12. Juli 2016
Energie sparen

Eine ENTEGA Solaranlage pachten: Bringt das „Watt“?

Zu einem energieeffizienten Haus gehört eine Solaranlage, findet Markus Hebekerl. Er kauft keine, sondern pachtet eine. Seitdem produziert er seine eigene Energie, spart dadurch Energiekosten – und weiß schon im Büro, ob zu Hause die Sonne scheint.

Erfahrungsbericht Solaranlage planen
Im Februar 2015 ist das Eigenheim fertig. Ein Energiesparhaus, Standard KfW 70. Energieeffizientes, umweltbewusstes Wohnen und Leben ist Markus Hebekerl wichtig. Für ihn ist klar: Eine Solaranlage gehört da einfach dazu. Also werden die Leerrohre für die Anlage schon beim Bau mitverlegt, für später. Im Sommer ist es dann so weit. Das Projekt „ENTEGA Solaranlage pachten“ beginnt – auf Facebook, wie Markus Hebekerl erzählt.

Solaranlage planen? Im Netz!

Tag 1
Dass man eine Solaranlage pachten kann, war uns völlig unbekannt. Darum haben wir im Sommer angefangen, erst mal Angebote zum Selbstkauf einzuholen. Aufmerksam geworden sind wir auf Facebook. Wir hatten schon Strom und Gas bei ENTEGA und haben ein Posting für die Pachtmöglichkeit gesehen. Dann haben wir verglichen: Ein Kauf wäre mit Sicherheit günstiger gewesen. Eine Anlage unserer Größenordnung hätte rund 6.000 Euro gekostet. Jetzt zahlen wir für die Anlage monatlich 45 Euro über 18 Jahre, über 9000 Euro.
Aber im Vergleich habe ich gerade im Pachten mehr Sicherheit gesehen: Ich zahle keine Wartung, die Versicherung ist mit drin und ich habe keinen weiteren Kredit laufen. Waschmaschine, Trockner, Solaranlage – das muss ja alles auch gepflegt werden, damit es lange hält. Der Wechselrichter der Anlage zum Beispiel muss nach rund fünf Jahren mal ausgetauscht werden, das ist im Monatspreis enthalten.
Die 18 Jahre Vertragslaufzeit haben mich entsprechend nicht abgeschreckt. Zumal der Strom, den ich produziere, in den nächsten 18 Jahren immer das Gleiche kostet – nämlich nichts! Egal, was der Strompreis draußen macht. Also haben wir uns fürs Pachten entschieden.

Tag 2

Anruf bei ENTEGA. Unser Pech: Das Angebot gab es damals nur für den Netzbereich in Darmstadt, noch nicht bundesweit. Wir müssen also warten.

Tag 128
Anruf von ENTEGA. Eine ENTEGA Solaranlage pachten sei jetzt auch bei uns in Friedberg möglich. Und ja, wir sind noch interessiert. Also alles noch mal auf Anfang.

Solaranlage: Förderung möglich.

Tag 1
Unsere Solaranlage planen wir online. Wir müssen ein paar Multiple-Choice-Fragen zu unserem Stromverbrauch ausfüllen und Fotos von unserem Dach hochladen. Das war das Einzige, was wir an Arbeit hatten. Den Jahresstromverbrauch habe ich für mich großzügig mit 2.000 kWh angegeben, falls das geplante Elektroauto kommt.
Auf einen Stromspeicher verzichten wir. Zwar können wir unseren Solarstrom nicht speichern und müssen unseren Strom wieder einkaufen, wenn unsere Anlage mangels Sonnenschein keinen Strom produziert. Aber im Verhältnis ist uns die Stromspeicher-Zusatzmiete zu teuer: Wir rechnen aus, dass es für uns günstiger ist, unseren überschüssigen Strom mit 12,31 Cent pro kWh einzuspeisen und den Strom bei Bedarf für rund 26 Cent pro kWh einzukaufen.

Tag 14
Zwei Wochen später sind die Vertragsunterlagen da. Die geplante Anlage: 8 bis 10 Quadratmeter Fläche auf 8 Platten. Südausrichtung mit einer Dachneigung von 35 Grad. Maximale Leistung: 2,04 kWp. Wir bekommen von ENTEGA eine Förderung in Höhe von 150 Euro, außerdem sind die ersten drei Monate im Rahmen einer Aktion umsonst. Wir zahlen: 8 Euro im Monat für den Stromzähler, 45 Euro Pacht für die Anlage – inklusive Anschaffung, Installation, Wartung, Reparaturen und Versicherungen. Unseren eigenen Strom können wir unbegrenzt nutzen. Was wir darüber hinaus brauchen, wenn die Sonne nicht scheint, kriegen wir wie vorher über den Stromvertrag. Abgaben nach EEG für unseren selbst produzierten Strom fallen nicht an, weil die Anlage weniger als 10 kWp produziert. Also unterschrieben und zurückgeschickt.

