der Strompreis erhöht hat oder dass Ihr Stromanbieter den Preis geändert hat. Es bedeutet lediglich, dass Ihr monatlicher Abschlag zu niedrig ist: gemessen an dem, was Sie an Strom verbraucht haben. Wie Sie Ihren Abschlag jederzeit ändern können, lesen Sie unter Punkt 18.

3. Zukünftiger monatlicher Abschlag
Ihr Stromanbieter ist keine Bank. Er stellt Ihnen nur das Geld für den Strom in Rechnung, den Sie tatsächlich verbrauchen. Darum ist es ihm am liebsten, wenn auf der Stromrechnung am Ende eine Null rauskommt.
Sie können Ihren monatlichen Abschlag jederzeit ändern. Ihr Anbieter kann das nur einmal im Jahr – über den zukünftigen Abschlagsbetrag. Der passt Ihre Zahlungen dem tatsächlichen Verbrauch des in der Rechnung angegebenen Zeitraums an. Sollte sich also im Laufe des nächsten Jahres Ihr Verbrauch deutlich ändern, können und sollten Sie selbst aktiv werden und den Abschlag anpassen (siehe Punkt 18). Die Termine, zu denen Ihre Monatszahlungen fällig werden, sehen Sie gleich darunter. Statt immer pünktlich zu überweisen, können Sie auch eine Einzugsermächtigung erteilen.

4. Grund- und Arbeitspreis
Neben Zählernummer, Zählerständen und Ihrem Tarif stellen Sie auf Seite drei fest, dass Ihr Strompreis zwei Seiten hat: Er besteht eigentlich aus zwei Preisen, dem Arbeitspreis und dem Grundpreis. Das hat seinen guten Grund. Wir vergleichen es mal mit Ihrem Handytarif:
Der Arbeitspreis ist der Preis für Ihren Verbrauch, also das, was beim Handy die „9 Cent pro Minute in alle deutschen Netze“ sind. Er wird in Cent pro Kilowattstunde (Cent/kWh) berechnet. Im Arbeitspreis steckt eine ganze Menge drin: Dafür bekommen Sie die Stromerzeugung und den Transport des Stroms bis zu Ihrer Steckdose. Außerdem zahlen Sie damit einige Abgaben, Umlagen und Steuern (dazu Punkt 6). Entsprechend ist er abhängig vom Verbrauch – und vom gewählten Tarif.
Mit dem Grundpreis finanziert Ihr Stromanbieter seine Aufwendungen wie Abrechnung, Stromzähler und allgemeine Vertriebskosten. Darum wird der nur einmal im Jahr verbrauchsunabhängig berechnet. Genauso verhält es sich mit der Grundgebühr bei Handytarifen: Da zahlt man jeden Monat den gleichen Betrag, ganz egal, wieviel man telefoniert hat.

5. Was ist eine kWh?
Ihr Verbrauch wird in kWh gemessen. Sicher haben Sie das schon mal auf einem Haushaltsgerät gesehen: Ein Föhn zum Beispiel kann 1.000 Watt Leistung haben, das sind genau ein Kilowatt (kW). Föhnt der Föhn nun eine Stunde (h) lang, verbrauchen Sie ein Kilowatt in der Stunde, also ein kWh.

Die Stromrechnung-Zusammensetzung

6. Was sollen die ganzen Abgaben?
Auf Ihrer Rechnung finden Sie Abgaben, Umlagen und Steuern mit teils abenteuerlichen Namen. Die Paragrafen machen das Ganze nicht durchschaubarer, sind aber ein entscheidender Hinweis: Denn mehr als die Hälfte Ihres Strompreises geht nicht an den Stromanbieter, sondern an den Staat. Derzeit sind das 51,3 %.
Wenn sich Ihr Strompreis erhöht, heißt das also nicht, dass Ihr Stromanbieter mehr Geld verdient, sondern möglicherweise nur, dass sich die staatlichen Abgaben, Umlagen oder Steuern erhöhen. Die sind für alle Stromlieferanten gleich. Und weil der Staat sie festlegt, kann Ihr Anbieter daran auch nichts machen.

