2. Juni 2012
Familie Klimaschutz

So werden Energielecks gestopft

Gegen hohe Energieverluste beim Heizen hilft nur energetisches Sanieren. Mit dem ersten Maßnahmenpaket kann sich das Haus der Blöchingers warm anziehen.

„Kinder, zieht Euch warm an, wenn Ihr zum Spielen rausgeht.“ Wie wahrscheinlich alle Heranwachsenden haben auch Dominic und Sophie Blöchinger diesen Satz in ihrer Kindheit oft genug gehört. Keine Frage, bei kalten Außentemperaturen schützen wir uns mit warmer Kleidung vor dem Auskühlen, um die Körpertemperatur von 36°–37° Celsius zu halten. Das Geheimnis von Materialien wie Wolle oder Daunen im Kampf gegen die Kälte: Die zwischen den Fasern festgehaltene isolierende Luftschicht. Sie ist ein schlechter Wärmeleiter, und verhindert somit einen Wärmeaustausch von innen und außen.

Und dieses simple Prinzip gilt nicht nur für Kleidung, sondern auch für die Isolierung von Gebäuden, wo mit so unterschiedlichen Materialien wie Mineralwolle, Styropor, Ton oder Vulkangestein, Schaumglas oder Naturstoffen wie Holz oder Kork versucht wird, der Kälte Herr zu werden. Doch bei aller Vielfalt des Angebots: noch immer sind viel zu viele Häuser unzureichend gedämmt, Tür- und Fensterrahmen undicht, Fenster ein- oder bestenfalls zweifach verglast, und es gibt zahlreiche Dachstühle, bei denen man sich problemlos die Unterseite der Ziegel betrachten kann. Die Folge: Es zieht wie Hechtsuppe. Und um nicht zu frieren, drehen wir allzu oft die Heizung auf und ärgern uns über die hohe Energierechnung. Vom hohen CO2-Ausstoß ganz zu schweigen.

Systematische Umrüstung des Gebäudebestands

Für die Bundesregierung ist nach dem Ausstieg aus der Atomkraft eine Steigerung der Energieeffizienz ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Energiewende. Und sie nutzt u.a. die Energieeinsparverordnung EnEV 2009, um den Immobilienbestand in Deutschland systematisch zu verbessern. Die notwendige technische Umrüstung des Gebäudebestandes wird dabei von Haustechnikern wie z.B. der ENTEGA Energieeffizienz umgesetzt. Prinzipiell kommen für eine Wärmeverlustminimierung alle Außenbereiche eines Hauses in Frage: Die Fassade mit Fenstern und Türen, das Dach sowie der Keller, wo die Kälte vom Boden hereinzuziehen droht. Nach einer eingehenden Bestandsaufnahme des Reihenhauses von Familie Klimaschutz schlagen die Effizienzexperten folgende Maßnahmen zur Optimierung vor:

Fassade und Fenster

Familie Klimaschutz hat mit ihrem Reihenmittelhaus bereits eine optimale Ausgangslage, denn – anders als bei einem freistehenden Einfamilienhaus – sind zwei Fassaden bereits durch die angrenzenden Häuser isoliert. Bleiben also nur noch Vorder- und Rückseite, die eine Isolierung mit 16 cm starken Wärmedämmplatten aus Mineralwolle bekommen sollen. Hinzu kommen neue Fenster und eine Balkontür aus Dreischeiben Wärmeschutzverglasung. So bleibt die Wärme im Inneren und Blöchingers profitieren von zwei weiteren angenehmen Nebeneffekten: nach der Anbringung der Wärmeplatten erhält die Fassade einen neuen frischen Anstrich, und die neuen Fenster sind je nach Modell auch ein zusätzliches Plus an Sicherheit, und können besser vor Einbrechern schützen.

Eine gut gedämmte Fassade behält jedoch nicht nur die warme Luft im Inneren; wenn es draußen trocken und heiß ist, kann sie auch das Raumklima schön kühl halten. Barbara Blöchinger freut sich: „Wir werden es im Winter wärmer und im Sommer kühler haben als bisher.“ Noch ein Spartipp für die Besitzer eines Reihenhauses: Es kann sich lohnen, auch die angrenzenden Nachbarn von einer Fassadenmodernisierung zu überzeugen. So können alle Häuser in der gleichen Farbe gestrichen werden und die Hausbesitzer teilen sich die Kosten für das Aufstellen des notwendigen Baugerüstes – und es wird für alle billiger. Dasselbe gilt im übrigen auch für eine mögliche Dacherneuerung.

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Die Kellerdecke

Im Keller ist eine wirksame Isolierung am einfachsten umzusetzen: Dämmplatten an die Decke kleben, fertig. Handwerklich Begabte könnten dies eigentlich auch selber machen, doch Vorsicht: dann entfällt die Möglichkeit einer staatlichen Förderung. Dies ist keine Schikane, sondern der Gesetzgeber will sicherstellen, dass die – je nach Bundesland unterschiedlichen – Brandschutzvorschriften umgesetzt werden. Einziger Nachteil dieser Art der Dämmung: die Decke im Keller wird etwas niedriger, im Falle von Familie Klimaschutz 12 Zentimeter.

Der Dachstuhl

Das Dachgeschoss der Blöchingers ist als Wohnraum ausgebaut, mit einer Basisdämmung versehen und wird permanent genutzt. Zur weiteren Verbesserung der Dämmung käme hier nur eine aufwändige Dachabdeckung, Isolierung und Dachneudeckung in Frage – verbunden mit einer längerfristigen Unbewohnbarkeit der Räume. Deshalb wurde gemeinsam mit Familie Klimaschutz entschieden, dass Nutzen und Aufwand in keinem optimalen Verhältnis stehen. Stattdessen schlugen die Planer vor, die Dachfläche mit einer Photovoltaik– Anlage zu belegen, um somit wertvollen Ökostrom zur eigenen Verwendung in der geplanten Wärmepumpe zu erzeugen. Eine ökologisch wie auch finanziell sinnvolle Maßnahme, über die wir in der nächsten Ausgabe genaueres berichten werden.

Die Umsetzung

Für die Umsetzung dieser und weiterer Maßnahmen, über die wir in der kommenden Ausgabe berichten, stellt sich Familie Blöchinger auf ca. acht Wochen im Juli und August ein. Das Haus muss dazu eingerüstet werden, und insbesondere beim Ausbau der Fenster kann es etwas lauter werden und Staub entstehen. Ansonsten sollten sich die Einschränkungen jedoch in Grenzen halten – doch darüber wird Familie Klimaschutz hier in der Zeitung, auf facebook bzw. auf der ENTEGA-Homepage ausführlich berichten. In der kommenden Ausgabe erfahren Sie die Details zur geplanten Heizungserneuerung und zur geplanten Photovoltaikanlage, außerdem mehr Informationen zu realistischen Einsparpotenzialen und zu den Kosten bzw. zur staatlichen Förderung.

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