Vom Fach und aus der Region.

Tag 27
Noch mal zwei Wochen später meldet sich der Handwerker, der bei uns in der Gegend die Anlagen für ENTEGA installiert. Das ist ein Betrieb rund 30 Minuten von uns entfernt, sehr bekannt und jederzeit ansprechbar. Da wir nur die Monatspauschale zahlen, kostet uns die Installation nichts. Nur: Jetzt ist Winter. Eis. Schnee. Dauert also noch ein bisschen.

Tag 39

Das Wetter hat sich stabilisiert und die Installationsfirma meldet sich: Es kann losgehen. Sie kommen mit zwei Mann und in vier, fünf Stunden ist die Anlage installiert. Paneele, Schienenvorrichtung, der Wechselrichter im Technikraum, der den Strom umwandelt. Alles ohne Bohren, weil wir die Leerrohre vom Dach über den Spitzboden bis in den Technikraum beim Hausbau mitverlegt hatten.
Die Anlage ist ein Markenprodukt. Ich kann nicht sagen, von wem, aber das kurzlebigste Teil, der Wechselrichter, ist von SMA. Zusätzlich tauscht der Netzbetreiber unseren Stromzähler aus, weil wir überschüssige Energie ins Netz einspeisen und das gezählt werden muss.

ENTEGA Solaranlage

Tag 51
Der Netzbetreiber schaltet unsere Anlage frei. Wenn die Sonne scheint, produzieren wir ab jetzt unseren eigenen Strom. Was wir nicht selbst verbrauchen, speisen wir ins Netz ein, dafür gibt es eine Vergütung. Die Einspeisevergütung ist gesetzlich festgelegt und hängt vom Tag der Inbetriebnahmen ab. Wir bekommen 12,31 Cent pro kWh, das gilt lebenslang für die Anlage. Scheint die Sonne nicht und liefert die Anlage keinen Strom, also vor allem im Winter oder nachts, kaufen wir Strom von ENTEGA für derzeit 26,22 Cent pro kWh.

ENTEGA Solaranlage pachten: Zwischenbilanz.

Tag 160
Gut dreieinhalb Monate nach Inbetriebnahme ziehen wir ein Fazit: Trotz der zunächst noch kurzen Tage und des verregneten Februars haben wir von Februar bis Mai schon rund 100 Euro Stromkosten gespart. Das wird sich durch den Sommer sicher noch deutlich steigern. Die Anlage hat mehr Strom produziert als wir verbraucht haben. Und CO2 gespart haben wir gegenüber konventionellem Strom schon über 460 kg, das ist uns auch wichtig.

Ersparnis ENTEGA Solaranlage pachten

Verbrauch ENTEGA Solaranlage pachten


Tag 161

Weil wir mit unserem KfW-70-Haus und unter 2.000 kWh Verbrauch im Jahr deutlich unterm Bundesschnitt liegen, sparen wir insgesamt noch nichts, nimmt man die Pachtkosten dazu. Wann rechnet sich eine Solaranlage also? Ich denke, bei tagsüber höherem Verbrauch und einer daran angepassten Anlage lohnt sich eine Solaranlage noch, und zwar vom ersten Tag an. Das muss jeder für sich ausrechnen.
Mit den Sommermonaten und wenn die Strompreise steigen, rechnet es sich auch mehr für uns. Mit der Anlage sind wir einfach unabhängig davon, wie sich der Strompreis entwickelt. Derzeit würde ich sagen: Was ich früher an Strom bezahlt habe, investiere ich jetzt in die Solaranlage. Nach 18 Jahren kann ich die Anlage zu einem symbolischen Preis übernehmen oder abbauen lassen. Derzeit denke ich, wir werden sie übernehmen und weiterbetreiben, die Lebensdauer liegt ja bei 25 Jahren. Außer in 18 Jahren gibt es neue Anlagen, die zehn Mal effizienter arbeiten, dann würden wir die Anlage wohl auswechseln.

Tag 162
Was für einen Technikbegeisterten wie mich ganz nett ist: Ich kann mich mit meinem Kennwort online einloggen und in Echtzeit von überall verfolgen, was die Anlage macht. Das geht auch mit einer App, die aktualisiert die Anlageninfos alle halbe Stunde. Inzwischen mache ich das aber nur noch einmal am Tag … Jetzt sitze ich im Büro und sehe, dass zu Hause aktuell 723 Watt vom Dach kommen. Bei 15 Grad und leichter Bewölkung. Besser als jede Wetter-App.

Mehr unter: www.entega.de

Starten Sie Ihr eigenes Projekt: Hier können Sie das Erklärvideo zu “ENTEGA Solarstrom komplett” anschauen. Ihren eigenen Tarif können Sie schnell und einfach hier berechnen.

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