7. Die EEG-Umlage
Hiermit leisten Sie Ihren Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Derzeit sind das 6,354 Cent/kWh. Der Staat fördert damit die Gewinnung von Energie aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Windkraft oder Sonnenenergie. Das zahlt er nämlich nicht aus der eigenen Kasse, sondern eben durch die Umlage auf alle Stromkunden – egal, ob Sie eine Ökostrom-Rechnung bekommen oder nicht.

8. KWK-Umlage
Mit der KWK-Umlage unterstützen Sie die nachhaltige Energieerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt: Hier wird Energie zur Erzeugung von Strom und Wärme gleichermaßen genutzt, zum Beispiel in einem Blockheizkraftwerk. Die Nutzung der Abwärme ist etwas kostenintensiver, die dabei erzeugte Energie aber umweltfreundlich und wird darum vom Staat unterstützt. Die Umlage liegt derzeit bei 0,445 Cent/kWh.

9. Umlage nach § 19 der Stromnetzentgeltverordnung
Unternehmen, die besonders viel Energie verbrauchen, können sich von Netznutzungsentgelten befreien lassen. Das wird anteilig kompensiert – mit 0,378 Cent/kWh auf Ihre Stromlieferung.

10. Die Offshore-Haftungsumlage
Es kann sein, dass eine Offshore-Windkraftanlage fertiggestellt ist, der Anschluss ans Netz aber noch nicht. In diesem Fall hat der Anlagenbetreiber einen wirtschaftlichen Schaden. Dieser Schaden wird durch die Offshore-Haftungsumlagen auf den Rechnungen der Stromkunden kompensiert. Genau genommen steuern Sie derzeit 0,040 Cent/kWh dazu bei.

11. Stromsteuer
Die Stromsteuer ist eine echte Bundessteuer. Im Volksmund heißt sie auch Öko-Steuer. Denn die 2,05 Cent/kWh zahlen Stromkunden, damit das allgemeine Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Energie geweckt wird. Sie soll einfach zum Energiesparen anregen (Tipps dazu ab Punkt 19). Verwendet wird das Geld zur Entlastung der Sozialkassen, z. B. für die Rentenversicherungsbeiträge.

12. Umsatzsteuer

Die Mehrwertsteuer kennt wiederum wohl jeder. Die 19 % richten sich nicht nach dem Stromverbrauch, sondern werden auf die Summe aller Bestandteile, also den Rechnungsbetrag insgesamt, angerechnet.

Bei der Stromrechnung sparen

13. Ist Ihr Verbrauch normal?
Viele Stromkunden sehen auf der Rechnung einen vierstelligen Verbrauchswert und kriegen einen Schreck. 3.758 kWh soll ich verbraucht haben? Das klingt erst mal nach viel, kann aber je nach Haushalt ganz normal sein. Folgende Durchschnittswerte gelten Experten zufolge für verschiedene Haushaltsgrößen:

Einpersonenhaushalt: 2.050 kWh.
Zweipersonenhaushalt: 3.440 kWh.
Dreipersonenhaushalt: 4.050 kWh.
Vierpersonenhaushalt: 4.940 kWh.

Wo genau Sie liegen und wie sich das zum Durchschnitt verhält, sehen Sie bei ENTEGA übrigens auf Ihrer Stromrechnung als Infografik auf der zweiten Seite.

14. Kann ich meine Stromrechnung senken?

Selbst wenn Sie mit Ihrem Verbrauch im Bundesdurchschnitt liegen: Zum Klimahelden werden Sie damit noch lange nicht. Allgemein geht man davon aus, dass man bei einem normalen Wert immer noch bis zu 25 % Energie sparen kann – und damit viel Geld. Tipps hierfür finden Sie ab Punkt 19. Wie Sie in drei Schritten zum Energiesparprofi werden, sagen wir Ihnen in diesem weiteren Blog-Artikel.

