23. Dezember 2011
Familie Klimaschutz

Wenn Kaufrausch auf Klimaschutz trifft

Zu Weihnachten den Lieben mit dem passenden Geschenk eine Freude bereiten. Was hat denn das nun schon wieder mit dem Klimawandel zu tun? Leider so einiges. Experten konstatieren: „Konsum ist der schlimmste Klimakiller“.

Adventszeit ist Shoppingzeit. Und das ist auch gut so. Wer freut sich denn nicht über Geschenke zu Weihnachten. Aber leider hängt an vielen Paketen auch ein ordentlicher CO2-Rucksack mit dran. Das Problem: Unter den Millionen Konsumentscheidungen, die in diesen Tagen getroffen werden, sind viele, die unseren persönlichen CO-Abdruck unnötig vergrößern. Konsumforscher haben eine beunruhigende Faustformel errechnet: Jeder im Konsumbereich ausgegebene Euro verursacht ca. 500 Gramm Emissionen.

Ob Weihnachten oder nicht: Kohlendioxid für unsere persönliche Klimabilanz entsteht nicht nur, wenn wir die Heizung andrehen oder das Licht anknipsen, sondern immer auch, sobald wir das Portemonnaie öffnen. Die konsumierten Produkte und Dienstleistungen werden unter hohem Energieaufwand hergestellt: Rohstoffe werden angepflanzt oder abgebaut, Stahl geschmolzen, Flächen gerodet und bewässert, Fabrikhallen errichtet und beheizt, Waren werden verpackt und transportiert, und was aus der Mode gekommen ist oder nicht aufgegessen wurde, wird weggeworfen. Täglich. Tonnenweise. Würden alle Menschen so viele Ressourcen verbrauchen wie z. B. die US-Amerikaner, könnte unser Planet nur 1,4 Milliarden Menschen ernähren. Und so kommt die Forschergruppe des Worldwatch Institutes in ihrem Bericht „Zur Lage der Welt“ zu der Schlussfolgerung: Konsum ist der schlimmste Klimakiller.

Was bedeutet das für Familie Klimaschutz? Auch sie verursacht im Schnitt pro Person pro Jahr 4,4 Tonnen CO2 durch Konsum und Ernährung. Allerdings: Konsumverzicht ist auf ihrem Weg zum klimaneutralen Haushalt sicher nicht die Lösung. Denn gesucht wird ein Way of Life, der möglichst viele Nachahmer findet. Dies wird mit Askese predigen nur schwer gelingen. Statt Verzicht liegt der Schlüssel zu mehr Klimaschutz in den Unterschieden.

Mindert es unsere Lebensqualität, wenn wir kein Wasser trinken, das Tausende Kilometer herangekarrt wurde? Im Winter keine Tomaten essen, die im beheizten Gewächshaus gereift sind? Müssen wir Kleidung aus Baumwolle tragen, für die die Trockenlegung des Aralsees in Kauf genommen wurde? Kleidung, die wir aus modischen Gründen nach nur einer Saison im Schrank liegen lassen? Die Liste dieser Fragen ist lang.

Am Beispiel der Familie Klimaschutz soll aufgezeigt werden, dass Klimaschutz nicht die Lebensqualität mindert. Und nicht teuer ist. Im Gegenteil. Oft spart die vermeintlich teurere Anschaffung durch längere Lebensdauer und geringere Betriebskosten Energie und Geld. Der Kauf beispielsweise eines Wasserkochers spart Strom und CO2, weil er ineffizientes Erhitzen auf der Herdplatte ersetzt. Unser Ziel: Familie Klimaschutz soll die internationalen Experten widerlegen. Nicht Konsum ist Klimakiller Nummer eins, sondern nur falscher, unüberlegter Konsum. In diesem Sinne: Auf zum klimafreundlichen Shopping.

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