15. Nachzahlungen vermeiden
Nachzahlungen vermeiden Sie, indem Ihre monatliche Abschlagszahlung möglichst genau Ihrem tatsächlichen Verbrauch entspricht. Wenn Sie also pro kWh, die Sie verbrauchen, Abschläge zahlen. Das gilt erst recht bei einem Anbieterwechsel, wenn dem neuen Anbieter noch keine Vergleichswerte aus dem Vorjahr vorliegen. Bleiben Ihre Lebensumstände und damit Ihr Verbrauch im Rahmen des letzten Jahres, können Sie bei einem Wechsel einfach den letzten Wert übernehmen. Auch sonst sollte Ihr im Voraus gezahlter Betrag einigermaßen zu Ihrer vorherigen Verbrauchsabrechnung passen. Spannender wird es, wenn sich der Verbrauch grundlegend ändert. Das kann der Fall sein, wenn Sie in eine größere Wohnung ziehen oder Nachwuchs bekommen.

16. Abschlag richtig schätzen

Ändern sich Ihre Lebensumstände und damit Ihr Verbrauch grundlegend, hilft schätzen. Der Bund der Energieverbraucher hat hierfür eine Formel aufgestellt. Sie lautet:

   (Wohnungsgröße in qm) x 9
+ (Personen im Haushalt) x 200 (bei Warmwasser mit Durchlauferhitzer x 550)
+ (Zahl großer Elektrogeräte) x 200
= geschätzte kWh im Jahr.

Alternativ können Sie sich an den unter Punkt 13 genannten Durchschnittswerten orientieren.

17. Verbrauch kontrollieren
Ob Sie mit Ihrer Verbrauchsschätzung richtig liegen, können Sie mithilfe von Strommessgeräten beurteilen. Man steckt sie zwischen Stecker und Gerät. Am besten misst man über mehrere Tage, denn manche Geräte schwanken in ihrem Verbrauch. Bei einigen Geräten kann man den Strompreis angeben und sich gleich die geschätzten Stromkosten dieses Gerätes für das ganze Jahr anzeigen lassen.
Ob Computer, Stehlampe oder Kühlschrank – Sie werden vermutlich die eine oder andere Überraschung erleben. Den Stromverbrauch von häufig genutzten Geräten zu kennen, ist nicht nur ein guter Gradmesser für den Jahresverbrauch, sondern auch ein erster Schritt, um Energie sparen zu können (siehe ab Punkt 19). Sie müssen ein solches Gerät nicht einmal kaufen: Viele Verbraucherzentralen, Klimaschutzagenturen und Energieversorger bieten diese leihweise an. Bei ENTEGA können Sie Strommessgeräte kostenlos in den ENTEGA Points ausleihen oder auch im Energiespar-Shop kaufen. Wie Sie einen Tag mit einem Strommessgerät optimal nutzen können, sagen wir Ihnen hier.

18. Abschlag ändern

Ihre monatliche Abschlagszahlung können Sie jederzeit ändern. Kommt das erste Elektroauto oder zieht die Schwiegermutter zu Hause ein, ist ein erhöhter Verbrauch absehbar. Bei ENTEGA können Sie den Abschlag einfach selbst anpassen: in MeineENTEGA.de.

Die Stromrechnung senken

19. Standby? Aus und vorbei
25 % Energieersparnis für einen normalen Haushalt sind ein ganz schön großes Potenzial. Entsprechend groß sind die Möglichkeiten. Ihre Ökostrom-Rechnung senken Sie zum Beispiel, wenn Sie Geräte nicht im Standby-Modus laufen lassen, sondern vom Netz nehmen. Das geht ganz einfach mit einer abschaltbaren Steckerleiste.
Typische Stromfresser verstecken sich gerne im Keller, in der Küche oder im Wohnzimmer. Sie verraten sich oft dadurch, dass ihr Netzteil noch warm ist, obwohl sie ausgeschaltet sind. Wenn Sie ganz genau wissen wollen, wie gefräßig sie sind, hilft ein Strommessgerät (siehe Punkt 17).

20. Back-Rezept

Wir haben für jedes Backrezept die optimale Zubereitungsempfehlung: aufs Vorheizen verzichten und den Ofen ein paar Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten.

21. Kühlschrank-Kniff
Wenn Sie einen neuen Kühlschrank kaufen müssen, kaufen Sie die für Ihren Haushalt passende Größe: Denn je voller ein Kühlschrank ist, desto weniger Energie verbraucht er. Wenn Sie dabei Ihren 15-jährigen Oldie ersetzen, sparen Sie durch einen Kühlschrank oder eine Kühl-Gefrierkombination mit niedrigsten Energieverbrauchswerten die Anschaffungskosten schon nach wenigen Jahren wieder ein. Sparen Sie sich hingegen den kurzen Blick in den Kühlschrank, ob das Licht wirklich aus ist. Jedes Öffnen erwärmt die Luft im Kühlraum und die muss hinterher wieder mit voller Energie runtergekühlt werden. Brrrrrrr.

22. Voll-Wasch-Gang

Was für den Kühlschrank gilt, gilt auch für die Waschmaschine: „Voll ist toll“. Wenn Sie Ihre Maschine nur halb voll laufen lassen, verbraucht diese zwar weniger Energie als bei kompletter Füllung. Leider aber nicht die Hälfte, womit sich der „Voll-Wasch-Gang“ auf lange Sicht lohnt. Weitere Energiespartipps für Ihren Haushalt haben wir hier für Sie zusammengestellt.

23. Effizientes Spülen
Geschirrspüler verfügen heute in der Regel über einen Eco- oder Sparmodus. Damit wird das Geschirr genauso sauber, aber deutlich günstiger für Umwelt und Portmonee. Falls Ihr Spüler keine solche Funktion hat, wird es möglicherweise Zeit für eine Neuanschaffung. Ein Gerät mit der Energieeffizienzklasse A+++ spart im Jahr rund 40 Euro gegenüber einem 12 Jahre alten Gerät, so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

24. Truhe oder Schrank?

Ob Sie eine Kühltruhe oder einen Gefrierschrank kaufen, ist nicht nur Geschmacksache. Kommt beides in Frage, fahren Sie mit der Truhe besser, denn diese arbeitet energiesparender. Noch besser fahren Sie sogar, wenn Sie die Truhe an einen kühlen Ort im Keller stellen. Dann muss sie nicht so viel arbeiten.

25. Bewegung hilft
Mit einem Bewegungsmelder haben Sie nicht nur die Hände frei, sondern das Licht definitiv ausgeschaltet, wenn Sie aus dem Keller raus sind. Hier finden Sie zum Beispiel eine große Auswahl im ENTEGA Energiesparshop.

26. Es werde LED
Dass LEDs Energie sparen und so helfen, bei der Stromrechnung zu sparen, ist eigentlich kein Geheimnis mehr. Das, was sie mehr kosten, holen Sie dadurch in den 20 Jahren, die sie brennen, locker wieder rein. Wie Sie mit der richtigen Beleuchtung noch mehr einsparen können, lesen Sie hier .

27. Richtig kochen
Nehmen Sie den Wasserkocher statt des Topfes auf dem Herd, wenn Sie Wasser erhitzen möchten. Einen Liter Wasser im Wasserkocher zu erhitzen, verbraucht 0,1 kWh. Das ist vielleicht ein Viertel dessen, was zum Erhitzen im Topf benötigt wird. Schneller ist er auch noch, und weil man ihn oft benutzt, ist schnell etwas zusammengespart.

28. Das Wichtigste
Viel Freude beim Energie sparen – und beim nächsten Blick auf Ihre Stromrechnung.

Ooekostrom Rechnung

RSS
  1. Daniel Fernandez-Ruiz am 25. August 2016 um 21:27

    Die (öko) Stromrechnung ist sehr verständlich erklärt, besonders guter Vergleich mit dem Handynetzanbieter. Es ist schön zu lesen, wenn auch Stromanbieter ihre Kunden aufklären und über Energiespartipps informieren damit sie ihre Stromrechnung reduzieren.

    Vielleicht können diese weiteren Energiespartipps noch ein paar Personen helfen ihr Sparpotenzial zu nutzen:

    https://www.smart-cost.de/energiespartipps/

    • ENTEGA-Team am 29. August 2016 um 09:22

      Hallo Daniel,
      freut uns, dass dir die Tipps um eine Stromrechnung zu senken gefallen haben.
      Viele Grüße
      Deine ENTEGA

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